Integrationskurs

Integrationskurs – Häufige Fragen

Wie lange dauert der Integrationskurs?

Der Integrationskurs dauert normalerweise 700 Unterrichtsstunden:

Der Sprachkurs hat 600 Unterrichtsstunden. Meistens hat man 4 oder 5 Unterrichtsstunden pro Tag. Das Wochenende ist frei. Der Kurs dauert dann 6 bis 7 Monate. Es gibt aber auch intensivere Kurse, langsamere Kurse am Vormittag, am Nachmittag oder am Abend. Fragen Sie den Kursträger.

Der Orientierungskurs ist nach dem Sprachkurs und hat 100 Unterrichtsstunden. Auch hier hat man meistens 5 Unterrichtsstunden pro Tag. Der Kurs dauert dann 3 bis 4 Wochen. Es gibt auch hier intensivere Kurse, Kurse am Vormittag, am Nachmittag oder am Abend. Fragen Sie den Kursträger.

Zusatzinfo für Asylsuchende

Alle Informationen hierzu findet man im Text „Integrationskurs“.

Spezielle Integrationskurse (beispielsweise Jugendintegrationskurse oder Alphabetisierungskurse) haben einen Stundenumfang von insgesamt bis zu 945 Unterrichtseinheiten.

Informationen finden Sie beim BAMF:

Bundesamt für Migration und Flüchtlinge: Integrationskurse für Asylbewerber

Wie lange dauert ein Jugendintegrationskurs?

Er dauert 945 Unterrichtsstunden.

Der Sprachkurs hat 900 Unterrichtsstunden, der Orientierungskurs hat 45 Unterrichtsstunden.

Wo kann ich einen Integrationskurs machen?

Viele Sprachschulen bieten diese Kurse an. Suchen Sie Sprachschulen in Ihrer Nähe, rufen Sie dort an oder suchen Sie im Internet auf der Website des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF).

Ich will den Integrationskurs nicht machen. Muss ich ihn machen?

Ja, wenn Sie kein Deutsch können oder wenig. Dann müssen Sie den Integrationskurs machen. Das Ausländeramt kann Sie verpflichten, zu einem Kurs zu gehen.

Muss ich den Orientierungskurs machen?

Ja. Er ist ein Teil vom Integrationskurs. Außerdem brauchen Sie die Informationen aus dem Kurs für die Prüfung am Ende. Das ist eine andere Prüfung als der Deutschtest für Zuwanderer.

Muss ich die Abschlussprüfung machen?

Wenn Sie den Integrationskurs machen müssen, müssen Sie auch die Prüfung am Ende machen. Aber auch für alle anderen ist die Prüfung wichtig, denn Sie bekommen ein Zertifikat. Viele Arbeitgeber wollen das sehen. Es hilft bei der Arbeitssuche und bei Vorstellungsgesprächen.

Zusatzinfo für Asylsuchende

Alle Informationen hierzu findet man im Text „Integrationskurs“.

Nach insgesamt mindestens 660 Stunden (in Spezialkursen kann die Stundenzahl abweichen) endet der Integrationskurs mit der Abschlussprüfung „Deutsch-Test für Zuwanderer“ sowie der Abschlussprüfung "Leben in Deutschland".

Genaue Informationen finden Sie beim BAMF: Bundesamt für Migration und Flüchtlinge: Integrationskurse

Ich kann nicht zum Kurs gehen, zum Beispiel weil ich krank bin oder mein Kind krank ist. Was mache ich?

Rufen Sie in der Sprachschule an und entschuldigen Sie sich. Gehen Sie zu einem Arzt und lassen Sie sich ein Attest für sich oder Ihr Kind geben. Ohne ein Attest vom Arzt dürfen Sie nur für 3 Tage zu Hause bleiben. Sie haben einen Termin bei einer Behörde? Auch dann müssen Sie sich entschuldigen. Lassen Sie sich eine Bestätigung von der Behörde geben.

Kann ich den Kursträger wechseln?

Ja, aber nicht jederzeit. Ein Integrationskurs besteht aus 6 Teilen mit je 100 Unterrichtsstunden. Nach einem Teil können Sie wechseln, zum Beispiel nach 100 oder 200 Stunden. Fragen Sie, wann ein Teil in der neuen Sprachschule startet. So müssen Sie keine lange Pause machen.

Was brauche ich für den Kurs?

Sie müssen Stifte, Papier, einen Ordner und ein Lehrbuch kaufen. Vielleicht möchten Sie auch noch ein Wörterbuch kaufen. Die Details erklärt Ihnen der Kursträger vor Beginn des Kurses.

Kann ich eine Pause machen?

Generell ja. Aber sprechen Sie mit dem Ausländeramt und dem Kursträger. Es gibt gute Zeiten für eine Pause. Ein Kurs besteht aus 6 Teilen mit je 100 Unterrichtsstunden. Nach einem Teil können Sie Pause machen, zum Beispiel nach 100 oder 200 Stunden. Sie können dann den nächsten Teil machen, aber in einem anderen Kurs. Manche Kurse haben auch Ferien.

Warum haben nicht alle Asylsuchenden einen Anspruch auf einen Integrationskurs?

Das Aufenthaltsgesetz regelt, ob ein Migrant am Integrationskurs teilnehmen darf oder sogar dazu verpflichtet werden kann (§§ 44 und 44a des AufenthG, § 11 Abs. 1 FreizügG EU und § 9 Abs. 1 BVFG). Dabei unterscheidet der Gesetzgeber zwischen Ausländern, Bürgern der Europäischen Union, Spätaussiedlern und deutschen Staatsangehörigen.

Ein Integrationskurs steht nur Asylbewerbern und Asylsuchenden zu, die eine gute Bleibeperspektive haben.

Eine gute Bleibeperspektive haben Asylbewerber mit einer Aufenthaltsgestattung, einer Duldung oder einer Aufenthaltserlaubnis. Wichtige Informationen über die verschiedenen Bedingungen finden Sie beim BAMF:

Bundesamt für Migration und Flüchtlinge: FAQ: Integrationskurse für Asylbewerber


Haben Sie weitere Fragen? Dann kontaktieren Sie die Beraterinnen und Berater der Jugendmigrationsdienste.
die Unterrichtsstunde, die Unterrichtsstunden: Eine Unterrichtsstunde im Integrationskurs dauert 45 Minuten.
der Kursträger, die Kursträger: Das sind Sprachschulen, die Integrationskurse machen. Sie können Informationen von der Sprachschule bekommen oder im Internet.
der Deutschtest für Zuwanderer: der Deutschtest für Zuwanderer: Das ist die Abschlussprüfung im Integrationskurs. Sie machen die Prüfung am Ende vom Integrationskurs. Sie können dann Deutsch auf dem Niveau A2 oder B1.
der Arbeitgeber, die Arbeitgeber: Das ist zum Beispiel eine Firma. Sie ist Arbeitgeber für die Angestellten. Auch der Staat ist ein Arbeitgeber, zum Beispiel für Lehrer oder Erzieher. Sie haben eine eigene Firma und arbeiten dort? Dann haben Sie keinen Arbeitgeber.
das Vorstellungsgespräch, die Vorstellungsgespräche: Sie haben sich auf eine Stelle beworben? Der Arbeitgeber findet Ihre Bewerbung interessant? Dann möchte er Sie kennenlernen und mehr über Sie wissen: Er lädt Sie zu einem Gespräch ein. Das ist das Vorstellungsgespräch. Allgemeine Informationen über ein Vorstellungsgespräch bekommen Sie in der Arbeitsagentur/beim Job-Center.
der Attest, die Atteste: Sie sind krank und können nicht arbeiten? Dann brauchen Sie meistens ein Attest für den Arbeitgeber. Das ist ein Stück Papier vom Arzt. Darauf steht, dass Sie krank sind und nicht arbieten können. Auch Kinder brauchen manchmal ein Attest für die Schule.
das Ausländeramt, die Ausländerämter: Auch Ausländerbehörde. Hier gehen Sie hin, wenn Sie neu in Deutschland sind. Aber auch, wenn Ihr Visum bald endet und Sie eine Verlängerung brauchen. Im Rathaus in Ihrer Stadt kann man Ihnen sagen, wo das Ausländeramt ist.
die Abschlussprüfung, die Abschlussprüfungen: Das ist eine Prüfung oder ein Test am Ende von einem Kurs oder einer Ausbildung. Am Ende vom Integrationskurs gibt es den „Deutschtest für Zuwanderer“. Die Teilnehmer im Integrationskurs müssen diese Abschlussprüfung machen. Weitere Informationen finden Sie beim BAMF.
die EU, die Europäische Union: Die EU ist eine wirtschaftliche und politische Partnerschaft zwischen Staaten in Europa. Im Moment sind das 27 Staaten. Diese Staaten haben gemeinsame Prinzipien, wie Freiheit, Gleichheit, Demokratie. Und sie haben einen gemeinsamen Markt für ihre Waren und Arbeitskräfte. Ein Bürger eines EU-Staates kann in jedem anderen EU-Staat leben und arbeiten. 17 EU-Staaten haben auch eine gemeinsame Währung, den Euro (€).
der Asylbewerber, die Asylbewerber: Ein Asylbewerber ist jemand, der einen Asylantrag gestellt hat.
die Aufenthaltsgestattung, die Aufenthaltsgestattungen: Die Aufenthaltsgestattung bescheinigt dem Antragsteller, dass er sich für die Dauer des Asylverfahrens legal in Deutschland aufhält. Die Aufenthaltsgestattung ist kein Aufenthaltstitel und keine Aufenthaltserlaubnis. Es gibt im Vergleich dazu Einschränkungen.
die Duldung, die Duldungen: Die Duldung ist eine Bescheinigung darüber, dass ein Flüchtling kein Aufenthaltsrecht bekommen hat, aber vorerst nicht abgeschoben werden kann. Eine Duldung bekommt man, wenn man Deutschland eigentlich verlassen muss, aber bestimmte Gründe vorerst dagegen sprechen. Das passiert zum Beispiel, wenn der Pass fehlt, wenn man krank ist oder wenn man in ein Kriegsgebiet zurückreisen muss. Die Abschiebung kann dann zu einem späteren Zeitpunkt vollzogen werden, wenn die Gründe für die Duldung wegfallen.
die Aufenthaltserlaubnis, die Aufenthaltserlaubnisse: Mit einer Aufenthaltserlaubnis dürfen Antragsteller für eine bestimmte Zeit in Deutschland bleiben. Je nachdem welcher Schutzstatus dem Antragsteller anerkannt wurde, unterscheidet sich dabei die zeitliche Gültigkeit der Aufenthaltserlaubnis. Eine Aufenthaltserlaubnis bekommt man zum Beispiel, wenn man eine Anerkennung als Asylberechtigter erhält oder die Flüchtlingseigenschaft zugesprochen wurde. Diese gilt dann für drei Jahre. Als subsidiär Schutzberechtigter erhält man eine Aufenthaltserlaubnis für zunächst ein Jahr. Dies gilt auch, wenn ein Abschiebungsverbot festgestellt wurde. Mit einer Aufenthaltserlaubnis hat man verschiedene Rechte und Pflichten.