Buchblog: Literaturverkostungen

Deutsche Bücher in Übersetzung © Goethe-Institut Glasgow


Gegenüberstellung von britischen Buchtrends und ähnlichen deutschen Büchern in Übersetzung.


Hey! Hey, du!

Du siehst aus, wie jemand, die mehr deutsche Bücher lesen will, aber nicht weiß, wo sie anfangen soll, richtig? Oder vielleicht willst du einfach mal mehr Übersetzungen lesen und hältst die Augen offen für gute Empfehlungen? Oder möglicherweise bist du einfach eine typische Leseratte und suchst neues Lesefutter?

Sorry, wo bin ich? Ist das hier irgendwie Goodreads für Deutsche?

Nee, da gibt’s ja LovelyBooks (die ein wenig innovativer waren in der Namenssuche als Goodreads, aber auch nicht viel). Literaturverkostungen ist ein neuer monatlich erscheinender Blog vom Goethe-Institut UK, wo wir ein paar unserer Lieblingsbücher, die in den letzten Jahren aus dem Deutschen ins Englische übersetzt wurden, teilen.

Interessant, erzähl mehr…

Jeden Monat wählen wir ein Buch oder einen Autor/eine Autorin aus, das, der oder die in letzter Zeit viel im Gespräch in Großbritannien war und bringen es zusammen mit einem genauso großartigen deutschen Equivalent, das einen ähnlichen Nerv trifft. Wenn dich zum Beispiel Philip Pullmans Goldener Kompass begeistert hat, wirst du vielleicht Cornelia Funkes spannende Tintenherz-Trilogie ebenso verschlingen. Fans von Ali Smith könnten auf die wunderbare Jenny Erpenbeck stoßen. (Das könnten schon fast Amazon-Algorithmen sein, allerdings stecken hier echte Leidenschaft und Wissen dahinter.) Mit dabei wird vor allem Gegenwartsliteratur für Erwachsene sein, aber auch andere Textarten werden unter die Lupe genommen: von Lyrik bis hin zu Kinderbüchern. Alle Bücher, die wir besprechen, sind zurzeit im Druck und auch in deiner Lieblingsbibliothek kannst du sie finden …

Annie Rutherford © Perry Jonsson Und wer bist du eigentlich?

Ich bin Annie Rutherford – hoffnungslose Leseratte, kann mich nie auf nur eine Sache festlegen und bewege mich am Liebsten irgendwo zwischen Genie und Wahnsinn. Ich bin Programmkoordinatorin bei StAnza (Schottlands internationalem Lyrikfestival), übersetze vor allem literarische Texte aus dem Deutschen ins Englische, leite den Buchclub der Lighthouse Buchhandlung in Edinburgh, der übersetzte Schriftstellerinnen diskutiert, und vieles mehr. Ich wurde schon erwischt, wie ich fahrradfahrend gelesen habe (was ich nicht empfehle) und kann ein falsch gesetztes Apostroph aus fünfzig Metern Entfernung erkennen.

Und wieso sollte ich auf deine Empfehlungen hören?

Nachdem ich Jahre lang zwischen Deutschland und Schottland gependelt bin, freue ich mich immer, die Bücher zu teilen, die ich in Deutschland für mich entdeckt habe. Und als ehemalige Buchhändlerin bin ich daran gewöhnt, Bücher für Leser_innen mit Blick auf deren Lieblingsgenres und -autor_innen zu empfehlen. Mir macht die Herausforderung immer Spaß, Geschenke für Fremde und ihre Freunde, Mütter oder Partner („Er liest John Le Carré und David Foster Wallace“) auszuwählen: Das Gefühl ist kaum zu vergleichen, wenn eine Kundin kommt, um das zweite Buch einer mehrbändigen Serie zu kaufen oder um zu berichten, dass der Partner Clemens Meyers Im Stein so sehr liebte, dass sie es jetzt selbst zu lesen angefangen hat („Wir mögen nie dieselben Bücher!“).

Kurz gesagt: Ich bin eine Kummerkastentante für Bücher.

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