Die Spielwütigen

"Die
Spielwütigen" sind vier junge Schauspielschüler auf dem Weg zum
Traumberuf. Über einen Zeitraum von sieben Jahren begleiten wir sie vom
Vorsprechen an der Hochschule bis zu ihren ersten Engagements.
Stephanie,
Karina, Constanze und Prodromos, unsere vier Bewerber, bereiten sich
auf die Aufnahmeprüfung vor. Wir lernen sie in ihren Familien kennen,
die unterschiedlichsten Hintergründe, Motive und Zweifel.
Erst
nach monatelangem Auswahlprozedere und endlos zermürbendem Bangen fällt
die Entscheidung, wer es geschafft hat. Auf den euphorischen
Studienbeginn folgt bald harsche und provozierende Kritik: gnadenlos
wird von den Dozenten jede Unzulänglichkeit und Unfähigkeit gespiegelt,
die Unbedingtheit des Berufswunsches auf harte Proben gestellt. Wir
begleiten die Protagonisten bei ihrem Kampf, sich nicht zwischen hohen
Erwartungen und dem eigenen Können aufzureiben und zu verlieren.
Am
Ende steht die eigentliche Bewährungsprobe: der Sprung ins Berufsleben.
Plötzlich stellen sich alle Fragen neu: Was ist Erfolg? Und was ist der
Preis dafür? Was ist nach sieben Jahren aus den frühen Träumen und
Wünschen geworden?
Auf
der Berlinale 2004 wurde "Die Spielwütigen" mit dem
Panorama-Publikumspreis ausgezeichnet. Seit seinen Filmen "Die
Überlebenden" und "Black Box BRD" gilt Andres Veiel als ein sensibler
Beobachter. Auch "Die Spielwütigen" lebt wieder von der Intensität der
Porträts, die über einen Zeitraum von sieben Jahren (1996 – 2004)
entstanden, in denen der Regisseur Prodromos, Stephanie, Constanze und
Karina immer wieder traf. Aber die Authentizität der
Charakterisierungen ist dennoch auch kalkuliert gestaltet, die Szenen
gewählt.
Quellen:
Mmeansmovie - Filmmagazin Berlin
kino.de - Filmtipp
Während der aufwändigen Recherche (August 1996 bis Februar 1997)
forschte Veiel nicht nur nach schauspielerischem Talent, sondern auch
nach "Spielwut", nach dem persönlichen Hintergrund, nach Erfahrungen,
Motiven und selbstverständlich der Bereitschaft, sich vor der Kamera zu
öffnen und zu "zeigen". In dieser Phase kristallisierte sich heraus,
dass über die Wege der angehenden Schaupieler hinaus ihr
"Erwachsenwerden" den Film in seinem thematischen Kern tragen würde.
Über mehrere Monate besuchte Andres Veiel zunächst die "Eignungstests"
der HfS (Anforderung: zwei Rollenausschnitte, ein Lied, ein Gedicht).
Von 1.400 Bewerbern qualifizierten sich dabei 200 für die eigentliche
Aufnahmeprüfung. Aus dieser Runde kamen dann etwa 40 in die engere Wahl
für das Filmprojekt.
Um ihr jeweiliges Heimatumfeld
kennenzulernen, führte das weitere Casting (hauptsächlich auf VHS) quer
durch Deutschland, in die Schweiz, nach Österreich und Frankreich. Auf
dieser Grundlage konzentrierte sich die zweite große Recherchereise –
zu nun 20 ausgewählten Bewerbern – auf eine sehr persönliche
Annäherung. Gedreht wurde ab hier auf DigiBeta. Neun der 20 Kandidaten
bestanden die Aufnahmeprüfung im Februar 1997. Nach insgesamt 87
Drehtagen lagen etwa 250 Stunden Material vor. Das Produktionsbudget
von 1,5 Mio DM (766.938 EUR) mußte über lange Strecken
zwischenfinanziert werden. Die Bewilligung beziehungsweise Freigabe von
Fördermitteln erwies sich dabei als "verwaltungstechnisch" nicht
unkompliziert.









