Doppelter Herzschlag
Die zweite Generation

Die Migration von Korea nach Deutschland seit den Sechzigerjahren ist in der deutschen Öffentlichkeit wenig präsent. Sie wird auch oftmals „stille“ Migration genannt und heute gern als Erfolgsgeschichte der Integration dargestellt. In keiner Einwanderergruppe in Deutschland sind die Erfolge der zweiten Generation, was den sozialen Aufstieg betrifft, so ausgeprägt wie bei den Kindern der koreanischen Krankenschwestern und Bergarbeiter, die einst nach Deutschland kamen. Doch wie „still“ und „erfolgreich“ war diese Migrationsbewegung wirklich? Wie identifiziert sich eine Generation, die zwischen zwei Kulturen aufgewachsen ist?

Anlässlich des 50. Jubiläums des deutsch-koreanischen Anwerbeabkommens produzierte die Regisseurin Su-Jin Song im Auftrag des Goethe-Instituts Korea die Kurzdoku-Reihe Doppelter Herzschlag. In ihren Filmporträts werden fünf junge Menschen aus dem Kulturleben vorgestellt, deren Eltern als Gastarbeiter aus Korea nach Deutschland kamen. Alle sind in Deutschland aufgewachsen, leben und arbeiten dort. Aber im Herzen fühlen sie sich oft koreanisch. Mal mehr, mal weniger.

Su-Jin Song ist als Kind der zweiten Generation in Düsseldorf groß geworden. Ihre Mutter kam 1973 als Krankenschwester nach Deutschland. Sie ist in Korea und Deutschland als Filmproduzentin tätig und führte bei diesem Projekt auch Regie: Aus dem persönlichen Bedürfnis, das Lebensgefühl ihrer Generation zu porträtieren, ist diese Kurzdoku-Reihe mit den Künstlern entstanden.

Doppelter Herzschlag