New Orleans, 16. März 2026   Die Alligatoren von New Orleans

Portraitfoto von Mücahit Türk auf einem lila eingefärbten Hintergrund mit einer Straße und einer Kirche im Hintergrund. © Goethe-Institut, Ricardo Roa

Man fliegt nach New Orleans, hofft auf Alligatoren und findet Kopfschmerzen.

Es scheint, als könne man auch nach New Orleans fliegen. Der Flieger macht ein Dreieck. Ich fliege das Dreieck hinauf und wieder hinab. Ich denke, da unten schwimmen die Alligatoren. Ich hoffe, dass ich sie dieses Mal sehen werde. Ich schaue auf das Handy. Es läuft Spanish Key.

Ich trage eine Sonnenbrille und gehe also durch spanische Straßen. In New Orleans sind die Friedhöfe überirdisch. Im Mississippi River schwimmen keine Dampfschiffe mehr. Das Café du Monde ist zu voll. Das kommt mir bekannt vor.
Ich lese in einer Kirche. Die Kirche ist groß. Das Mikrofon macht Faxen und die Klimaanlage läuft zur besten Zeit. Dann stellen wir uns einen rein. Auch das kommt mir bekannt vor.

Ich habe nichts verloren, trotzdem kriege ich Kopfschmerzen. Nichts wird gesucht, und nichts kann gefunden werden. Trotzdem streikt der Magen. Zu Mittag frühstücke ich gar nichts. Im Park steht noch immer der Präsident auf einem Pferd. Ich kaufe mir einen Kaffee und habe also Kopfschmerzen und schwere Beine.

Das Abendessen wird geliefert. Die Oliven schmecken mir gut. Ich schaue mir einen Mann an, die Augen haben damit wenig zu tun, ich meine, er erscheint mir in meinem Kopf. Der Mann trägt einen Namen K oder C. Der Mann trägt eine weiße Hose und Cowboyschuhe. Ich glaube, auch ein weißes Hemd. Ich vermisse einen karierten Mann. Ich vermisse die Erinnerung und die roten Steine. Gigantische Steine, und sie sehen aus wie Elefanten. 

Ich will zurück. Ich versuche, mich zu trösten. Es läuft Sanctuary. Die Wolkendecke ist sehr dick und es geht ein schneller Wind. Ich trage eine Sonnenbrille und die Kapuze über dem Kopf. Wie war das? Ich suche also nichts und finde also nichts. Die Alligatoren von New Orleans werde ich wohl niemals sehen.
Die in diesem Text geäußerten Ansichten sind ausschließlich die des Autors und spiegeln nicht notwendigerweise die Meinung oder Position des Goethe-Instituts wider.