Unterrichtsmodule Künste und Sprachen

© Photo Fred FurgolDer künstlerische Ausdruck zum Erlernen von Fremdsprachen
„Wer fremde Sprachen nicht kennt, weiß nichts von seiner eigenen.“ (Maximen und Reflexionen IV 237)
Johann Wolfgang von Goethe

Was verbindet Fremdsprachen und künstlerische Ausdrucksformen?

Sowohl Fremdsprachen als auch künstlerische Praxis sind Sprachformen, die aus den Erfahrungen und der Vorstellungskraft der Individuen hervorgehen. Sprachen ermöglichen es uns, auszudrücken was wir empfinden und was wir denken sowie unsere Absichten, unsere Träume, unsere Wünsche zu formulieren.. Sprache ist das, was uns mit anderen verbindet und uns erlaubt, eine gemeinsame Welt zu erschaffen. Sie ist demnach eng mit unseren Gefühlen verbunden.

Darüber hinaus fördern Fremdsprachen und Künste das kreative Denken. Künste wie Sprachen stellen einen wesentlichen Bestandteil der Kultur dar, in der sie entstehen.

Warum sollten die Künste in den Unterricht zweier Fremdsprachen eingeführt werden?

Weil sie die Möglichkeit bieten:

  • die emotionale Dimension, die mit dem Gebrauch und Erwerb jeder Sprache verbunden ist, besser zu berücksichtigen;

  • die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse, insbesondere der Neurowissenschaften, anzuwenden und Handlung, Sprachgebrauch, Motivation, Erinnerungsvermögen und Kreativität zu verknüpfen.

Tatsächlich geht es nicht nur darum, den Schülern die künstlerischen Ausdrucksformen des Landes oder der Länder näher zu bringen, deren Sprache sie lernen (Musik, Malerei, Film, Literatur, Theater, etc.), sondern auch darum, sie die Fremdsprachen durch kreative Übungen erleben zu lassen. Indem sie selbst handeln, entdecken die Schüler die Künste und die kulturellen Praktiken und Gegebenheiten in den Sprachen, die sie lernen.

Die künstlerische Praxis

  • motiviert die Schüler, da sie schöpferisch tätig werden und so der Sprache, die sie lernen, einen Sinn verleihen können;

  • erlaubt es, die im sensorischen Gedächtnis verankerten emotionalen Kompetenzen zu nutzen.

  • „unterstützt die Entwicklung eines Geistes, der in der Lage ist, den Bezugspunkt und die Perspektive zu wechseln. Aus der Sicht der Sprach- und Kulturbildung ist dies folglich auch eine Gelegenheit, die interkulturellen Beziehungen vorzubereiten.“ Joëlle Aden, Synergies Europe n°4-2009


© Photo Fred Furgol


Die Künste in den ‚classes bilangues‘ Englisch-Deutsch

Die englische und die deutsche Sprache haben gemeinsame Wurzeln, die sich im Wortschatz, in einigen Strukturen der Grammatik sowie manchmal in der Phonetik widerspiegeln. Sie haben jedoch beide jeweils ihre eigene Geschichte und ihre Besonderheiten, so wie jedes sprechende Wesen seine eigene Persönlichkeit hat, die durch das, was es im Laufe seines Lebens erlebt, geprägt wird.

  • Die Schüler werden sich im Handlungsprozess der Gemeinsamkeiten und Unterschiede der beiden Sprachen bewusst und können ihre eigenen Strategien für den Fremdsprachenerwerb entwickeln.

  • Die Lehrer haben die Möglichkeit, ihren Unterricht gemeinsam zu planen und zu entwickeln und zusammen auf der Grundlage authentischer Inhalte Unterrichtssequenzen auszuarbeiten.

Die Bewertung der zahlreichen künstlerischen Projekte, die in den Schulen ins Leben gerufen wurden, unterstreicht das große Interesse der Schüler, durch Handeln, durch Gestalten, durch das Nachvollziehen ihres eigenen Lernprozesses zu lernen. Motivierte Schüler sind Schüler, die aufblühen und die sich der Welt öffnen. Es ist daher unerlässlich, diese Dimension im Unterricht, insbesondere im Sprach- und Kulturunterricht zu berücksichtigen.

„Keine Wand trennt unsere Emotionen von unseren Gedankengängen, unseren Ideen, unserer Vorstellungskraft, den motorischen Befehlen unseres Gehirns, unseren Empfindungen, unseren Ängsten…“

Hélène Trocmé Fabre

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