Oliver O´Donovan

Oliver O'Donovan © Oliver O'Donovan Oliver O´Donovan wurde 1945 in London geboren und studierte Theologie an verschiedenen Hochschulen in Oxford, wo er 1975 mit einem Doktortitel abschloss.

1972 begann er seine Arbeit als Diakon in der Gemeinde Oxfordshire, bis er 1973 zum Priester geweiht wurde. Parallel dazu lehrte er als Professor für Theologie in Oxford und Toronto und ist seit 2006 als Professor für christliche Ethik und praktische Theologie an der Universität in Edinburgh tätig. Neben seiner Lehre engagiert er sich aktiv für den ökumenischen Dialog und publizierte eine Reihe von theologischen Werken. Er ist verheiratet und lebt mit seiner Familie in Dunfermline (Schottland).


 

Drei Fragen an Oliver O' Donovan

War Übersetzer Ihr Traumberuf? Warum sind Sie Übersetzer geworden?

Ich bin nicht ein professioneller Übersetzer, sondern ein Theologe, der hauptsächlich eigene Bücher gechrieben hat. „Personen“ ist das einzige vollständige Buch, das ich übersetzt habe. Als Herausgeber war ich jedoch stark an der Beaufsichtigung der Übersetzungen von Bernd Wannenwetschs „Gottesdienst als Lebensform“ und Oswald Bayers „Freiheit als Antwort“ beteiligt. Für das letztgenannte Werk übersetzte ich auch einen Artikel. Außerdem habe ich Texte aus dem Französischen sowie historische Schriften aus Altlatein und –griechisch übersetzt. Der Grund, warum ich mich jedem meiner Übersetzungsaufträge angenommen habe, war meine Bewunderung für den betreffenden Text und meinen Wunsch, ihn der englischsprachigen Welt zugänglich zu machen. Doch insbesondere für Studenten, deren Schulbildung in europäischen Sprachen unzureichend ist.
Ich empfand es als wilkommene Erleichterung und Abwechslung von meinen beruflichen Anfordrungen als Lehrkraft, sich in die Gedanken eines anerkannten Gelehrten hineinzuversetzen und zu überlegen, wie man sie für englischsprachige Leser zugänglich machen kann.
Welches ist Ihr deutsches Lieblingsbuch und warum?

Ich denke, es hat Vorteile, wenn der Übersetzer sich selbst in dem Fachgebiet auskennt und auch Erfahrungen im Schreiben von Texten in der eigenen Sprache zu diesem Thema besitzt. Mir ist aufgefallen, dass manche sehr schlechten Übersetzungen aus dem Deutschen von Leuten gemacht wurden, die zwar die Sprach beherrschten, sich aber nicht mit der Materie auskannten bzw. nicht wussten, wie sie es auf Englisch ausdrücken sollten.
Vor einer Generation gab es viele fähige Leute, die auf die Übersetzung deutscher Schriften zur Theologie ins Englische spezialisiert waren. Heute gibt es nur noch wenige solcher Übersetzer, und der Bedarf ist, in Anbetracht der Reduzierung des Sprachenunterrichts im englischen Schulsystem, umso größer. Ich wurde sozusagen zur Übersetzung gezwungen, da ich keine professionellen Übersetzer finden konnte, die fähig und willens waren, die Bücher zu übersetzen, die ich auf Englisch lesen wollte.
Gibt es ein Buch, das Sie unbedingt übersetzen wollen?

Ich habe nicht die Absicht, noch mehr zu übersetzen (aber wer weiß?). Vielleicht stoße ich noch auf ein Buch, dem ich nicht widerstehen kann!
Meine deutsche Lektüre ist überwiegend fachbezogen und ich habe nur wenig Belletristik in der Sprache gelesen. Ich besitzte aber einige wenige Bände klassischer deutscher Gedichte und Hymnen für besondere Momente. Ich würde nicht im Traum daran denken, sie zu übersetzen – Ich würde ihnen nur Schaden zufügen!

Auswahl an übersetzten Titeln

  • Artikel in: Oswald Bayer: Freedom in Response (Freiheit als Antwort). Oxford University Press, 2007
  • Robert Spaemann: Persons (Personen). Oxford University Press, 2006