Ein weißer Handschuh gibt Heimweh und Müdigkeit. Und irgendwann fährt man weiter.
Das Auto wird immer wieder abgegeben. Wir legen den Schlüssel in einen weißen Handschuh, und das Auto wird für uns geparkt. Das hätten auch wir tun können, denken wir und ärgern uns.Die Luft ist zum ersten Mal schwül. Ich kann nicht klar denken und versuche einen Spaziergang. Seit der ersten Woche der Reise habe ich großes Heimweh. Ich telefoniere oft nach Leipzig, das hilft.
Wir lesen dann in einer Bücherei. Mittlerweile könnte ich die Texte von Louise blind aufsagen. Wir könnten auch schon die Fragen anstelle des Publikums stellen. Und unsere Antworten sind mittlerweile auch immer dieselben. Das müssen wir ändern, sagen wir uns.
Später gehen wir in eine Bar. Der Bierschaum wird vergessen. Auf einem Handy zeigt man uns Pistolen und Sturmgewehre. Das beeindruckt und verschreckt mich zugleich.
Die Tage gehen plötzlich schneller um. Vielleicht bin ich zu müde von der Reise, um sie dabei zu beobachten. Ich schlafe schlecht und wache auch schlecht auf. Vier Aufzüge fahren wie zwei. Wir warten auf dem Vorplatz. Der weiße Handschuh reicht uns den Schlüssel.
Wir fahren.
Die in diesem Text geäußerten Ansichten sind ausschließlich die des Autors und spiegeln nicht notwendigerweise die Meinung oder Position des Goethe-Instituts wider.