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Freiraum

Die am Freiraum-Projekt beteiligten Goethe-Institute haben zusammen mit ihren jeweiligen Partnern aus Kultur, Wissenschaft und Zivilgesellschaft eine Fragestellung entwickelt, die sehr weit gefasst mit dem Begriff der „Freiheit“ zu tun hat. Als Arbeitsauftrag geht diese Frage dann in einem zweiten Schritt an eine zugeloste Tandem-Stadt, die wiederum eine kreative Antwort zu finden versucht. Mehr...

Mann mit Ball© Goethe-Institut / Caroline Lessire

Artikel

Freiraum #Brüssel

FREIRAUM + BRÜSSEL: Europa und seine Institutionen haben sich in Brüssel wie in einen Fremdkörper eingepflanzt. Wie können wir den Fremdkörper integrieren und Brüssel wirklich zur Hauptstadt Europas werden lassen? Wie würde, wie könnte ein solches Brüssel aussehen?
Von außen wird Brüssel gern als mahlendes Zahnradgetriebe wahrgenommen, als eine graue Stadt der EU-Bürokrat*innen. Das Lebensgefühl in der Stadt dagegen ist ein anderes, sagt Tom Bonte, Leiter des Kunstzentrums Beursschouwburg und Freiraum-Projektpartner: lebendig, vielfältig, experimentell, extrem multikulturell. Brüssel möchte wissen, wie man die EU-Institutionen besser mit der Stadt verschmelzen könnte, um Brüssel auch gefühlt zur freien Hauptstadt Europas zu machen.

Freiraum #Warschau

UNSERE PARTNERSTADT: FREIRAUM + WARSCHAU: Wie würden wir uns entscheiden, wenn wir die freie Wahl hätten zwischen dem Zugang zu sämtlichen Informationen und dem Leben in der Filterblase?
Wenn ein Überfluss herrscht an Meinungen, Ansichten und Kommentaren, dann macht uns das Angst – wir ziehen uns lieber in einen Raum zurück, an dem wir uns sicher fühlen. Gerade angesichts der Informationsflut im Internet weichen wir zurück in unsere jeweilige Filterblase und wissen dann sehr schnell nicht mehr, was wir nicht wissen. Die Welt driftet auseinander, weil jeder ein anderes Internet und damit eine ganz andere Welt vor sich hat, Kommunikation im Sinne von offenem Meinungsaustausch wird verlernt, es droht der Zerfall des gesellschaftlichen Zusammenhalts.

Zum Workshop in Brüssel

„Europa und seine Institutionen haben sich Brüssel wie ein Fremdkörper eingepflanzt. Wie können wir den Fremdkörper integrieren und Brüssel wirklich zur Hauptstadt Europas werden lassen? Wie würde, wie könnte ein solches Brüssel aussehen?“:

Dies ist die Frage, die Ende September von Brüssel-Expertinnen und Experten im Rahmen des „Freiraum“-Workshops in der Beursschouwburg ausgearbeitet und vom Publikum bei einer öffentlichen Debatte ausgewählt wurde. 

Wie ist die Lage in Brüssel? Die europäischen Institutionen in Brüssel sind stetig gewachsen. Während sie in den sechziger Jahren eine Randposition einnahmen, beschäftigen sie heute über 40.000 Angestellte. Zahlreiche internationale Institutionen sind ihrem Beispiel gefolgt; insgesamt hat die Globalisierung fast 200.000 Expats in die Stadt gebracht. Zugleich ist Brüssel eine Stadt der Einwanderung aus der ganzen Welt, vor allem aus Nord- und Zentralafrika. Dieser demographische Wandel hat die Hauptstadt Belgiens zu einer kleinen Weltstadt gemacht. Fast zwei Drittel der Bevölkerung hat ausländische Wurzeln. Kurz gesagt, Brüssel ist eine extrem vielfältige Stadt.
 
Außerhalb Belgiens wird Brüssel jedoch hauptsächlich mit den EU-Institutionen identifiziert. „Brüssel hat entschieden“ ist eine gängige Bezeichnung dafür, dass Minister aus allen Mitgliedsstaaten bei einem Gipfel zu einem Schluss kommen. Zu oft wird die EU auf ihre bürokratischen Aspekte reduziert, und diese Zuschreibung gilt auch unsere Stadt. Es ist, als hätten sich die Mitgliedsstaaten zwar damit abgefunden, dass die Administration der EU in unserer Stadt angesiedelt ist. Doch die Chance, dass Brüssel das wahre Zentrum des europäischen Projekts sein könnte, bleibt ungenutzt.
 
In Wahrheit ist Brüssel eine Stadt mit vielen Gemeinschaften, Nationalitäten, Sprachen und Religionen - und außerdem die Hauptstadt eines Landes mit drei Sprachgemeinschaften. Diese Vielfalt hat sich aber noch nicht in der Idee einer gemeinsamen europäischen Bürgerschaft niedergeschlagen, einer Idee, die das Ansehen des europäischen Einigungsprozesses verbessern könnte.
 
Daher stellt sich die Frage: Wie können wir mit dieser Vielfalt besser umgehen, so dass Brüssel zum wahren Zentrum der EU wird? Wie würde ein solches Brüssel aussehen? Wie können wir uns von den Vorurteilen und den Zuschreibungen befreien und als urbaner Raum für alle Europäer in Erscheinung treten? Warum können wir Brüssel nicht als europäisches Laboratorium verstehen – als Freiraum – und eine weltoffene, europäische Stadt erfinden?
 
Zu unseren Freiraum-Experten und Expertinnen zählten:

  • Eric Corijn, Kulturphilosoph und Sozialwissenschaftler (VUB, Cosmopolis, Brussels Academy)
  • Philippe Van Parijs, Professor für Ökonomie und Sozialethik, Gründer des Basic Income Earth Network (UCL, KU Leuven, Oxford)
  • Tom Bonte, Leiter (Beursschouwburg)
  • Sophie Alexandre, Koordinatorin (Réseaux des arts de Bruxelles)
  • Leen de Spiegelaere, Koordinatorin (Brussels Kunstenoverleg)
  • Bie Vancraeynest, Programmleiterin Enter Festival (Demos)
  • An Descheemaeker, Koordinatorin (BRAL)
  • Cristina Nord, Programmleiterin (Goethe-Institut Brüssel)

Rückblick

  • Freiraum Workshop © Caroline Lessire
  • Freiraum © Caroline Lessire
  • Freiraum Workshop © Caroline Lessire
  • Freiraum Workshop © Caroline Lessire
  • Freiraum Workshop © Caroline Lessire

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