Comic-Residenz 2018: Lasse Wandschneider

Lasse Wandschneider Bild © Lasse Wandschneider

Brüssel ist Comic-Hauptstadt. Um eine Brücke zu schlagen zwischen der vielseitigen Comic-Landschaft Belgiens und der aufstrebenden Comic und Graphic Novel-Szene in Deutschland, organisiert das Goethe-Institut Brüssel zum zweiten Mal eine Comic-Residenz. Der Berliner Comic-Zeichner Lasse Wandschneider wird vier Wochen lang an einem neuen Projekt arbeiten, und dieses beim internationalen Comic-Festival Grafixx vom 30. November bis 2. Dezember in Antwerpen ausstellen.

Anfang November bezieht Lasse Wandschneider seinen Arbeitsplatz in LaVallée in Molenbeek. Er freue sich über die Gelegenheit, sich einem neuen Projekt in einer fremden Stadt zu widmen, erklärt der junge Zeichner und Illustrator. Für seine Zeit in Brüssel plant er eine Publikation, die einerseits eine Erzählung über die Stadt, andererseits eine Art Dokumentation seines Aufenthalts und seiner Arbeit in Belgien sein soll. „Ich habe im Moment so etwas wie einzelne gezeichnete Comic-Seiten und eine Sammlung von Collagen vor Augen, die sich am Ende gut in der Ausstellung in Antwerpen präsentieren lassen.“ Vom 30. November bis 2. Dezember findet in Antwerpen das internationale Comic-Festival Grafixx statt, bei dem Lasse Wandschneider seine Arbeiten präsentieren wird. Anfang November gibt er außerdem einen Workshop für Studierende der LUCA School of Arts in Brüssel rund um die Erzähltechnik von Dorothy Parker und wie diese grafisch aufgearbeitet werden kann.

Lasse Wandschneider wurde 1987 in Lübeck geboren und ist dort aufgewachsen. Er absolvierte sein Studium der Illustration in Breda (NL), Prag und Berlin. Heute lebt und arbeitet er in Berlin als Illustrator für verschiedene Medien und Projekte im In- und Ausland. Er beschäftigt sich mit Drucktechniken wie Siebdruck und Risografie, dem Eigenverlag von Zines, Büchern und kleinen Druckauflagen. Seine Arbeiten erkunden die Schnittstellen zwischen Comics und freien Zeichnungen, Abstraktion und Narration, Naivität und Klarheit. Ihn interessiert, wie durch die Form des Comic - d.h. mehrere aufeinander folgende Bilder und die dadurch entstehende zeitliche Dimension, und durch die Kombination mit Text - auch mit eher abstrakten Bildern eine Geschichte erzählt werden kann, und was eine Zeichnung außerhalb des Dargestellten (also zum Beispiel nur durch Strichführung oder Komposition) transportiert. Seine Werke sind auch regelmäßig in Ausstellungen zu sehen, zuletzt in Berlin, Gerswalde, Prag, Hamburg und Portland. Sein Verlagsdebut 'Regen' erschien 2016 bei Reprodukt.

Die Comic-Residenz ist eine Initiative des Goethe-Instituts Brüssel, in Zusammenarbeit mit LaVallée (Brüssel), DE Studio und dem Grafixx-Festival (Antwerpen). Die Comic-Residenz 2018 wird durch die großzügige Unterstützung der Leibinger-Stiftung ermöglicht.

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