Oma Trude Den Wasserfußabdruck verringern – wie geht das?

Immer weniger Regentage und ein richtig heißer Juni: Oma Trude macht sich Gedanken um ihren Wasserverbrauch – den direkten und den indirekten. Eines ist klar: Wir alle können den Wasserkreislauf und die Umwelt schonen. Oma Trude hat passende Tipps.

Von Oma Trude

Pflanzen lieben Regenwasser Pflanzen lieben Regenwasser | © Illustration (Detail): Celine Buldun
Ihr Lieben,
 
endlich Sommer! Ihr wisst schon längst: meine allerliebste Jahreszeit! Und zwar nicht erst seit Strada del Sole von Reinhard Fendrich. Ich liebe dieses Lied! Es hebt vor allem im Moment meine Laune, wo die Reiselust von der Corona-Pandemie immer noch ausgebremst wird. Aber jammern ist ja nicht mein Stil, es geht mir gut, und meine Familie sehe ich auch wieder recht häufig. 

Für meine Pflanzen nur das Beste 

Weil es der heißeste Juni seit Beginn der Wetteraufzeichnung in Deutschland war, mache ich mir Gedanken über meinen Wasserverbrauch, über den meiner Pflanzen und über meinen Energieverbrauch. Ich gieße meine grünen Lieblinge schon immer mit Regenwasser, weil das für sie viel besser ist. Letztens habe ich sogar noch eine zweite Tonne zum Auffangen des Regens aufgestellt. Schließlich gibt es deutlich weniger Regentage, da darf kein kostbares Nass verlorengehen. Das könnt Ihr übrigens auch auf Euren Balkonen versuchen – mit kleineren Gefäßen. Eure Pflanzen werden es lieben! 

Sparen und Wasserqualität bewahren

Früher hieß es immer „Wasser sparen“. Ich dachte, das läge daran, dass wir prinzipiell sparsam leben mussten. Heute weiß ich: Da steckt mehr dahinter! Natürlich kostet Wasser Geld, und je geringer der Verbrauch, desto niedriger die Rechnung. Aber wie sagt meine Enkelin Viola immer so schön: „Oma, das sind doch nur Peanuts.“ Bei Wasser hat sie recht, es ist gar nicht so teuer, wie man meinen könnte. Für einen Cent bekommt man fünf Liter. Und da wir Deutschen am Tag im Schnitt 123 Liter Wasser verbrauchen, kostet uns das rund 25 Cent am Tag, also um die 90 Euro pro Person im Jahr.
 
Wichtiger als kaltes Wasser zu sparen ist übrigens, mit warmem Wasser sorgsam umzugehen. Das spart Energie, reduziert Treibhausgasemissionen und schont die Haushaltskasse.
 
Ich habe gelesen, dass in den vergangenen 30 Jahren der Wasserverbrauch der Deutschen im Haushalt um 20 bis 25 Liter am Tag gesunken ist. Das ist doch schon einmal ein toller Erfolg. Der aber doch nicht ausreicht, um den lebenswichtigen Wasserkreislauf aufrechtzuerhalten. Denn leider fließt unser häusliches Abwasser und das der Industrie teilweise extrem verunreinigt in den Kreislauf zurück. Und je mehr Wasser verunreinigt ist, desto mehr Energie braucht man, um es wieder zu reinem Trinkwasser zu machen. Wir sollten daher unbedingt umsichtig mit Wasser umgehen und darauf achten, was wir in den Ausguss kippen. Das ist auf jeden Fall nachhaltiger, als den einen oder anderen Liter zu sparen.
 

Das kommt mir nicht in den Ausguss

 
Dinge, die wir nicht oder höchstens in Maßen in den Ausguss geben sollten, weil sie dem Abwasser extrem schaden:

WC-Steine und Wasserkastenzusätze
Braucht kein Mensch! In meinem Haushalt gab es so etwas noch nie und ich bin immer gut damit gefahren.
WC-Reiniger
Ich habe den Tipp für Euch, im Internet nach hausgemachtem WC-Reiniger zu suchen, genau mit diesen Stichworten. Um einen dickflüssigen Reiniger zu bekommen, muss man zwar ein bisschen Zeit investieren, aber die haben unser Planet und unsere Umwelt doch verdient!
Abflussreiniger
Einen mit Haaren verstopften Abfluss bekommt mein Enkel Michi angeblich immer mit ein paar Flaschen Cola wieder frei. Das soll weniger schädlich als die aggressiven Rohrreiniger sein.
Farben, Lacke, Verdünner und Medikamente
Sonnenklar: Diese haben im Ausguss gar nichts zu suchen. 

Gefährlich hoher Wasserfußabdruck

Habt Ihr gewusst, dass jedem einzelnen von uns auch der Wasserverbrauch angelastet werden kann, der bei der Herstellung von Produkten des täglichen Gebrauchs entsteht? Man spricht dann von „virtuellem Wasser“. Und was da an Verbrauchszahlen bekannt ist, stimmt mich schon traurig. Indirekt soll ich am Tag 4.000 Liter Wasser verbrauchen? Um Himmels willen, wie kann das sein? Wenn ich für meine Urenkel ein Kilo Bananen kaufe, brauche ich indirekt 860 Liter Wasser! Wenn ich ein Kilo Käse kaufe, liegt mein Verbrauch bei 10.000 Litern Wasser – die Milch liefernde Kuh mit in die Rechnung eingezogen. Das ist doch erschreckend!
 
Noch viel höher als bei Lebensmitteln sind die Zahlen im Bereich der Gebrauchsgüter. Bis ein Auto hergestellt ist, werden 400.000 Liter Wasser gebraucht. Eine Jeans schlägt mit 11.000 Litern und ein T-Shirt aus Baumwolle mit 2.400 Litern Wasser zu Buche. Seit ich das weiß, steht für mich fest: Ich werde weniger Kleidung oder noch mehr im Second Hand-Laden kaufen sowie an Kleiderbörsen teilnehmen. Zum Glück liegt das im Trend!
 
Was mir gefällt: Regionale Lebensmittel kommen mit einem geringeren Wasserfußabdruck aus. Ein Kilo Kartoffeln von Georg, dem Bauern von nebenan, haben im Schnitt 120 Liter Wasser verbraucht – das meiste kam durch Regen. Meine Devise lautet ja schon längst „regional und saisonal“. Und wenn wir biologische Lebensmittel kaufen, schonen wir das Grundwasser. Denn Düngemittel, auch der natürliche Odel, und Pestizide belasten es sehr.
 
Habe ich Euch heute ein wenig zum Nachdenken gebracht? Das war tatsächlich meine Absicht, und: Macht was draus!

Eine schöne Sommerzeit, bleibt gesund!
Eure Trude