San Luis Opbiso, 8. März 2026  Für immer lächeln

Portraitfoto von Louise Kenn auf einem blau eingefärbten Hintergrund mit einer Straße und einem Kaktus © Goethe-Institut, Ricardo Roa
Sie nennen es SLO living, it’s just beautiful living, wenn man Geld hat und hier lebt, warum sollte man nicht denken, dass das Leben schön ist, warum sollte man nicht glauben, dass die USA der beste Ort auf dem Planeten ist.

Wir bekommen Snacks geschenkt.
Wir bekommen Wein geschenkt.
Wir bekommen eine Tüte mit frischen Avocados und Kiwis aus dem Garten geschenkt.
Wir bekommen ein Abendessen geschenkt.
Wir bekommen die Schlüssel von Amys Porsche und dürfen mit ihm fahren.
Wir bekommen eine wundervolle Lesung mit wundervollen Leuten.
Wir bekommen eine Führung durch ein Haus in dem Jack Kerouac gewohnt hat, einfach so, spontan, das Haus ist in Privatbesitz, aber er stand eben einfach zufällig vor der Tür und hatte Zeit.
Wir bekommen Komplimente, wir bekommen Aufmerksamkeit, wir bekommen die nettesten Gespräche mit jeder Person, die dort lebt.

Ich habe mich noch nie so amerikanisch gefühlt. Ich bin so erfüllt von Dankbarkeit und Glückseligkeit, ich möchte schreiben: I am overwhelmed with gratitude, ich möchte einen Text schreiben, in dem ich nur Wörter benutzte wie incredible, beautiful, breathtaking, the most amazing, open, heartfelt, and kind people. Ich möchte jeden amerikanischen Superlativ auf die Spitze treiben, es ausreizen und verdoppeln.

Wir gehen abends aus, wir lernen über zehn verschiedene Menschen kennen.
Wir laufen am Fluss und bewundern die hübschen Lichter in den Bäumen.
Wir laufen auf der Straße und 17-Jährige laden uns auf ihren Abschlussball ein.
Wir überzeugen jemanden davon Erasmus in Deutschland zu machen.
Wir lassen uns erklären wie schlecht Deutsches essen ist.
Wir hören eine Band spielen und alle tanzen.
Wir teilen eine Vape mit einer Galaxy darauf.
Wir singen Wonderwall.
Wir fallen nachts um zwei aus einer Tanzbar und wir lachen, wir lachen laut und viel.

In drei Tagen SLO living habe ich kein einziges Mal aufgehört zu lachen. Meine Backen taten jeden Abend weh.

Dieser Text ist langweilig. Wer liest gerne darüber, wie wundervoll alles war? Aber es war wunderbar. Ich komme wieder.

Danke besonders an Amy, für alles.
Die in diesem Text geäußerten Ansichten sind ausschließlich die der Autorin und spiegeln nicht notwendigerweise die Meinung oder Position des Goethe-Instituts wider.