Vivienne Chows Briefe aus Berlin #5 Strawberry Fields Forever - was der Berliner im Sommer unternimmt

Strawberry Fields Forever - was der Berliner im Sommer unternimmt
© Vivienne Chow

Die Hongkonger Journalistin Vivienne Chow dokumentiert mit ihren Briefen aus Berlin ihre mehrmonatige Recherchereise durch die Kunst- und Kulturszene der deutschen Hauptstadt. Neue Briefe erscheinen wöchentlich im Magazin.

Von Vivienne Chow

Der Sommer ist die beste Zeit in Berlin und auch die kostbarste nach den langen, harten Wintern. Wenn die Tage warm sind und die Sonne vom blauen wolkenlosen Himmel scheint, dann hält die Berliner nichts mehr davon ab, rauszugehen und die Sommermomente zu genießen. 
 
An meinen Brief von letzter Woche über die Grüne Berlins anschließend, habe ich die Natur aufs Neue erkundet und habe mich deshalb von einer Berliner Freundin für ein Abenteuer auf das Land entführen lassen und so den Berliner Sommer von seiner besten Seite erlebt. Obwohl die Stadt endlose Kunst- und Kulturangebote zu bieten hat, genießen einige Berliner die Sommersonne am liebsten im Umland. 
 
Unser erster Halt ist Erdbeerpflücken. Im Sommer haben Erdbeeren Saison und es gibt nichts besseres, als die Beeren mit den eigenen Händen zu pflücken und die frischen Früchte direkt auf dem Feld zu genießen. Für uns ging es zum Berliner Beerengarten in Gatow, 50 Minuten von der Stadtmitte entfernt. Die Felder sind weitläufig und fern vom Trubel der Stadt - man hört nur den Gesang der Vögel und eine sanfte Sommerbrise. Eine erfrischende Erfahrung für mich als Hongkongerin. 

Erdbeerfelder © Vivienne Chow
Wir liefen also das Feld mit unseren Körben hinunter und begannen mit der Jagd nach Erdbeeren. Meine Berliner Freundin erzählte mir, dass sie als Kind oft mit ihrer Familie Erdbeeren pflücken war und die süßen, saftigen Früchte nicht nur zum Naschen da waren, sondern auch zu Kuchen und Marmeladen verarbeitet wurden. 

Erdbeeren pflücken macht zwar viel Spaß, ist aber auch harte Arbeit! Die Pflanzen sind flachwurzelnd, das bedeutet sie wachsen am Boden, also mussten wir uns während unserer Suche bücken oder hinknien. Es dauerte auch eine Weile, bis wir größere Früchte fanden, aber je weiter wir liefen, umso größer wurden die Beeren. Am Ende hatten wir beide einen Korb voll mit frischen Erdbeeren. Natürlich haben wir auch eine Menge im Feld beim Pflücken gegessen. 
 
Nach einem Morgen harter Arbeit war es Zeit, sich zu erholen und dazu gibt es nichts besseres, als sich in einem See abzukühlen und die Sonnenstrahlen zu genießen. Im See zu schwimmen ist einer der beliebtesten Sommeraktivitäten in Berlin. 
 
Es gibt mehr als 100 Seen in Berlin und viele von ihnen sind mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Wannsee, zum Beispiel, ist ein beliebter Treffpunkt und mit der S-Bahn erreichbar. Auch in der Stadt, zum Beispiel in Wedding, gibt es Seen aber diese sind an heißen Sommertagen sehr voll.    
 
Nach ungefähr 50 Minuten Fahrt kamen wir an einem wunderschönen See an, weit ab vom Schuss. Ich bin auf der kleinen Insel Cheung Chau in Hongkong aufgewachsen und war in meiner Kindheit jeden Tag am Strand Schwimmen. Schwimmen im See ist jedoch eine komplett neue Erfahrung. Im kühlen See abzutauchen, umgeben vom dichten grünen Wald, erfüllte mich mit einer Ruhe, welche heutzutage schwer zu finden ist. 
 
  • Strawberry Fields Forever - was der Berliner im Sommer unternimmt © Vivienne Chow
  • Strawberry Fields Forever - was der Berliner im Sommer unternimmt © Vivienne Chow
  • Strawberry Fields Forever - was der Berliner im Sommer unternimmt © Vivienne Chow
  • Strawberry Fields Forever - was der Berliner im Sommer unternimmt © Vivienne Chow
  • Strawberry Fields Forever - was der Berliner im Sommer unternimmt © Vivienne Chow