Februar 2012
Jeden Monat präsentieren wir eine deutsche Band oder eine/n deutsche/n Sänger/in auf unserer Homepage und in der HörBar in unserer Bibliothek.
Schiller
„Manchmal frage ich mich ernsthaft, woher die Kraft für all dies kommt. Die Kraft, die mich immer weitergehen lässt, die mich stetig nach 'dem Neuen' suchen lässt.“
Musiker, Produzent, Interpret moderner Elektronik - Schiller ist alles in einem, dabei extrem wandelbar und stets auf der Suche nach Neuem. Sein musikalisches Schaffen beeindruckt Künstler aus aller Welt, gleichermaßen seine Offenheit für neue musikalische Impulse.
Schiller wird 1970 als Christopher von Deylen in Visselhövede in der Lüneburger Heide geboren. Mit sieben Jahren bekommt er ein Klavier geschenkt. Sein Klavierlehrer ist neuer Musik gegenüber offen und kann sich für elektronische Musik begeistern. Diese Leidenschaft überträgt er auf seinen Schüler. Mit dem Sound von Tangerine Dream, Jean Michel Jarre und Kraftwerk wächst von Deylen auf. Im Jugendalter probiert er sich an musikalischen Neuformen, experimentiert mit Synthesizern und Sequenzern. Christopher von Deylen studiert Kulturwissenschaft und Musik. Während seines Studiums lernt er den Musikproduzenten Peter Meisel kennen, der ihn in die Hamburger Studio-Szene einführt. In den Tonstudios Boogie Park und Chateau du Pape sammelt er professionelle Studio-Erfahrungen.
Die Idee, sich nach dem deutschen Schriftsteller und Philosophen Schiller zu nennen, kommt 1998 spontan, nachdem er „Die Glocke“ gelesen hat. Er gibt daraufhin sich als Künstler und gleichzeitig seinem Kunstprojekt den Namen Schiller. Kurz danach veröffentlicht er seine erste Single, deren Titel an das Gedicht seines Namensgebers angelehnt ist: „Glockenspiel“.
Seine ersten musikalischen Erfolge feiert von Deylen mit verschiedenen Dance-Projekten, einer Remix-Version für ein Hörspiel sowie verschiedenen Cover-Versionen. 2001 gelingt Schiller dann der Durchbruch: das Album „Weltreise“ hält sich über vier Wochen auf Platz eins der deutschen Albumcharts. Es folgen sieben weitere Studioalben, die in 26 Ländern veröffentlicht werden. Seine Karriere in der Dance- und Elektroszene nimmt fortan seinen Lauf.
Eine Eingrenzung dessen, was Schiller musikalisch hervorbringt, in Kategorien ist nicht immer ganz einfach. Das Hauptmerkmal seiner Musik ist die Elektronik, der Rest variiert. Für seine Arbeit holt sich Schiller verschiedene Künstler mit ins Boot, ganz gleich ob Vertreter der Elektronik, der Pop- oder Rockmusik. Darüber hinaus steuert er die Titelmusik für Film- und Fernsehproduktionen bei und arbeitet mit Orchestern zusammen. Wer Schiller ein Allround-Talent nennt, trifft es auf den Punkt.
Zu seinen bekanntesten Alben gehören „Weltreise“, „Tag und Nacht“, „Sehnsucht“ und „Atemlos“, dazu kommen diverse Live-Alben. Die populärsten Single-Veröffentlichungen sind „Dream of you“ und „Feel you“ (beides mit Heppner), „Ruhe“, außerdem „Time for dreams“ (mit Lang Lang), „You“ (mit Colbie Caillat) und „Sehnsucht“ (mit Xavier Naidoo). Im Laufe seiner Karriere erhält Schiller fünf Goldene Schallplatten, zwei Platin-Platten sowie den Echo-Award 2002. Dazu kommen Auszeichnungen wie der DVD-Champion-Award für die beste Musik-DVD und der Opus-Award für das beste Sounddesign.
Sein Musikstil hat verschiedene Namen: Elektronik, Pop, Dance, moderne Tanzmusik. Von der Presse und den Fans wird Schillers Werk als „Global Pop“ verehrt. Die Besonderheit seiner Musik liegt in der Vermischung von Genres. Das Spielen mit Elementen aus allen erdenkbaren Bereichen der Musik macht Schillers Musik, seine „Klangwelt“, wie er sie selbst nennt, einzigartig. Wie man seinen Stil auch bezeichnen mag, auf alle Fälle ist es „Musik, die einen ganz tief im Inneren berührt“, wie bereits Mike Oldfield die Kompositionen von Deylens treffend beschreibt. Heute begeistert Schiller die Massen und füllt mit seinen Klängen große Konzerthallen auf der ganzen Welt, die nicht selten ausverkauft sind. Dabei versetzt er seine Zuhörer in den Sinnesrausch der Sphären, welche die moderne Elektronik-Musik zu bieten hat.
Der neuartige Stil und die Offenheit gegenüber neuen Formen der Musik verleihen Schiller weltweiten Bekanntheitsgrad und Erfolg. Auf der ganzen Welt ist er gefragt wie nur wenige aus seinem Metier. Auf Einladung des Goethe-Instituts in Kiew spielt Schiller in Weißrussland. Bundespräsident Johannes Rau lädt ihn ins Schloss Bellevue ein. Depeche Mode lassen den Künstler in Athen vor 25.000 Fans spielen. Zum 150. Todestag von Heinrich Heine tritt Schiller mit dem Deutschen Filmorchester Babelsberg auf. Es folgen Auftritte in Dubai und Moskau.
2010 wagt Schiller ein besonderes Musik-Experiment: an Bord des Forschungsschiffes „Polarstern“ in der Arktis will er sich als Mitglied der Tauchroboter-Crew für seine Musik Inspirationen holen. Schiller dazu: „Dieses Mal wird meine Musik vom Meer und der Wissenschaft durchflutet“. Das Ergebnis kann man auf dem Album „Atemlos“ hören.
Die Palette der Künstler, mit denen von Deylen zusammenarbeitet, ist vielfältig und öffnet eine neue Dimension für noch nie Dagewesenes. Die Spannweite reicht von bekannten Musikern wie Peter Heppner („Die Flut“), Xavier Naidoo („Alles kann besser werden“) über Sarah Brightman („Time To Say Goodbye“) bis zur Sopranistin Tarja Turunen (ehemals Nightwish). Auch die Zusammenarbeit mit Schauspielern wie Ben Becker und Anna Maria Mühe inspiriert Schiller für neue musikalische Höhepunkte. Für die Zukunft können wir also auf interessante Neuschöpfungen aus der Elektronik-Szene hoffen.
Diskographie:
Studio-Alben
• 1999: Zeitgeist
• 2001: Weltreise
• 2003: Leben
• 2005: Tag und Nacht
• 2008: Sehnsucht
• 2010: Atemlos
• 2010: Lichtblick
Live-Alben
• 2004: Live ErLeben
• 2006: Tagtraum
• 2008: Sehnsucht Live
• 2010: Atemlos Live
In unserer Bibliothek vorhanden:
• Sehnsucht (2008)
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Henriette Jur









