Niall Sellar

Niall Sellar wurde 1984 in Edinburgh geboren. Er studierte Germanistik und Übersetzungswissenschaften in Dublin, Konstanz und Edinburgh und hat verschiedentlich als Übersetzer, Lehrer und Verlagslektor gearbeitet. Neben seiner Übersetzungsarbeit unterrichtet er gegenwärtig moderne Fremdsprachen in Harrow. Er lebt in London.

Drei Fragen an Niall Sellar

War Übersetzer Ihr Traumberuf? Warum sind Sie Übersetzer geworden?

Ich wusste, dass ich in irgendeiner Form mit Sprache arbeiten möchte, ob nun Deutsch oder Englisch. Bevor ich meine Ausbildung zum Sekundarschullehrer abschloss unterrichtete ich einige Jahre lang Englisch als Fremdsprache. Mein Interesse für Übersetzung war immer vorhanden. Der Aspekt, neue Sprachen zu lernen hat mich während meines Studiums am meisten interessiert, auch wenn ich mich sehr anstrengen müsste, um zu sagen warum. Es hat einfach etwas sehr zufriedenstellendes einen Text in einer anderen Sprache wiederherzustellen und ihn einem ganz neuen Publikum zugänglich zu machen.   
Welches ist Ihr deutsches Lieblingsbuch und warum?

Ich bin mir nicht sicher, ob ich einen Favoriten habe, aber Transit von Anna Seghers ist ein Roman der wirklich meine Phantasie gebannt hat. Es spielt in Marseille und beschreibt, wie der Titel schon impliziert, die Schwierigkeiten dabei während des zweiten Weltkriegs eine Schiffspassage aus Europa hinaus zu bekommen. Es ist ein faszinierender Bericht über das Leben im Exil während der Hitler-Jahre. Von Exilliteratur fühle ich mich sehr angezogen. 
Gibt es ein Buch, das Sie unbedingt übersetzen wollen?

Schwierig zu sagen. Von einigen Büchern, mit deren Übersetzung ich beauftragt war, hatte ich gehofft, dass sie es bis zur englischen Übersetzung schaffen würden. Ich glaube der Fakt, dass immer mehr Bücher, aus welcher Sprache auch immer, ins Englische übersetzt werden ist wichtig. Ich würde mich sehr gerne einmal an einer Übersetzung von Klaus Manns Der Vulkan versuchen, das einen Versuch darstellt, seine Exilzeit aufzuzeichnen. Ich weiß nicht, ob es schon übersetzt wurde oder nicht.
Klaus Mann ist eine Persönlichkeit die mich interessiert, teilweise natürlich wegen seines Vaters aber auch aufgrund seiner eigenen Biographie: Nachdem er Deutschland verlassen hatte kämpfte er während des Krieges auf amerikanischer Seite und brachte eine Reihe von Werken auf Englisch hervor, einschließlich einer Autobiographie.