Schule und Ausbildung

Schule und Ausbildung – Häufige Fragen

Frühe Förderung

Wann muss ich mein Kind im Kindergarten/in der Kita anmelden?

So früh wie möglich. In manchen Städten gibt es nicht genug Plätze. Dann muss man sich schon kurz nach der Geburt um die Anmeldung kümmern.

Zusatzinfo für Asylsuchende

Jedes Flüchtlingskind hat ab dem ersten Lebensjahr denselben Anspruch auf einen Kitaplatz wie alle Kinder in Deutschland. Der Anspruch gilt, sobald man die Erstaufnahmeeinrichtung verlassen hat und einer Kommune zugewiesen wurde.

Wie kann ich einen Kindergartenplatz für mein Kind bekommen?

In fast jedem Ort gibt es einen Kindergarten. Das Jugendamt hat Listen mit allen Kindergärten in der Nähe. Rufen Sie im Kindergarten an und fragen Sie nach freien Plätzen. Melden Sie Ihr Kind rechtzeitig an. Sie müssen ein Formular ausfüllen und können sich den Kindergarten anschauen. Suchen Sie sich mindestens eine Alternative. Es kann sein, dass Sie im ersten Kindergarten keinen Platz bekommen.

Mein Kind ist erst 2 Jahre alt. Kann es in den Kindergarten gehen?

In manchen Kindergärten ja. Aber am Anfang nur für ein paar Stunden in der Woche. Ihr Kind kann sich an die neue Umgebung gewöhnen. So ist es leichter, wenn es später länger im Kindergarten ist. Später kann Ihr Kind dann einen ganzen Platz bekommen. Es kann auch in eine Kinderkrippe.

Mein Kind kann kein Deutsch sprechen. Kann es in den Kindergarten gehen?

Ja, das ist kein Problem. Kinder lernen die Sprache schnell. Spielen kann man oft auch ohne Worte. Wichtig ist der Kontakt zu anderen Kindern und zu der neuen Sprache.

Kann mein Kind im Kindergarten Sport machen?

Es gibt kein Sporttraining. Aber viele Kindergärten machen sportliche Spiele mit den Kindern. Meistens geht man mit den Kindern auch spazieren. Oder es gibt einen großen Spielplatz draußen. Die Kinder können sich also viel bewegen.

Wie viele Erzieher gibt es?

Normalerweise betreuen 2 Erzieherinnen/Erzieher ca. 20 Kinder.

Bekommt mein Kind etwas zu essen?

Nicht in jedem Kindergarten gibt es Essen für die Kinder. Dann muss Ihr Kind etwas zum Essen mitbringen. Kitas haben aber meistens ein warmes Mittagessen. Fragen Sie am besten bei der Anmeldung im Kindergarten.

Schulsystem

Muss ich mein Kind an einer Schule anmelden?

Kinder in Deutschland müssen zur Schule gehen. Auch Kinder mit ungeklärtem Aufenthaltsstatus sind in manchen Bundesländern schulpflichtig. Sie müssen Ihr Kind normalerweise mehrere Monate vor Schulbeginn anmelden. In Deutschland müssen Kinder bis zum 9. oder in manchen Bundesländern bis zum 10. Schuljahr in die Schule gehen.

Wann muss mein Kind in die Schule gehen?

Kinder gehen ab einem Alter von 6 oder 7 Jahren in die Schule. Kleine Kinder haben meistens keine Probleme mit der neuen Sprache. Wenn Kinder noch nicht gut Deutsch sprechen, gibt es oft in der Schule ein zusätzliches Angebot zum Deutschlernen.

Kann ich meine Kinder zu Hause unterrichten?

Normalerweise nicht.

Wie lange ist ein Schultag?

Der Unterricht beginnt zwischen 7:30 Uhr und 8:00 Uhr am Morgen. In der Grundschule endet er um 11 oder 12 Uhr. In den anderen Schulen dauert der Unterricht meistens bis 13 Uhr, manchmal auch länger. Es gibt auch Ganztagsschulen, dort dauert der Unterricht bis etwa 16:00 Uhr. Oft können die Kinder dann in der Schule ihre Hausaufgaben machen und bekommen ein Essen. Das ist gut, wenn Sie arbeiten müssen. Das gibt es für alle Schularten.

Mein Kind möchte studieren. Auf welche Schule muss es gehen?

Am besten auf das Gymnasium. Hier kann man das Abitur direkt machen. Aber Ihr Kind kann auch nach einem anderen Schulabschluss das Abitur nachholen oder auf das Gymnasium wechseln.

Zusatzinfo für Asylsuchende

Wenden Sie sich an Ihr zuständiges Einwohnermeldeamt. Ihr Ansprechpartner nimmt Kontakt mit einer passenden Schule auf.

Kinder und Jugendliche, die kein Deutsch sprechen, kommen am Anfang in eigene Klassen, die sogenannten Übergangsklassen. Nicht jedes Gymnasium bietet solche Übergangsklassen an. Dann müssen die Kinder eventuell zunächst auf eine andere Schule gehen.

Wer schon 16 Jahre alt oder älter ist, kommt normalerweise auf eine Berufsschule.

Mehr Informationen zum deutschen Schulsystem finden Sie beim BAMF:

Bundesamt für Migration und Flüchtlinge: Schulsystem

Wir sind neu in Deutschland und mein Kind kann kein Deutsch. Kann es auf eine deutsche Schule gehen?

Ja. Kleine Kinder lernen die Sprache schnell. Für größere Kinder gibt es Übergangsklassen oder besondere Angebote in der Schule zum Deutschlernen.

Kann ich eine Schule aussuchen?

Nicht immer. Grundschulen gibt es auch in kleineren Orten. Ihr Kind muss dann auch dort zur Schule gehen. Weiterführende Schulen gibt es nicht überall. Dann ist es wichtig, eine passende Schule in der Nähe zu finden.

Zusatzinfo für Asylsuchende

Bei der Suche einer passenden Schule ist das Einwohnermeldeamt für Sie verantwortlich. Ihr Ansprechpartner nimmt Kontakt mit einer passenden Schule auf. Danach lernen Sie die Schule und die Lehrer kennen.

Kann mein Kind mit dem Schulbus zur Schule fahren?

Einen Schulbus gibt es meistens nur, wenn die Schule in einem anderen Ort ist. In der Stadt müssen die Kinder mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Schule fahren, zum Beispiel mit dem Bus oder mit der U-Bahn. Oft ist die Schule auch in der Nähe und Ihr Kind kann zu Fuß gehen.

Mein Kind braucht Nachhilfe. An wen kann ich mich wenden?

Wenden Sie sich zuerst an die Schule oder an die (Klassen-)Lehrer. Dort kann Ihnen eventuell eine Nachhilfe vermittelt werden. Meistens wird pro Stunde für die Nachhilfe ein bestimmter Betrag verlangt.

Es gibt aber auch ehrenamtliche Nachhilfe. Hierfür wenden Sie sich an die Migrationsberatung. Diese finden Sie in der Rubrik „Hilfe finden“ unter „Wichtige Adressen: Beratung, Behörden und Deutschkurse“.

Studium und Ausbildung

Wo kann ich eine Ausbildung machen?

Viele Firmen bilden aus. Überlegen Sie, was Sie später machen wollen. Suchen Sie dann Ihren Ausbildungsplatz. Wenn Sie nicht sicher sind, machen Sie vor Beginn der Ausbildung ein Praktikum.

Zusatzinfo für Asylsuchende

In Deutschland sucht man im Moment viele Arbeitskräfte im Handwerk oder in einigen Fachberufen wie zum Beispiel Krankenpfleger. Informationen finden Sie auf dieser Webseite:

Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Bundesagentur für Arbeit: Make it Germany – gefragte Berufe in Deutschland

Wann kann ich eine Ausbildung machen?

Meistens fängt eine Ausbildung im August oder September an. Suchen Sie also rechtzeitig einen Ausbildungsplatz.

Muss ich in die Berufsschule gehen?

Ja, das gehört zur Ausbildung. Wenn Sie die Berufsschule nicht regelmäßig besuchen, können Sie Ihre Ausbildung nicht abschließen.

Gibt es finanzielle Hilfe für das Studium?

Viele Studenten können BAföG beantragen. Man leiht Ihnen Geld wie bei einem Kredit. Nach dem Studium müssen Sie das Geld zurückzahlen, aber ohne Zinsen. Und es gibt auch den Bildungskredit. Informationen zum BAföG und zum Bildungskredit finden Sie beim Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Wie kann ich meine Abschlüsse anerkennen lassen?

In Deutschland darf man in vielen Berufen (zum Beispiel als Arzt oder Lehrer) nur mit einer bestimmten Qualifikation arbeiten. Sie haben eine abgeschlossene Berufsausbildung oder ein abgeschlossenes Studium? Dann müssen Ihre Dokumente zur Anerkennung geprüft werden. Werden Ihre Dokumente in Deutschland anerkannt, erhalten Sie einfacher eine Arbeitserlaubnis.

Sie brauchen Hilfe bei der Anerkennung von Abschlüssen? Dann wenden Sie sich an das Informationsportal „Anerkennung in Deutschland“. Dort gibt es eine Hotline, die Sie anrufen können: +49 30-1815-1111

Wie kann ich mich als Asylsuchender für ein Praktikum bewerben?

Ansprechpartner ist die Agentur für Arbeit. Asylbewerber und geduldete Personen dürfen grundsätzlich nur dann eine Beschäftigung aufnehmen, wenn die Ausländerbehörde dies genehmigt und in der Bescheinigung über die Aufenthaltsgestattung bzw. Duldung vermerkt hat. Vor Beginn einer Beschäftigung müssen Asylbewerber und geduldete Personen deshalb die Erlaubnis der Ausländerbehörde beantragen. In der Regel muss die Ausländerbehörde zu einer Beschäftigung die Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit einholen. In den ersten drei Monaten in Deutschland gilt für Flüchtlinge ein Arbeitsverbot.

Hier finden Sie mehr Informationen zu Praktika:

IQ Netzwerk Nordrhein-Westfalen: Praktikumsdatenbank Integrationsbetrieb, Handwerk

Bundesagentur für Arbeit: „Praktika“ und betriebliche Tätigkeiten für Asylbewerber und geduldete Personen

Haben Sie weitere Fragen? Dann kontaktieren Sie die Beraterinnen und Berater der Jugendmigrationsdienste.
der Kindergarten, die Kindergärten: Die Kinder sind zusammen mit anderen Kindern in einer Gruppe. Es gibt Kinder von 3 bis 6 Jahren im Kindergarten. Die Kinder lernen etwas von den älteren Kindern und von den Erzieherinnen/Erziehern. Die meisten Kindergärten haben auch einen Spielplatz draußen. Ein Kindergarten, in dem die Kinder den ganzen Tag sind, heißt auch Kita.
das Jugendamt, die Jugendämter: Das Jugendamt hilft Kindern und Jugendlichen und ihren Eltern. Es gibt zum Beispiel eine psychologische Beratung bei Problemen in einer Familie. Manchmal sind die Probleme so groß, dass ein Kind nicht mehr in der Familie bleiben kann. Dann sucht das Jugendamt eine andere Familie, die das Kind für einige Zeit zu sich nimmt. Jugendämter haben oft auch Kindergärten/Kitas. In jeder Stadt ist ein Jugendamt.
die Kinderkrippe, die Kinderkrippen: Eine Einrichtung für kleine Kinder im Alter von ein paar Monaten bis 3 Jahre.
der Erzieher/die Erzieherin, die Erzieher: Das ist ein Beruf. Man muss dafür eine Ausbildung an einer Fachschule oder Berufsfachschule machen. In der Ausbildung hat man Fächer wie Psychologie, Pädagogik, Gesundheit, Sport und so weiter. Erzieher arbeiten zum Beispiel in einem Kindergarten, in einem Kinderheim (ein Ort für Kinder ohne Eltern) oder beim Jugendamt.
die Kindertagesstätte (Kita), die Kindertagesstätten (Kitas): Wie ein Kindergarten: Hier können die Kinder den ganzen Tag bleiben, normalerweise bis 16 oder 17 Uhr.
das Bundesland, die Bundesländer: 16 Länder, die Bundesländer, bilden zusammen die Bundesrepublik Deutschland. Ein Bundesland ist normalerweise ein größeres Gebiet, wie Bayern, Hessen oder Nordrhein-Westfalen. Es gibt aber auch Städte, die ein Bundesland sind, zum Beispiel Berlin oder Hamburg. Jedes Bundesland hat eine eigene Regierung (Landesregierung) mit einem Parlament (Landtag). Eine Landesregierung kann bestimmte Dinge selbst entscheiden, zum Beispiel im Bereich Bildung und Kultur. Die wichtigsten Entscheidungen trifft aber die Bundesregierung, also die Regierung von ganz Deutschland.
der Aufenthaltsstatus: Der Aufenthaltsstatus regelt zum Beispiel, wie lange Sie in Deutschland bleiben dürfen oder ob Sie in Deutschland arbeiten dürfen. Wenn Sie einen Aufenthaltsstatus haben, sind Sie legal in Deutschland.
die Ganztagsschule, die Ganztagsschulen: In dieser Schule sind die Kinder den ganzen Tag, meist bis 16 oder 17 Uhr. Sie bekommen ein Mittagessen und Hilfe bei den Hausaufgaben. Und die Schüler können besondere Kurse besuchen, zum Beispiel ein Musikinstrument lernen, Sport machen oder Theater spielen. Staatliche Ganztagsschulen kosten nichts, in privaten Ganztagsschulen muss man Schulgeld bezahlen.
die Berufsausbildung: Hier lernt man einen Beruf. Die Berufsausbildung hat meistens zwei Teile: Die Berufsschule und die Arbeit in einer Firma. Eine Berufsausbildung dauert meistens zwischen 2 und 3,5 Jahren. Das kommt auf den Beruf an, aber auch auf den Schulabschluss. Mit dem Abitur ist die Ausbildungszeit oft kürzer.
das Praktikum, die Praktika: Bei Interesse für einen bestimmten Beruf kann man zum Beispiel in einer Firma oder einer Klinik ein Praktikum machen. Man arbeitet mit und kann so den Beruf kennenlernen. Normalerweise verdient man im Praktikum kein Geld. Die Dauer eines Praktikums ist in jedem Beruf und in jeder Firma etwas anders.
die Berufsschule, die Berufsschulen: Die Berufsschule ist Teil von einer Berufsausbildung. Hier lernt man fachliche Inhalte für den Beruf, aber auch Inhalte aus anderen Bereichen. Man hat 8 bis 12 Unterrichtsstunden pro Woche. Die anderen Tage arbeitet man in einer Firma. Oder man hat Blockunterricht: Man ist ein paar Wochen in der Berufsschule, dann arbeitet man wieder ein paar Wochen in der Firma. Für manche Berufe geht man erst ein Jahr in eine Berufsschule und sucht dann einen Ausbildungsplatz in einer Firma. Die Berufsschule kostet nichts. Wie in einer normalen Schule bezahlt man nur das Material.
der Kredit, die Kredite: Sie möchten etwas kaufen und haben nicht genug Geld? Dann können Sie z. B. bei einer Bank einen Kredit aufnehmen. Die Bank gibt Ihnen eine Geldsumme für einen bestimmten Zeitraum. Dann müssen Sie das Geld mit Zinsen zurückzahlen.
die Zinsen: Sie haben Geld auf Ihrem Konto? Dann bekommen Sie jeden Monat etwas Geld von der Bank dafür. Das sind Zinsen. Sie haben einen Kredit bei Ihrer Bank? Dann müssen Sie der Bank dafür jeden Monat etwas Geld zahlen. Das sind auch Zinsen.
die Erstaufnahmeeinrichtung, die Erstaufnahmeeinrichtungen: Jedes der 16 Bundesländer in Deutschland hat eine oder mehrere Erstaufnahmeeinrichtungen. Dort werden Menschen untergebracht und versorgt, die neu nach Deutschland gekommen sind und hier einen Asylantrag stellen möchten (außer minderjährige, unbegleitete Flüchtlinge). Diese Unterbringung ist nicht freiwillig. In den Erstaufnahmeeinrichtungen wird man zuerst registriert, das heißt, die Personalien werden aufgenommen. Dies ist aber noch nicht die Asylantragstellung.
das Einwohnermeldeamt, die Einwohnermeldeämter: Sie ziehen in eine neue Stadt? Dort müssen Sie sich anmelden: Dafür gehen Sie ins Einwohnermeldeamt. Sie brauchen einen gültigen Pass oder ein anderes Dokument, das Ihre Identität bestätigt.
der Ansprechpartner/die Ansprechpartnerin, die Ansprechpartner: Bei Fragen und Problemen kann man sich an einen Ansprechpartner wenden. Der Ansprechpartner/die Ansprechpartnerin hilft einem bei verschiedenen Fragen oder Problemen. Meistens bekommt man einen bestimmten Ansprechpartner zugeteilt.
die Übergangsklasse, die Übergangsklassen: Flüchtlingskinder sollen in Deutschland in die Schule gehen. Wenn sie noch kein Deutsch sprechen, kommen sie am Anfang in eine Übergangsklasse. Manchmal heißen sie auch Willkommensklassen. Dort lernen sie Deutsch und wichtige Dinge über Deutschland und die deutsche Kultur. Nach einer bestimmten Zeit dürfen sie zu den anderen Schulkindern in normale Klassen. Dann können sie auch besser Deutsch und können gut im Unterricht mithalten.
die Migrationsberatung, die Migrationsberatungen: Bei der Migrationsberatung bekommen Menschen, die zum Leben in ein neues Land kommen, Hilfe und Informationen. Bei Problemen und Fragen kann man sich an die Migrationsberatung wenden. Sie können besonders bei neuen und unbekannten Situationen helfen.
das Studium: Für manche Berufe, zum Beispiel Ingenieur oder Lehrer, braucht man ein Studium. Man kann an einer Universität oder an einer Fachhochschule studieren.
die Anerkennung, die Anerkennungen: Bei einer positiven Entscheidung über den Asylantrag gibt es verschiedene Möglichkeiten, über die das BAMF entscheiden kann.
Wird dem Antragsteller die Flüchtlingseigenschaft zugesprochen oder eine Asylberechtigung anerkannt, bekommt er eine Aufenthaltserlaubnis. Diese ist zunächst auf drei Jahre befristet. Danach kann das Bundesamt die Erlaubnis erneut prüfen. Bei der erneuten Prüfung wird die Aufenthaltserlaubnis entweder zurückgenommen, oder es wird eine Niederlassungserlaubnis erteilt. Wer als subsidiär schutzberechtigt anerkannt wird, bekommt eine Aufenthaltserlaubnis, die zunächst ein Jahr gültig ist. Danach kann sie jeweils für zwei Jahre verlängert werden. Nach sieben Jahren kann unter Erfüllung bestimmter Voraussetzungen eine Niederlassungserlaubnis erteilt werden.
Wenn ein Abschiebungsverbot besteht, wird dem Antragsteller eine Aufenthaltserlaubnis erteilt. Diese ist mindestens ein Jahr gültig und kann danach wieder verlängert werden. Die Erteilung einer Niederlassungserlaubnis ist unter denselben Voraussetzungen möglich wie beim subsidiären Schutz.
die Arbeitserlaubnis: Auch Arbeitsgenehmigung. Sie möchten in Deutschland arbeiten und kommen nicht aus einem Land der Europäischen Union (EU)? Dann brauchen Sie eine Arbeitserlaubnis. Bürger aus den EU-Staaten Rumänien und Bulgarien brauchen bis Ende 2013 auch eine Arbeitserlaubnis, danach nicht mehr. Weitere Informationen finden Sie bei der Arbeitsagentur.
der Abschluss, die Abschlüsse: Am Ende von einem Kurs, einer Ausbildung oder der Schule muss man eine Prüfung machen. Hat man die Prüfung bestanden, bekommt man einen Abschluss. In Deutschland gibt es verschiedene Abschlüsse. Abschlüsse braucht man, wenn man arbeiten oder studieren will. Aber nicht mit jedem Abschluss kann man jede Arbeit bekommen oder jedes Studium beginnen.
der Asylbewerber, die Asylbewerber: Ein Asylbewerber ist jemand, der einen Asylantrag gestellt hat.
die Ausländerbehörde, die Ausländerbehörden: Auch Ausländeramt. Hier gehen Sie hin, wenn Sie neu in Deutschland sind. Aber auch, wenn Ihr Visum bald endet und Sie eine Verlängerung wollen. Im Rathaus in Ihrer Stadt kann man Ihnen sagen, wo das Ausländeramt ist.
die Aufenthaltsgestattung, die Aufenthaltsgestattungen: Die Aufenthaltsgestattung bescheinigt dem Antragsteller, dass er sich für die Dauer des Asylverfahrens legal in Deutschland aufhält. Die Aufenthaltsgestattung ist kein Aufenthaltstitel und keine Aufenthaltserlaubnis. Es gibt im Vergleich dazu Einschränkungen.
die Duldung, die Duldungen: Die Duldung ist eine Bescheinigung darüber, dass ein Flüchtling kein Aufenthaltsrecht bekommen hat, aber vorerst nicht abgeschoben werden kann. Eine Duldung bekommt man, wenn man Deutschland eigentlich verlassen muss, aber bestimmte Gründe vorerst dagegen sprechen. Das passiert zum Beispiel, wenn der Pass fehlt, wenn man krank ist oder wenn man in ein Kriegsgebiet zurückreisen muss. Die Abschiebung kann dann zu einem späteren Zeitpunkt vollzogen werden, wenn die Gründe für die Duldung wegfallen.
der Flüchtling, die Flüchtlinge: Ein Flüchtling im rechtlichen Sinn ist jemand, der sich aus begründeter Furcht vor Verfolgung wegen seiner Rasse, Religion, Nationalität, politischer Überzeugung oder Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe außerhalb seines Herkunftslandes befindet, dessen Schutz er nicht in Anspruch nehmen kann oder will. Umgangssprachlich wird in Deutschland aber jeder Asylantragsteller Flüchtling genannt.
das Arbeitsverbot, die Arbeitsverbote: Arbeitsverbot heißt, dass man für eine bestimmte Zeit nicht arbeiten darf. Dies steht im Aufenthaltspapier (z.B. der Aufenthaltsgestattung oder Duldung).