SYBILLE KRÄMER: ‘Artificial Flatness’

 © NECS Sybille Krämer © NECS

Fr, 24.06.2022

18:30 – 20:00 Bukarest

Universitatea Politehnică București

A reflection on the productivity and creativity of inscribed and illustrated surfaces

Wir leben in einer dreidimensionalen Welt, aber wir sind von Oberflächen umgeben, die mit Bildern und Schrift bedeckt sind. Von Höhlenmalereien über Hauttattoos bis hin zu Graffiti, von gemalten Bildern bis hin zu schriftlichen Notationen, von Diagrammen, technischen Zeichnungen und Landkarten bis hin zu Film, Fernsehen, Computerbildschirmen, Tablets und Smartphones - unsere Alltagspraktiken sind von Oberflächen durchdrungen, die etwas darstellen. Nicht nur Wissenschaft, Technik und Bürokratie sind auf künstliche Ebenheit angewiesen. Auch die meisten Künste schöpfen aus dem Potenzial der zweidimensionalen Darstellung.
Was bedeutet es für unser Denken und Erkennen, dass fast alles, was mit der Aneignung, Begründung und Darstellung von Wissen zu tun hat, im Medium der bildlichen und schriftlichen Oberfläche organisiert ist? So wie die Erfindung des Rades die Mobilität und Kreativität in der Welt des Körpers erleichterte, vereinfachte die Erfindung der künstlichen Fläche die Mobilität und Kreativität in der Welt des Geistes. Der Vortrag reflektiert über das Potenzial der künstlichen Flachheit und die "Verflachung als Kulturtechnik".
(Sybille Krämer)


Sybille Krämer ist eine Medienphilosophin, die bis 2018 Professorin für Philosophie an der Freien Universität Berlin war. Derzeit ist sie Gastwissenschaftlerin an der Leuphana Universität Lüneburg. Im Jahr 2016 verlieh ihr die Universität Linköping die Ehrendoktorwürde. Ihre herausragenden Forschungsschwerpunkte liegen in einem breiten Themenfeld, das von der Sprachphilosophie über Theorien des Geistes und des Bewusstseins bis hin zu performativen und Embodiment-Theorien reicht.
Die Epistemologien der Medien, symbolische Maschinen, Kulturtechniken der Formalisierung und Digitalität standen stets im Mittelpunkt ihrer aufschlussreichen Überlegungen. Ihre Werke wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt, darunter Englisch, Spanisch, Französisch, Italienisch, Ungarisch, Türkisch, Chinesisch und Japanisch. Ihre jüngste Monografie Figuration, Anschauung, Erkenntnis: Grundlinien einer Diagrammatologie (Suhrkamp, 2016) erforscht die epistemologischen Möglichkeiten visueller Werkzeuge wie Diagramme durch die Geschichte der Philosophie.


Organisatoren: NECS - European Network for Cinema and Media Studies, Universitatea Națională de Artă Teatrală și Cinematografică I.L. Caragiale

Mit Unterstützung von: Universitatea Politehnica din București, Universitatea Babeș-Bolyai – Facultatea de Teatru și Televiziune, Universitatea București – CESI, Universitatea Sapientia

Partner: Institutul Francez, Goethe-Institut, Arhiva Națională de Filme - Cinemateca Română

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