Arbeiten

Arbeiten – Häufige Fragen

Arbeitssuche

Muss ich Zeugnisse übersetzen?

Nicht immer. Wenn Sie in Deutschland an einer Hochschule studieren wollen, müssen Sie Zeugnisse in manchen Sprachen nicht übersetzen. Fragen Sie. Generell ist es gut, wichtige Dokumente auf Deutsch zu haben.

Wer darf meine Zeugnisse übersetzen?

Die Übersetzung muss eine offizielle Stelle machen. Die Botschaft/das Konsulat kann Ihnen helfen. Fragen Sie hier, wer übersetzen und beglaubigen darf. Privatpersonen dürfen nicht übersetzen und nicht beglaubigen. Übersetzer finden Sie beim Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer.

Kann ich meine Bewerbung auf Englisch schreiben?

Nur manchmal. Große internationale Firmen akzeptieren Bewerbungen auf Englisch. Die Mitarbeiter kommen aus vielen Ländern und die Arbeitssprache ist Englisch. Kleinere Firmen möchten die Bewerbung auf Deutsch. Wenn Sie Kundenkontakt haben oder zum Beispiel als Krankenschwester arbeiten, müssen Sie gut Deutsch sprechen.

Ich bekomme keine Antwort auf meine Bewerbung. Was mache ich?

Oft bekommt man keine Antwort. Rufen Sie nach einiger Zeit beim Arbeitgeber an und fragen Sie nach.

Brauche ich beglaubigte Kopien für eine Bewerbung?

Nur selten. Für die Bewerbung bei einer Firma genügen normale Kopien. Wenn Sie die Stelle bekommen, müssen Sie die Originale (oder die Übersetzungen) zeigen. Wenn Sie die Stelle nicht bekommen, schickt die Firma Ihre Unterlagen meistens an Sie zurück. Für die Bewerbung an einer Hochschule brauchen Sie manchmal beglaubigte Kopien.

Warum darf ich als Asylsuchender nicht sofort arbeiten?

In den ersten drei Monaten in Deutschland gilt für Flüchtlinge ein Arbeitsverbot. Die Frist richtet sich nach dem Datum der Registrierung in der Erstaufnahmeeinrichtung. Erst nach drei Monaten kann man sich für eine Arbeitsstelle bewerben. Aber nicht alle Flüchtlinge, die einen Asylantrag gestellt haben, dürfen arbeiten. Flüchtlinge aus sogenannten sicheren Herkunftsländern dürfen bis zum Ende des Asylverfahrens nicht arbeiten.

Mehr Informationen finden Sie auf den Seiten des BAMF:

Bundesamt für Migration und Flüchtlinge: FAQ: Zugang zum Arbeitsmarkt für geflüchtete Menschen

Arbeitsaufnahme

Brauche ich eine Krankenversicherung?

Ja. Sie müssen in Deutschland sogar eine Krankenversicherung haben. Sie sind krank? Dann zahlt die Krankenversicherung den Arztbesuch, das Krankenhaus und einen Teil der Medikamente. Sie sind länger als 6 Wochen krank und können nicht arbeiten? Dann zahlt der Arbeitgeber kein Gehalt/keinen Lohn mehr. Die Krankenversicherung zahlt dann auch einen Teil vom Gehalt/Lohn.

Muss ich Rentenversicherung zahlen?

Als Arbeitnehmer müssen Sie eine Rentenversicherung zahlen. Als Selbständiger können Sie eine Rentenversicherung haben, aber Sie müssen nicht. In manchen Berufen, zum Beispiel Hebamme oder Handwerker, muss man auch als Selbständiger eine Rentenversicherung haben.

Die Steuern sind sehr hoch. Wie kann ich weniger Steuern zahlen?

Die Steuern sind für alle gleich. Man berechnet sie nach dem Bruttogehalt. Am Ende vom Jahr können Sie eine Steuererklärung machen, dann bekommen Sie vielleicht Geld zurück.

Ich mag die neue Arbeit nicht. Was kann ich machen?

In der Probezeit können Sie relativ kurzfristig kündigen. Aber die Arbeitslosenversicherung zahlt Ihnen in den ersten drei Monaten nichts, wenn Sie Ihre Arbeit selbst kündigen.

Mein Arbeitsplatz

Ich muss mein Kind in den Kindergarten bringen. Kann ich später zur Arbeit kommen?

Nicht immer. Bei Gleitzeit geht es. Aber es darf nicht während der Kernarbeitszeit sein, also in der Zeit, in der sie am Arbeitsplatz sein müssen. Fragen Sie Ihren Arbeitgeber.

Wann habe ich Pause?

Das ist unterschiedlich. Meistens hat man eine halbe oder eine Stunde Pause am Tag, meistens mittags. Pausen werden nicht bezahlt.

Ich kann nicht so gut Deutsch. Kann ich Englisch in der Arbeit sprechen?

In großen internationalen Firmen geht das oft. Aber nicht in allen. Manche Arbeitgeber zahlen den Mitarbeitern einen Deutschkurs. Mit den Kollegen können Sie manchmal auch auf Englisch sprechen, aber nicht mit Kunden.

Ich habe ein Kind und kann nicht 40 Stunden pro Woche arbeiten. Was mache ich?

Viele Firmen bieten Teilzeit-Arbeit an. Sie arbeiten dann zwischen 20 und 30 Stunden pro Woche oder weniger. Fragen Sie nach.

Wann bekomme ich mein Gehalt oder meinen Lohn?

Das Gehalt/der Lohn wird einmal im Monat auf Ihr Konto überwiesen. Der Zeitpunkt ist unterschiedlich. Die meisten Firmen zahlen das Gehalt/der Lohn am Ende des Monats.

Haben Sie weitere Fragen? Dann kontaktieren Sie die Beraterinnen und Berater der Jugendmigrationsdienste.
das Zeugnis, die Zeugnisse: Ein Zeugnis ist ein Teil der Bewerbungsunterlagen, wenn Sie eine Arbeitsstelle suchen. Es gibt Arbeitszeugnisse: Darin steht etwas über Ihre letzte Arbeit. Und es gibt Schul- und Hochschulzeugnisse: Offizielle Dokumente von Ihrer Schule oder Hochschule. Zeugnisse aus Ihrem Heimatland müssen Sie übersetzen und beglaubigen lassen.
die Beglaubigung, beglaubigen: Eine offizielle Instanz prüft Dokumente und erklärt mit einem Stempel, dass sie echt sind.
die Bewerbung, die Bewerbungen: Sie möchten eine Arbeitsstelle in einer Firma bekommen? Dann müssen Sie eine Bewerbung schreiben: Das sind normalerweise ein Brief (das "Anschreiben"), ein Lebenslauf mit Foto und Ihre Zeugnisse. Der zweite Teil von einer Bewerbung ist das Vorstellungsgespräch: Eine Einladung beim Arbeitgeber, wenn die schriftliche Bewerbung gut war.
der Arbeitgeber, die Arbeitgeber: Das ist zum Beispiel eine Firma. Sie ist Arbeitgeber für die Angestellten. Auch der Staat ist ein Arbeitgeber, zum Beispiel für Lehrer oder Erzieher. Sie haben eine eigene Firma und arbeiten dort? Dann haben Sie keinen Arbeitgeber.
die Krankenversicherung, die Krankenversicherungen: Diese Versicherung muss man in Deutschland haben. Die Krankenversicherung zahlt meistens die Kosten für den Arzt, das Krankenhaus und für manche Medikamente. Bei Medikamenten muss man einen kleinen Teil selbst bezahlen. Wenn man sehr wenig verdient, kann man beim Ehepartner versichert werden. Die Kinder sind automatisch bei den Eltern versichert.
der Arbeitgeber, die Arbeitgeber: Das ist zum Beispiel eine Firma. Sie ist Arbeitgeber für die Angestellten. Auch der Staat ist ein Arbeitgeber, zum Beispiel für Lehrer oder Erzieher. Sie haben eine eigene Firma und arbeiten dort? Dann haben Sie keinen Arbeitgeber.
das Gehalt, die Gehälter: Das ist das Geld, das Sie als Angestellter mit einer festen Arbeitsstelle jeden Monat bekommen. Den Lohn bekommen Sie auch, wenn Sie krank sind oder Urlaub haben. Brutto ist der gesamte Lohn. Davon müssen Sie Steuern und Versicherungen zahlen. Der Rest ist netto.
der Lohn, die Löhne: Das ist das Geld, das Sie als Arbeiter mit einer festen Arbeitsstelle jeden Monat bekommen. Den Lohn bekommen Sie auch, wenn Sie krank sind oder Urlaub haben. Brutto ist der gesamte Lohn. Davon müssen Sie Steuern und Versicherungen zahlen. Der Rest ist netto.
die selbständige Arbeit: Man hat keinen Arbeitgeber, sondern ist sein eigener Chef.
der Arbeitnehmer, die Arbeitnehmer: Sie arbeiten für eine Firma und sind dort angestellt? Dann sind Sie der Arbeitnehmer oder die Arbeitnehmerin.
brutto: Wenn Sie eine Arbeitsstelle haben, ist brutto der gesamte Lohn/das gesamte Gehalt. Davon müssen Sie Steuern und Versicherungen zahlen. Der Rest ist netto.
die Probezeit: Bei einer neuen Arbeit hat man normalerweise eine Probezeit. In der Probezeit können Sie und Ihr Arbeitgeber schneller kündigen. In dieser Zeit beobachtet der Arbeitgeber Sie genauer. Er entscheidet, ob Sie nach der Probezeit weiter in der Firma arbeiten. Und Sie entscheiden, ob Sie diese Arbeit weitermachen wollen. Die Probezeit kann bis zu 6 Monate dauern.
die Arbeitslosenversicherung, die Arbeitslosenversicherungen: Wenn ein Arbeitnehmer arbeitslos wird, zahlt diese Versicherung ein Jahr lang einen Teil von seinem Gehalt/Lohn. Alle Arbeitnehmer haben automatisch eine Arbeitslosenversicherung. Sie teilen sich die Kosten mit dem Arbeitgeber.
die Botschaft, die Botschaften: Eine Botschaft ist wie ein Konsulat. Es ist die Vertretung eines Landes in einem anderen Land.
die Rentenversicherung, die Rentenversicherungen: In Deutschland arbeiten die Menschen normalerweise bis sie 67 Jahre alt sind. Danach sind sie in Rente. Bis zur Rente zahlen die Menschen jeden Monat einen Teil ihres Gehalts in die Rentenversicherung ein. In der Rente bekommen Sie jeden Monat einen Teil von ihrem früheren Gehalt aus der Rentenversicherung. Arbeitnehmer haben automatisch eine Rentenversicherung. Sie teilen sich die Kosten mit dem Arbeitgeber. Wenn man kein Arbeitnehmer ist, kann man eine private Rentenversicherung abschließen. Viele Menschen haben eine gesetzliche Rentenversicherung (vom Staat) und eine private Rentenversicherung.
der Flüchtling, die Flüchtlinge: Ein Flüchtling im rechtlichen Sinn ist jemand, der sich aus begründeter Furcht vor Verfolgung wegen seiner Rasse, Religion, Nationalität, politischer Überzeugung oder Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe außerhalb seines Herkunftslandes befindet, dessen Schutz er nicht in Anspruch nehmen kann oder will. Umgangssprachlich wird in Deutschland aber jeder Asylantragsteller Flüchtling genannt.
das Arbeitsverbot, die Arbeitsverbote: Arbeitsverbot heißt, dass man für eine bestimmte Zeit nicht arbeiten darf. Dies steht im Aufenthaltspapier (z.B. der Aufenthaltsgestattung oder Duldung).
registrieren, die Registrierung: In der Erstaufnahmeeinrichtung wird man zunächst registriert. Das bedeutet, dass die Personalien aufgenommen werden. Dann wird die sogenannte BüMA (Bescheinigung über die Meldung als Asylsuchender) ausgestellt. Dies ist kein Aufenthaltstitel, sollte aber dennoch immer mitgeführt und bei Kontrollen der Polizei gezeigt werden, weil sie beweist, dass man nicht illegal in Deutschland ist. Damit ist noch kein Asylantrag gestellt. Das passiert erst in der Außenstelle des BAMF.
die Erstaufnahmeeinrichtung, die Erstaufnahmeeinrichtungen: Jedes der 16 Bundesländer in Deutschland hat eine oder mehrere Erstaufnahmeeinrichtungen. Dort werden Menschen untergebracht und versorgt, die neu nach Deutschland gekommen sind und hier einen Asylantrag stellen möchten (außer minderjährige, unbegleitete Flüchtlinge). Diese Unterbringung ist nicht freiwillig. In den Erstaufnahmeeinrichtungen wird man zuerst registriert, das heißt, die Personalien werden aufgenommen. Dies ist aber noch nicht die Asylantragstellung.
der Asylantrag, die Asylanträge: Wenn man als Ausländer Schutz in Deutschland sucht, muss man einen Asylantrag stellen. Diesen Antrag kann man nur stellen, wenn man sich schon in Deutschland befindet. Der Asylantrag muss in einer Außenstelle des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) persönlich gestellt werden. Es werden einige Fragen gestellt, unter anderem zum Reiseweg. Über die Fluchtgründe wird dabei aber noch nicht gesprochen, dafür gibt es die Anhörung. Nach der Anhörung prüft das BAMF den Antrag und entscheidet dann, ob der Flüchtling anerkannt wird oder nicht. In Ausnahmefällen kann der Asylantrag auch schriftlich gestellt werden.
das sichere Herkunftsland, die sicheren Herkunftsländer: Menschen, die aus einem sogenannten sicheren Herkunftsland kommen, haben schlechte Chancen, in Deutschland als Asylbewerber anerkannt zu werden. Zu den sicheren Herkunftsländern gehören zurzeit die EU-Staaten, Bosnien und Herzegowina, Serbien, Mazedonien, Ghana, der Senegal, Marokko, Algerien und Tunesien.
das Asylverfahren, die Asylverfahren: Im Asylverfahren wird der Asylantrag geprüft. Das heißt, es wird bewertet, ob die Voraussetzungen für einen Aufenthaltsstatus vorliegen und ob der Antragsteller gegebenenfalls wieder zurück in das Herkunftsland reisen kann.