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Kurt Schwitters Ursonate. Eine musikalisch-künstlerische Performance.

Die Welt im Umbruch“ – so lässt sich wohl die Zeit beschreiben, zu der Kurt Schwitters, einer der wichtigsten Deutschen Künstler aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, sein Hauptwerk schuf. Neben dem Merzbau, einer Art selbstgebauter Grotte, die aus räumlichen Collagen bestand, zählen das Gedicht Anna Blume und die Ursonate zu den herausragendsten Werken des Deutschen. Seine Arbeiten prägten die damals aufblühende Bewegung des Dadaismus, die als eine Art anarchischer Anti-Kunst in der Weimarer Republik entstand und bis heute prägend für verschiedene europäische und internationale Kunstströmungen gesehen wird.

„Rinnzekete bee bee nnz krr müü? ziiuu ennze, ziiuu rinnzkrrmüü, rakete bee bee, Rrummpff tillff toooo?“ – Auszug aus dem Text der Ursonate

Auch aktuell scheint die Welt wieder in Aufruhr zu fallen. Zerstörerische Kräfte gewinnen zunehmend an Einfluss, Utopien geraten gegen reaktionäre, rückwärtsgewandte Ideologien in die Defensive und viel erinnert an die Zeit der Bewegung der Dadaisten, die aktuell ihr hundertstes Jubiläum feiert. Zu diesem Anlass haben sich Thomas Krüger, Anke Lucks und die Jazz-Gruppe Potsa Lotsa entschlossen, das dadaistische Lautgedicht in vier Sätzen erstmals auch musikalisch zu vertonen und ihm neues Leben einzuhauchen. Und das mit einem Text, der mit hundert Jahren so aktuell sein könnte, wie nie.

Rezitation von Thomas Krüger. Anke Lucks (Posaune) spielt mit der Jazz-Gruppe Potsa Lotsa: Silke Eberhard (Altsaxofon), Wolfgang Schmidtke (Posaune), Nikolaus Neuser (Trompete), Gerhard Gschößl (Posaune)

Thomas Krüger

1986 rezitierte Thomas Krüger die Ursonate im Rahmen einer Performance in Leipzig zum ersten Mal, schon damals nahmen junge Kreative die Schwingungen eines sich auflösenden Systems wahr und setzten sich mit dem Irrationalen ihrer Umgebung auseinander. Doch Thomas Krüger ist nicht nur als Akteur in der Kulturszene, sondern auch durch seine politische Arbeit bekannt. Seine politische Karriere begann er 1989 als eines der Gründungsmitglieder der Sozialdemokraten in der DDR und blieb bis 1990 deren Geschäftsführer in Berlin und Mitglied der Volkskammer in der DDR. Als Erster Stellvertreter des Oberbürgermeisters in Ost-Berlin war er 1990 bis 1991 tätig. Von 1991 bis 1994 war er Senator für Jugend und Familie in Berlin. Als Mitglied des Deutschen Bundestages war er in den Jahren 1994 bis 1998 aktiv, bevor er eine zweijährige Erziehungspause nahm. Seit Juli 2000 ist er Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung und engagiert sich außerdem in verschiedenen ehrenamtlichen Gremien, u.a.: Präsident DKHW, Mitglied des Kuratoriums der Kulturstiftung des DFB, seit 2013 Mitglied des Forschungsbeirates des Programms 'Kultur und Außenpolitik' des Instituts für Auslandsbeziehungen.

Anke Lucks

Anke Lucks ist Posaunistin und Komponistin mit Schwerpunkt auf Jazz und Instrumentalpädagogik, sie tourte nach dem Studium weltweit mit dem Artistik und Musikprogramm „Balagan“ und europaweit mit der Band „Rotfront“, spielte Theater- und Filmmusik mit der Band „Shmaltz“, einmalige Auftritte mit Albert Mangelsdorff, Anthony Braxton, Tyshawn Sorey.

Potsa Lotsa

Das sind Silke Eberhard, Nikolaus Neuser, Patrick Braun und Gerhard Gschlößl. In der Urbesetzung als Bläserquartett Potsa Lotsa widmeten sich die Musiker zunächst den Kompositionen des afroamerikanischen Multiinstrumentalisten Eric Dolphy. Mit dem Septett Potsa Lotsa Plus, das den Sound von sechs Bläsern mit elektronischen Klängen verbindet, brachte Silke Eberhard anschließend Dolphys lange Zeit verschollen geglaubte Hochzeitmusik, Love Suite zur Aufführung. Jenseits des Jazz setzt das Ensemble — bevorzugt in der Quartettform — auch mal Werke der klassischen Moderne von Giaccinto Scelsi oder Kurt Schwitters’ Ursonate auf seine Konzertprogramme.


Termine:
3.12.2021 Goethe-Institut Saudi-Arabien, Riad 19:30 Uhr
4.12.2021 The Music Space, Jeddah 21:00 Uhr

Anmeldung bis zum 1.12.2021: programm-ksa@goethe.de

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