Daniel Bowles

Daniel Bowles © Daniel Bowles Daniel Bowles ist Assistenzprofessor für Germanistik am Boston College, wo er deutsche Literatur aus dem 20. Jahrhundert und der Gegenwart, sowie Kultur und Geschichte, forscht und lehrt. Zu seine Veröffentlichungen gehören Übersetzungen von Romanen der Autoren Thomas Meinecke und Christian Kracht und Kurztexte von Alexander Kluge, Rainald Goetz, und Xaver Bayer. Für seine Übersetzung von Christians Kracht´s Imperium, erhielt er 2016 den Helen und Kurt Wolff Übersetzerpreis.



 

Drei Fragen an Daniel Bowles

Warum wollten Sie Übersetzer werden? Ist das schon immer ihr Traumberuf gewesen?

Als ich jünger war, wollte ich unbedingt ein Erfinder werden, die Vorstellung als Übersetzer zu arbeiten, oder viel mehr als Professor, war vollkommen jenseits meines Verständnisses. Selbst als meine akademische Karriere begann in Richtung erwachsen werden zu gehen, war das Übersetzer werden nie eine bewusste Absicht, aber es war immer etwas was ich gerne getan habe: mit Sprache zu basteln.
Welches deutsche Buch mögen Sie am liebsten und warum?

Favoriten sind wechselhafte Dinge, und meine literarischen Vorlieben kommen und gehen, aber eine generelle Regel bleibt; Ich bin ein eingefleischter und unverfrorener Fan von Thomas Bernhard. Seine Romane waren die ersten in Deutsch die mich hungrig auf mehr machten. Ich kehre zu ihnen immer und immer wieder zurück und staune und lache und entdecke jedes Mal aufs Neue die Freunde sie zu lesen wieder, wie beim ersten Mal. Neben Bernhard, würde ich sagen, dass Ingeborg Bachmann’s Malina, Uwe Johnson’s Mutmassungen über Jakob, oder einfach alle möglichen Werke von Christoph Ransmayr, zu meiner Favoritenliste gehören.
Gibt es ein bestimmtes Buch, das Sie gerne übersetzen würden?

Ich würde unglaublich gerne Christoph Ransmayr’s neuen Roman Cox übersetzen, oder der Lauf der Zeit, oder  Rheinhard Jirgl’s Nichts von euch auf Erden, oder mich mal an Gedichten zu versuchen (Bachmann, Celan, Trakl), oder es mal mit Berlin Alexanderplatz probieren, oder, wenn ich unendlich Zeit und Geduld hätte, würde ich an Jean Paul’s Flegeljahre arbeiten. Es gibt noch viele mehr. Übersetzen ist so eine intime Beschäftigung mit einem Text – die Bücher die ich bereits übersetzt habe sind einige von meinen Favoriten – und es gibt zu viele Texte, bei denen ich gerne die Breite des Feldes verkleinern würde ohne nach künstlichen Beschränkungen  wie Zeit, Sorgfalt, Stimmung, und dem immer trügerischen Verlagsinteresse, zu sortieren.
 

Auswahl an übersetzten Titeln

  • Christian Kracht, The Dead (Farrar, Straus and Giroux, forthcoming)
  • Thomas Meinecke, Lookalikes (AmazonCrossing, forthcoming)
  • Christian Kracht, Imperium: A Fiction of the South Seas (Farrar, Straus and Giroux, 2015)
  • Thomas Meinecke, Pale Blue (AmazonCrossing, 2012)
  • Thomas Meinecke, Tomboy (AmazonCrossing, 2011)