Bischof Gert Hummel

In Bezug auf den Wiederaufbau der lutherischen Gemeinde in Georgien muß hier in erster Linie der am 15. März 2004 so plötzlich verstorbene Theologieprofessor und Bischof Gert Hummel genannt werden, der zusammen mit seiner Frau Christiane Hummel dafür einen unschätzbaren Beitrag geleistet hat.

Am 8.3.1933 wurde Gert Hummel in Sindelfingen bei Stuttgart im Schwabenland geboren. Nach dem Krieg betätigte er sich stark in der kirchlichen Jugendarbeit in Stuttgart und Württemberg. Diese Zeit prägte ihn sehr und gab ihm den Ausschlag von 1953 bis 1961 das Studium der evangelischen Theologie zu absolvieren, zunächst in Tuebingen, dann in Heidelberg und schließlich auch in Lund (Schweden). Außer in der Theologie machte er den Doktor auch in der Germanistik. Schließlich war er als Religionslehrer tätig, bis ihn einer seiner Hochschullehrer, Ulrich Mann, nach Saarbrücken holte, nachdem er sich in systematischer Theologie habilitiert hatte. Seit 1983 wirkte Gert Hummel als Professor an der Universität in Saarbrücken, an jener Universität, die mit der Universität in Tbilissi eine Partnerschaft pflegt. Professor Hummel engagierte sich sehr für den Studentenaustausch mit den osteuropäischen Ländern, fand in Georgien schnell Kontakt zu Deutschstämmigen und erfuhr von dem Schicksal der dortigen evangelisch-lutherischen Kirche. Zwei bis drei Mal im Jahr besuchte er Tbilissi, um Kooperationsverträge abzuschließen und den regen Austausch zwischen beiden Städten am Leben zu halten, bis der 65-jährige Professor nach seiner Pensionierung schließlich mit seiner Frau einen entscheidenden Entschluß fasste: Die evangelische Kirche in Georgien mit vereinten Kräften wieder zum Leben zu erwecken.