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Restore.Revive.Protect.Preserve


 

Vor 100 Jahren gründete Walter Gropius in Weimar eine Kunstschule, die weitläufig als "Bauhaus" bekannt wurde. Aber was hat Bauhaus eigentlich mit den Palästinensischen Gebieten zu tun? Das Goethe-Institut Palästinensische Gebiete hat sich auf Spurensuche begeben und deren Ergebnisse in der Publikation "Restore.Revive.Protect.Revive." gesammelt.

Der Erste Weltkrieg (1914 - 1918) erschütterte die deutsche Gesellschaft bis ins Mark und war Ausgangspunkt für eine Bewegung, die als „Neue Sachlichkeit“ bekannt wurde. Es ginge darum, "die Dinge so zu sehen, wie sie sind", argumentierte der Maler Otto Dix.​Die Avantgarde der Bewegung fand ihre Stimme in der Ausstellung „Die Neue Sachlichkeit. Deutsche Malerei seit dem Expressionismus.", die 1925 in der Kunsthalle Mannheim präsentiert wurde. Sie grenzte sich vom Expressionismus ab und rief dazu auf, die sozialen Realitäten auf neue und differenzierende Weise zu betrachten. In Architektur, Kunst, Theater und Film wurde ein neues gesellschaftspolitisches Bewusstsein ausgehandelt. In der Fotografie entstand "Neues Sehen" und in der Literatur begann der magische Realismus mit einer „Gebrauchslyrik“, die durch ihre einfache, verständliche und somit leicht zugängliche Sprache definiert wurde.

Hat der "Bauhaus-Ansatz" den palästinensischen Kontext beeinflusst? Und wenn ja, wie? Sind Schlüsselelemente der Bauhauslehre wie Funktionalität, Nutzung und Zweck relevant für die Art und Weise, wie heute in den Palästinensischen Gebieten gelebt und gebaut wird? Nehmen sie Einfluss auf die lokal fragmentierte Geographie mit ihrer schnell schrumpfenden (Kultur-) Landschaft? Das war der Beginn unserer Recherche. Und so wurde eine Spurensuche angestoßen: Mehr als dreißig Expert*innen trafen sich zu Gesprächsrunden in vier urbanen Zentren: In Gaza-Stadt, Ost-Jerusalem, Nablus und Ramallah.

Ein besonderer Schwerpunkt lag auf gebauter Umwelt und architektonischem Erbe in den palästinensischen Gebieten. Jede Diskussion konzentrierte sich diesbezüglich auf verschiedene Fragen und Themen, die vom jeweiligen Kontext bestimmt wurden, in der das diskursive Treffen stattfand. Alle Diskussionen fanden also ihre Ausgangspunkte in lokal bedeutsamen Räumen und Gebäuden.


Die Publikation "Restore. Revive. Protect. Preserve" dokumentiert die Konversationen der Expert*innen zu Themen wie kulturellem Erbe und seiner Bewahrung, die Bedeutung von Bauhaus und mehr. Das Projekt sammelt fortlaufend weiter Wissen, Erinnerungen, Anliegen, Fragen, Ideen und Empfehlungen und bringt eine Vielzahl von Menschen aus verschiedenen Disziplinen und Realitäten zusammen.
 

Der Zustand des architektonischen Kulturerbes in der Altstadt von Nablus veranlasste unsere Diskussion. Ein wesentlicher Punkt dabei ist dessen Verschwinden. In der Altstadt von Nablus befinden sich zahlreiche historische Gebäude. Einige wurden saniert und für die Öffentlichkeit bereitgestellt, während sich andere in einem schlechten Zustand befinden. […] Es bedeutet viel, dass unsere Diskussionsrunde an einem Ort stattfinden konnte, der genau diese Fragen und Themen reflektiert.​

Zahraa Zawawi



Die Tänzerinnen und Choreografinnen Mirjam Sögner und Farah Salah übersetzten die Themen in die Sprache des Körpers. Die Performance "What does the space know?" wurde im Sommer 2019 in Ramallah produziert und uraufgeführt. Sie lud das Publikum ein, den Raum in Anspruch zu nehmen und so Teil der Aufführung zu werden.

 

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