Raphael Urweider

Raphael Urweider  and Samuel Wagan Watson (from left)

"Stationär“ (“Stationary”)
by Raphael Urweider
 
translated by Samuel  Wagan Watson



 Stationär Real-Audio 
 Stationary Real-Audio

Stationär

2
während hier nichts alt wird die früchte nicht
das sich selbst überlassene weggewischt wird

sitzen anderswo taufliegen auf einer nicht
mehr ganz frischen frucht als würden sie

einen planeten bewohnen und ich den planeten
so bewohnen können möchte wie sie die frucht

während mich hier leute nach der richtung
fragen wenn sie denn etwas fragen schaue ich

sie an wie sich selbst überlassene und entpuppe
mich ihnen als richtungskundig gebe ihnen

die richtung an während taufliegen anderswo
alt werden auf noch älteren früchten wechseln

hier die destinationen auf bildschirmen als wären
orte nur vorübergehend aber richtungen bleiben

die taufliegen verlassen vorübergehend die frucht
wie ich mich ihr nähere sie verlassen sie in alle

himmelsrichtungen so wie ich den planeten
verlassen können möchte vorübergehend

die leute scheinen nach meiner richtungsangabe
der ihren sicher zu sein und gehen zielstrebiger

an den auslagen mit frischen früchten vorbei
während sich anderswo eine ältere frucht wie

ein sich selbst überlassener planet bewohnen
läßt von wie spontan entstandenen taufliegen

die sich nicht zu entpuppen scheinen ich
weiß um die richtungen hier und werde nicht

alt werden wollen hier weiß um einige leute
die ihrer richtung nach mir nun sicher zu sein

scheinen es ist wohl nicht nur einfach einfach
nur einen planeten vorübergehend zu verlassen

oder nicht nur einfach nicht nur einfach nur zu
versuchen nur den bahnhof verstehen zu wollen

Stationary

2
while nothing grows old here
not even the fruit that is discarded,
wiped-away elsewhere
for fruit-flies to leap upon the failing freshness
as if they are inhabiting a planet,

I would like to inhabit a planet
as they do fruit

and people here ask me for directions,
but in asking, I look at them
as people who should be forced to rely upon themselves,

to give them directions is to reveal myself,
to give them directions is enabling fruit-flies elsewhere
to age older fruits,

as the destinations change here on the screens
it seems as if places themselves are only temporary,
but the directions remain the same,

fruit-flies will temorarily leave the fruit
in all manner of directions when I approuch the fruit
just as I would like to be able to temporarily
leave the planet,

after I have given them my directions
the people seem to be more certain of their direction
and go more purposefully
past displays of fresh fruit
as elsewhere, an older piece of fruit
is left to itself to be inhabited
as if fruit-flies are created spontaneously,
fruit-flies who do not seem to evovle from eggs,

I know the directions around here
and I would like to grow old here
knowing a few people after me now
seem to be sure of their own direction,

but it can’t be just that simple,
simple to leave a planet temporarily,
or not just simple,
not just easy,
just to only try
and want,
to understand the station.

    Goethe-Institut Australien Newsletter

    Subscribe to our newsletter!

    Eugen Ruge wins the German Book Prize 2011

    His novel “In Zeiten des abnehmenden Lichts” is an autobiographical story of an East German family and his incredible literary debut.