Am 2. Januar 1867 wurde in Tiflis das Kaukasische Museum eröffnet. Gründer und langjähriger Direktor des Museums war Gustav Radde. In seiner Einführungsrede betonte der Wissenschaftler, dass die Idee zur Schaffung eines solchen Museums ursprünglich nicht von ihm stammte. Schon vor der Gründung des
Kaukasischen Museums hatte ein kleineres Museum bestanden, welches auf Initiative von Graf Wlad. Alexandrowitsch Sollogub in einer Sitzung der kaukasischen Zweigstelle der „Kaiserlich Geographischen Gesellschaft“ in Tiflis am 10. Mai 1852 ins Leben gerufen wurde. Damals beschloss man, ein geeignetes Gebäude zu suchen und eine Liste von Personen, die sich am Museum beteiligen sollten, zu erstellen. Der neu gegründete Ausschuss des Museums, unter Leitung seines Sekretärs Tokarev, regte zunächst die Gründung einer ethnographischen Abteilung an.
Schon im darauffolgenden Jahr erhielt das kleine Museum eine Reihe von Schenkungen. Bis 1856 entwickelte sich die Sammlung langsam aber beständig fort und konnte ab dem 5. Mai 1856 von der Öffentlichkeit bestaunt werden.
Einen starken Einschnitt erfuhr diese Entwicklung im Jahr 1857 durch das Ausscheiden des Grafen Sollogub und dem Tod Tokarev’s, dessen Nachfolger A. P. Bergé wurde.
Das allgemeine Interesse an dem Museum ebbte immer mehr ab. Im Mai 1861 löste sich das Direktorium auf und die Sammlungen wurden von diesem Zeitpunkt an nicht mehr gepflegt.
Im Jahr 1864 wurde G. Radde der Auftrag zu einer biologisch-geographischen Untersuchung der Kaukasusländer angetragen. Das
reiche botanische, zoologische und ethnographische Material, welches der Forscher von seinen Exkursionen mitgebracht hatte, verlangte nach Räumlichkeiten, wo es in angemessener Ordnung verwahrt werden konnte. Mit Hilfe Bergés und des Barons Nikolai nahm Radde aus diesen Gegebenheiter heraus die alte Idee der Gründung eines Museums wieder auf und erreichte, dass im Jahr 1865 ein Etat für das neu gegründete Kaukasische Museum vom Zaren bewilligt wurde.
Man mietete Räume in einem Privathaus, doch schon Mitte 1866 waren diese heillos überfüllt, sodass ein Neubau notwendig wurde. Hier beginnt die eigentliche Geschichte des Kaukasischen Museums, welches in dieser Form bis zur Oktoberrevolution Bestand hatte.






