„Es gibt auch heute noch unendlich viel zu entdecken!“ Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zur Themensaison Humboldt y las Americas

Warum ist Alexander von Humboldt der Namenspatron unzähliger wissenschaftlicher und kultureller Initiativen, von Städten, Tieren und geologischen Formationen - ja selbst von Asteroiden und eines Mondmeeres?

Der Forscher und Weltreisende gilt vielen immer noch als Vorbild und Ideal des Bildungsreisenden. Er war die Neugier in Person. Er knüpfte unentwegt Kontakte zu anderen Gelehrten seiner Zeit und suchte stets den Austausch in seinem Bestreben, dem Zusammenwirken von Natur und Gesellschaft nachzuspüren. Wer das große Ganze verstehen will, wie Humboldt es versuchte, muss sich aus dem wissenschaftlichen Schneckenhaus seiner Disziplin hinaustrauen.

Humboldts berühmte Erkenntnis, dass "alles mit allem zusammenhängt", ist heute aktueller denn je, denn will die Forschung einen Beitrag zu den großen Herausforderungen unserer Zeit leisten, wie etwa dem Klimawandel, kommt sie ohne transdisziplinäre Vernetzung, innovatives Denken, aber auch eine gute Portion wissenschaftliche Neugier nicht aus.

Den sprichwörtlichen Blick über den Tellerrand sollte nicht nur die Wissenschaft wagen, sondern jede und jeder einzelne in der Begegnung und dem Austausch mit anderen Kulturen. Wenn wir in diesem Jahr den 250. Geburtstag Alexander von Humboldts mit Ausstellungen, Symposien, Game-Jams, Festivals oder Schülerworkshops in vielen Ländern Lateinamerikas feiern, dann im Geiste von Offenheit und Toleranz - ganz im Sinne Humboldts also.

Die Humboldt-Saison gibt uns die Gelegenheit, neue Perspektiven auf seine Reise nach Lateinamerika zu Beginn des 19. Jahrhunderts zu entwickeln. Gleichzeitig ist sie Ausgangspunkt für Innovation, künstlerische Reflexion, wissenschaftlichen Austausch und kulturelle Begegnung. Meine besten Wünsche begleiten alle, die sich hierfür engagieren und sich von Alexander von Humboldt inspirieren lassen.