Austin, 27. März 2026  Fast geschafft

Porträtfoto von Mücahit Türk vor blauem Hintergrund, im Hintergrund sind eine Straße und Gebäude zu sehen. © Goethe-Institut, Ricardo Roa

Schreiben, spazieren, verlieren. Und draußen macht die Großschwanzgrackel weiter.

Tägliches Hinsetzen mit ungesund vorgebeugter Körperhaltung. Da gehe ich dann also unter in meinem Roman. Bis ich keine Lust mehr habe oder bis der Text keine Lust mehr hat. 

Stattdessen dann spazieren, am besten zehn Kilometer, und über jedes Wort nachdenken. Spazieren, aber nicht zum Museum, nicht zur Rothko Chapel und nicht zur Oase. Im Kiosk dann einem Kamel und einem Cowboy schlechte Gesellschaft leisten. Die gibt es in Deutschland nicht so schön. Und am Abend Pizza essen und sich über die Spielregeln von Cabo streiten. Sieben drunter oder drüber oder beides, und auch mit der Sieben dann? Irgendwo gibt es dann einen Kompromiss. Trotzdem verliere ich.

Täglich aufwachen und wieder hinlegen und untergehen und wieder aufwachen. Da dann hinhören. Ein Quieken, ein Fiepen von draußen. Das ist die Großschwanzgrackel, sagt das Internet. Nervige Geräusche, sage ich.

Fast geschafft. 
Ich kann ausatmen, bald.
Die in diesem Text geäußerten Ansichten sind ausschließlich die des Autors und spiegeln nicht notwendigerweise die Meinung oder Position des Goethe-Instituts wider.