Erste Schritte in Deutschland

Für Zuwandernde mit Visum

Erste Schritte in Deutschland

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Pass und Visum
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Für die Einreise nach Deutschland brauchen Sie einen gültigen Pass oder ein anderes Dokument, das Ihre Identität bestätigt. Sie brauchen den Pass auch später, wenn Sie auf ein Amt gehen. Bürger, die nicht aus der Europäischen Union (EU) kommen, brauchen auch noch ein Visum.
das Visum, die Visa: Mit einem Visum dürfen Sie in ein anderes Land einreisen. Ein Visum können Sie bei der Botschaft des anderen Landes bekommen.


© Colourbox.comEin Visum bekommen Sie bei der Deutschen Botschaft (Konsulat) in Ihrem Land. Sie haben in Deutschland schon einen Arbeitsvertrag oder ein Teil Ihrer Familie wohnt hier? Dann können Sie einfacher ein Visum bekommen. Informationen finden Sie beim Auswärtigen Amt.

Bürger aus der EU oder aus einem Land des Europäischen Wirtschaftsraumes brauchen kein Visum.

Einwohnermeldeamt und Aufenthaltstitel
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© Colourbox.comIn Deutschland müssen Sie sich zuerst beim Einwohnermeldeamt in Ihrer Stadt anmelden. Danach müssen Sie zum Ausländeramt gehen. Dort bekommen Sie einen Aufenthaltstitel. Das ist eine Karte mit Ihrem Aufenthaltsstatus. Dieser sagt, wie lange Sie in Deutschland bleiben dürfen und ob Sie arbeiten dürfen.

Integrationskurs
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Sie können nicht gut Deutsch? Dann dürfen Sie einen Integrationskurs machen. Manchmal müssen Sie den Integrationskurs machen. In dem Kurs lernen Sie besser Deutsch. Und Sie bekommen dort wichtige Informationen über das Leben in Deutschland. Das Ausländeramt gibt Ihnen eine Bescheinigung für den Kurs und sagt Ihnen, wo Sie den Integrationskurs machen können. Mehr dazu können Sie im Text Integrationskurs lesen.

Arbeitssuche und Ausbildung
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© Colourbox.comDer nächste Schritt ist die Arbeitssuche. Sie haben in Ihrem Land schon einen Beruf gelernt oder waren an einer Hochschule? Dann müssen Sie die Dokumente übersetzen und anerkennen lassen. Fragen Sie in der Arbeitsagentur, wo Sie das machen lassen können. Die Arbeitsagentur hilft Ihnen auch bei der Arbeitssuche. Wenn Sie noch keinen Beruf oder keinen Schulabschluss haben, gehen Sie auch zur Arbeitsagentur. Dort bekommen Sie eine Berufsberatung. Man hilft Ihnen, wenn Sie nicht sicher sind, was Sie arbeiten wollen oder können. Die Arbeitsagentur informiert auch über Ausbildungen und Kurse. Mehr dazu finden Sie im Text Studium und Berufsausbildung.

Kinder und Schule
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Kinder müssen in die Schule gehen. Melden Sie Ihr Kind an einer Schule an. Das Jugendamt in Ihrer Stadt kann helfen. Mehr dazu können Sie in den Texten Frühe Förderung und Schulsystem lesen.

Versicherungen
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Ein paar Versicherungen sind sehr wichtig: vor allem die Krankenversicherung, die Rentenversicherung und die Pflegeversicherung (siehe Text Versicherungen). Wenn Sie eine Arbeitsstelle haben, bekommen Sie diese Versicherungen automatisch (siehe Text Arbeitsaufnahme). Und Sie brauchen ein Girokonto bei einer Bank (siehe Text Bankkonto und Finanzen).
der Pass, die Pässe: Dieses Dokument bestätigt die Identität einer Person. Im Pass stehen Angaben zur Person (Name, Alter, …) und zur Staatsangehörigkeit. Man braucht einen Pass im eigenen Land, zum Beispiel, wenn man auf ein Amt geht. Und man braucht den Pass für die Einreise in ein anderes Land. Dann sind im Pass oft noch andere Angaben, zum Beispiel zum Visum oder zum Aufenthaltstitel.
die EU, die Europäische Union: Die EU ist eine wirtschaftliche und politische Partnerschaft zwischen Staaten in Europa. Im Moment sind das 27 Staaten. Diese Staaten haben gemeinsame Prinzipien, wie Freiheit, Gleichheit, Demokratie. Und sie haben einen gemeinsamen Markt für ihre Waren und Arbeitskräfte. Ein Bürger eines EU-Staates kann in jedem anderen EU-Staat leben und arbeiten. 17 EU-Staaten haben auch eine gemeinsame Währung, den Euro (€).
die Botschaft, die Botschaften: Eine Botschaft ist wie ein Konsulat. Es ist die Vertretung eines Landes in einem anderen Land.
der Arbeitsvertrag, die Arbeitsverträge: Bei einer festen Arbeitsstelle bekommen Sie einen Arbeitsvertrag. Dort stehen alle Regeln für Ihre Arbeit. Zum Beispiel: Was müssen Sie in der Arbeit alles machen? Wie viel Gehalt/Lohn bekommen Sie? Wie viele Stunden pro Woche müssen Sie arbeiten? Wie viel Urlaub haben Sie? Sie und der Arbeitgeber unterschreiben den Vertrag.
der Europäische Wirtschaftsraum (EWR): eine vertiefte Freihandelszone zwischen der Europäischen Union und der Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA).
das Einwohnermeldeamt, die Einwohnermeldeämter: Sie ziehen in eine neue Stadt? Dort müssen Sie sich anmelden: Dafür gehen Sie ins Einwohnermeldeamt. Sie brauchen einen gültigen Pass oder ein anderes Dokument, das Ihre Identität bestätigt.
das Ausländeramt, die Ausländerämter: Auch Ausländerbehörde. Hier gehen Sie hin, wenn Sie neu in Deutschland sind. Aber auch, wenn Ihr Visum bald endet und Sie eine Verlängerung brauchen. Im Rathaus in Ihrer Stadt kann man Ihnen sagen, wo das Ausländeramt ist.
der Aufenthaltstitel, die Aufenthaltstitel: Im Aufenthaltstitel steht zum Beispiel, wie lange Sie in Deutschland bleiben dürfen oder ob Sie in Deutschland arbeiten dürfen. Mit einem Aufenthaltstitel sind Sie legal in Deutschland. Sie bekommen ihn zum Beispiel in Form eines Visums oder einer Aufenthaltserlaubnis.
der Aufenthaltsstatus: Der Aufenthaltsstatus regelt zum Beispiel, wie lange Sie in Deutschland bleiben dürfen oder ob Sie in Deutschland arbeiten dürfen. Wenn Sie einen Aufenthaltsstatus haben, sind Sie legal in Deutschland.
die Arbeitsagentur, die Arbeitsagenturen: Hier hilft man Ihnen, eine passende Arbeit zu finden. Man bekommt hier Stellenangebote aus allen Bereichen. Manchmal bekommt man finanzielle Hilfe, zum Beispiel bei den Kosten für Bewerbungsunterlagen. Eine Arbeitsagentur gibt es in jeder Stadt. Die Adresse Ihrer Arbeitsagentur finden Sie auf www.arbeitsagentur.de.
das Jugendamt, die Jugendämter: Das Jugendamt hilft Kindern und Jugendlichen und ihren Eltern. Es gibt zum Beispiel eine psychologische Beratung bei Problemen in einer Familie. Manchmal sind die Probleme so groß, dass ein Kind nicht mehr in der Familie bleiben kann. Dann sucht das Jugendamt eine andere Familie, die das Kind für einige Zeit zu sich nimmt. Jugendämter haben oft auch Kindergärten/Kitas. In jeder Stadt ist ein Jugendamt.
die Versicherung, die Versicherungen: Man bezahlt jeden Monat oder jedes Jahr für eine bestimmte Situation Geld an die Versicherung. Damit ist man für diese Situation versichert. Zum Beispiel Krankheit: Sie zahlen jeden Monat Geld in die Krankenversicherung. Dann werden Sie krank und müssen zum Arzt. In dieser Situation zahlt die Krankenversicherung für den Arzt und nicht Sie selbst.
die Krankenversicherung, die Krankenversicherungen: Diese Versicherung muss man in Deutschland haben. Die Krankenversicherung zahlt meistens die Kosten für den Arzt, das Krankenhaus und für manche Medikamente. Bei Medikamenten muss man einen kleinen Teil selbst bezahlen. Wenn man sehr wenig verdient, kann man beim Ehepartner versichert werden. Die Kinder sind automatisch bei den Eltern versichert.
die Rentenversicherung, die Rentenversicherungen: In Deutschland arbeiten die Menschen normalerweise bis sie 67 Jahre alt sind. Danach sind sie in Rente. Bis zur Rente zahlen die Menschen jeden Monat einen Teil ihres Gehalts in die Rentenversicherung ein. In der Rente bekommen Sie jeden Monat einen Teil von ihrem früheren Gehalt aus der Rentenversicherung. Arbeitnehmer haben automatisch eine Rentenversicherung. Sie teilen sich die Kosten mit dem Arbeitgeber. Wenn man kein Arbeitnehmer ist, kann man eine private Rentenversicherung abschließen. Viele Menschen haben eine gesetzliche Rentenversicherung (vom Staat) und eine private Rentenversicherung.

Für Asylsuchende

Asylverfahren

Sie kommen nach Deutschland, um einen Asylantrag zu stellen? Diese Informationen sind wichtig für Ihr Asylverfahren.

Zuerst werden Sie in einer Erstaufnahmeeinrichtung registriert. Von der Erstaufnahmeeinrichtung werden Sie eventuell in eine andere Unterkunft in eines der 16 Bundesländer gebracht. Wenn Sie in der Ihnen zugeteilten Aufnahmeeinrichtung sind, stellen Sie in einer Außenstelle des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) einen Asylantrag. Das Asylverfahren kann bis zu zwei Jahren oder länger dauern.

Antragstellung

Sie müssen den Asylantrag persönlich beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) stellen. Sie bekommen einen Brief mit einem Termin für die Antragstellung oder der Termin wird in der Erstaufnahmeeinrichtung ausgehängt. Hier finden Sie die Außenstellen des BAMF in Ihrer Nähe.

In der Außenstelle des BAMF werden Ihre Personalien aufgenommen. Wenn Sie älter als 14 Jahre alt sind, werden ein Fingerabdruck und ein Foto von Ihnen gemacht. So kann man feststellen, ob Sie zum ersten Mal einen Asylantrag stellen. Das BAMF informiert Sie über Ihre Rechte und Pflichten als Asylbewerber.

Außerdem werden Sie dort nach Ihrem Reiseweg gefragt. Denn davon hängt ab, ob Deutschland für Ihren Asylantrag zuständig ist oder nicht. Wenn Sie zum Beispiel Fingerabdrücke in einem anderen Land abgegeben haben, kann es sein, dass Deutschland Ihren Asylantrag nicht prüft und Sie in das zuständige Land zurückgeschickt werden. Die Behörden prüfen also, welcher EU-Staat für Ihren Asylantrag zuständig ist. Das ist meistens das Land, das Sie zuerst betreten haben. Das ist das sogenannte Dublin-Verfahren.

Wenn Deutschland für Ihren Asylantrag zuständig ist, dann prüft Deutschland Ihren Antrag.

Sobald Sie Ihren Asylantrag gestellt haben, bekommen Sie eine Aufenthaltsgestattung. Mit der Aufenthaltsgestattung halten sie sich legal in Deutschland auf, solange das Asylverfahren läuft. Diese Aufenthaltsgestattung ist in manchen Bundesländern räumlich beschränkt. Das heißt, Sie dürfen das zugeteilte Gebiet und das Bundesland in den ersten drei Monaten nicht verlassen.

Jeder Asylbewerber hat seinen eigenen Sachbearbeiter. Wenn Sie als Familie einen Asylantrag stellen, haben Sie also mehrere Sachbearbeiter. Deshalb kann die Bearbeitung bei jedem Familienmitglied auch unterschiedlich lang dauern.

Anhörung

Jeder Asylbewerber muss persönlich zu seiner Anhörung. Das persönliche Schicksal ist entscheidend. Bei der Anhörung sind ein sogenannter Entscheider vom BAMF und ein Dolmetscher anwesend.

Die Anhörung ist der wichtigste Termin in Ihrem Asylverfahren und ist ausschlaggebend für die Entscheidung. Sie müssen in einem Gespräch genau erklären, warum Sie nicht mehr in Ihr Heimatland zurückkehren können und warum Sie aus Ihrem Heimatland geflohen sind.

Dabei ist es besonders wichtig, seine eigene persönliche Geschichte zu erzählen und nicht nur die allgemeine Situation im Herkunftsland zu schildern.

Wenn Sie Beweise dafür haben, dass Sie zum Beispiel aus politischen, religiösen oder aus anderen Gründen verfolgt werden, sollen Sie diese Beweise unbedingt mitbringen. Am Ende bekommen Sie ein Protokoll von der Anhörung. Dieses Protokoll sollten Sie sich am Ende rückübersetzen lassen und nur unterschreiben, wenn Sie der Meinung sind, dass alles richtig aufgeschrieben wurde. Es ist sehr schwer, nachträglich etwas ändern zu lassen.

Entscheidung

Sie bekommen die Entscheidung über Ihren Asylantrag in einem Brief. Der Brief enthält die Begründung für die Entscheidung. Wenn Ihr Antrag abgelehnt wird, enthält der Brief auch eine Aufforderung zur Ausreise aus Deutschland. Dann müssen Sie Deutschland verlassen, sonst droht Ihnen eine Abschiebung. Sie können aber auch gegen eine Ablehnung klagen. Es ist ratsam, sich damit an einen Rechtsanwalt oder eine Beratungsstelle zu wenden.

Anerkennung

Sie sind offiziell als Flüchtling oder als Asylberechtigter anerkannt? Dann dürfen Sie mindestens drei Jahre in Deutschland bleiben. Nach diesen drei Jahren bekommen Sie eine Niederlassungserlaubnis. Wurde Ihnen ein nationaler oder internationaler subsidiärer Schutz zuerkannt (für ein Jahr), können Sie nach fünf bis sieben Jahren einen unbefristeten Aufenthalt bekommen.

Asylbewerber mit einer Duldung müssen diese alle drei Monate verlängern. Die Duldung ist kein Aufenthaltsstatus, das heißt, dass Sie ausreisepflichtig bleiben und theoretisch jederzeit, wenn die Gründe für Ihre Duldung wegfallen, abgeschoben werden können. Wenn Menschen lange mit einer Duldung in Deutschland leben und gut integriert sind (die Schule besuchen, eine Ausbildung machen, Arbeiten, Deutsch lernen), gibt es die Möglichkeit, einen Aufenthaltsstatus zu bekommen. Dafür sollten Sie sich an Beratungsstellen in Ihrer Nähe wenden.

Ablehnung

Wer aus einem sogenannten sicheren Herkunftsland kommt oder aus wirtschaftlichen Gründen einen Asylantrag stellt, hat keine guten Chancen auf eine Anerkennung als Asylberechtigter oder anerkannter Flüchtling.

Ihr Antrag wurde abgelehnt? Dann haben Sie verschiedene Möglichkeiten: Entweder Sie verlassen Deutschland oder Sie reichen eine Klage ein. Dafür suchen Sie am besten einen Rechtsanwalt oder eine Beratungsstelle auf. Sie haben eine bestimmte Frist, um aus Deutschland auszureisen oder eine Klage einzureichen. An diese Frist müssen Sie sich halten.

Informationen finden Sie hier.
das Bundesland, die Bundesländer: 16 Länder, die Bundesländer, bilden zusammen die Bundesrepublik Deutschland. Ein Bundesland ist normalerweise ein größeres Gebiet, wie Bayern, Hessen oder Nordrhein-Westfalen. Es gibt aber auch Städte, die ein Bundesland sind, zum Beispiel Berlin oder Hamburg. Jedes Bundesland hat eine eigene Regierung (Landesregierung) mit einem Parlament (Landtag). Eine Landesregierung kann bestimmte Dinge selbst entscheiden, zum Beispiel im Bereich Bildung und Kultur. Die wichtigsten Entscheidungen trifft aber die Bundesregierung, also die Regierung von ganz Deutschland.
der Asylantrag, die Asylanträge: Wenn man als Ausländer Schutz in Deutschland sucht, muss man einen Asylantrag stellen. Diesen Antrag kann man nur stellen, wenn man sich schon in Deutschland befindet. Der Asylantrag muss in einer Außenstelle des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) persönlich gestellt werden. Es werden einige Fragen gestellt, unter anderem zum Reiseweg. Über die Fluchtgründe wird dabei aber noch nicht gesprochen, dafür gibt es die Anhörung. Nach der Anhörung prüft das BAMF den Antrag und entscheidet dann, ob der Flüchtling anerkannt wird oder nicht. In Ausnahmefällen kann der Asylantrag auch schriftlich gestellt werden.
das Asylverfahren, die Asylverfahren: Im Asylverfahren wird der Asylantrag geprüft. Das heißt, es wird bewertet, ob die Voraussetzungen für einen Aufenthaltsstatus vorliegen und ob der Antragsteller gegebenenfalls wieder zurück in das Herkunftsland reisen kann.
die Erstaufnahmeeinrichtung, die Erstaufnahmeeinrichtungen: Jedes der 16 Bundesländer in Deutschland hat eine oder mehrere Erstaufnahmeeinrichtungen. Dort werden Menschen untergebracht und versorgt, die neu nach Deutschland gekommen sind und hier einen Asylantrag stellen möchten (außer minderjährige, unbegleitete Flüchtlinge). Diese Unterbringung ist nicht freiwillig. In den Erstaufnahmeeinrichtungen wird man zuerst registriert, das heißt, die Personalien werden aufgenommen. Dies ist aber noch nicht die Asylantragstellung.
registrieren, die Registrierung: In der Erstaufnahmeeinrichtung wird man zunächst registriert. Das bedeutet, dass die Personalien aufgenommen werden. Dann wird die sogenannte BüMA (Bescheinigung über die Meldung als Asylsuchender) ausgestellt. Dies ist kein Aufenthaltstitel, sollte aber dennoch immer mitgeführt und bei Kontrollen der Polizei gezeigt werden, weil sie beweist, dass man nicht illegal in Deutschland ist. Damit ist noch kein Asylantrag gestellt. Das passiert erst in der Außenstelle des BAMF.
die Aufnahmeeinrichtung, die Aufnahmeeinrichtungen: Die Aufnahmeeinrichtung (auch: Flüchtlingsunterkunft) ist der Ort, an dem Flüchtlinge zuerst untergebracht werden. Aufnahmeeinrichtungen können ganz unterschiedlich sein.

Normalerweise sind diese Unterkünfte für mehrere Personen zusammen. Dort muss man sich ein Zimmer teilen. Manchmal bekommt man auch eine Wohnung.
der Asylbewerber, die Asylbewerber: Ein Asylbewerber ist jemand, der einen Asylantrag gestellt hat.
die Personalien: Personalien sind Angaben zu einer Person. Dazu gehören Vorname, Familienname, Geburtsname, Geburtsdatum, Geburtsort, Familienstand, welchen Beruf man hat, Wohnort und Staatsbürgerschaft.
die Behörde, die Behörden: Eine Behörde ist eine staatliche Institution und erfüllt die Aufgaben, die das Gesetz vorsieht. Sie dient also dazu, den Staat zu verwalten.
das Dublin-Verfahren: Durch das sogenannte Dublin-Verfahren wird festgestellt, welcher Staat zuständig für die Prüfung des Asylantrags ist. Dafür spielt vor allem der Reiseweg eine Rolle. Wichtig ist, ob man schon in einem anderen Staat Fingerabdrücke abgegeben hat oder sogar schon einen Asylantrag gestellt hat. Dann ist nach Dublin III nämlich dieser Staat zuständig und der Asylantrag wird nur in diesem Staat geprüft. Das heißt, der Antragsteller muss dann wieder zurück in den zuständigen Staat. Zum Dublin-System gehören alle EU-Mitgliedsstaaten, Norwegen, Island und die Schweiz.
die Aufenthaltsgestattung, die Aufenthaltsgestattungen: Die Aufenthaltsgestattung bescheinigt dem Antragsteller, dass er sich für die Dauer des Asylverfahrens legal in Deutschland aufhält. Die Aufenthaltsgestattung ist kein Aufenthaltstitel und keine Aufenthaltserlaubnis. Es gibt im Vergleich dazu Einschränkungen.
die Anhörung, die Anhörungen: Die Anhörung ist der wichtigste Termin im Asylverfahren. Sie ist die Grundlage für die Entscheidung über den Asylantrag. Zu der Anhörung muss der Antragsteller persönlich erscheinen. Die Anhörung ist nicht öffentlich. Es ist noch ein Entscheider vom BAMF anwesend, ein Dolmetscher und, wenn man möchte, ein Beistand. Dieser Beistand kann zum Beispiel ein Anwalt, ein Freund oder jemand von einer Beratungsstelle sein, aber niemand, der selbst im Asylverfahren ist. Der Beistand muss vorher beim BAMF angemeldet werden.
Bei der Anhörung erzählt der Antragsteller von seinem Verfolgungsschicksal, also warum er aus seinem Heimatland fliehen musste. Dabei ist vor allem wichtig, dass das persönliche Schicksal geschildert wird und nicht die allgemeine Situation im Herkunftsland. Wenn man Beweise hat (Zeitungsartikel, Fotos, sonstige Dokumente), sollte man sie auf jeden Fall zeigen.
der Entscheider, die Entscheider: Ein Entscheider ist ein Mitarbeiter des BAMF, der im Asyl- und Ausländerrecht geschult ist. Er überprüft, ob der Asylbewerber die bestimmten Voraussetzungen für die Anerkennung als Asylberechtigter erfüllt.
Es gibt die Möglichkeit, um einen bestimmten Entscheider zu bitten, wenn es zum Beispiel um geschlechtsspezifische Verfolgung, unbegleitete Minderjährige, Traumata etc. geht. Frauen können dann beispielsweise beantragen, von einer weiblichen Person interviewt zu werden.
das Heimatland, die Heimatländer: Das ist das Land, aus dem man ursprünglich kommt. Im Pass steht, aus welchem Land man kommt, also in welchem Land man geboren ist und welche Staatsbürgerschaft man hat.
das Herkunftsland, die Herkunftsländer: Das ist das Land, aus dem man ursprünglich kommt. Im Pass steht, aus welchem Land man kommt, also in welchem Land man geboren ist und welche Staatsbürgerschaft man hat.
die Ausreise, die Ausreise: Ausreise bedeutete, dass man das Land verlässt, in dem man sich befindet. Manchmal ist die Ausreise erzwungen. Das heißt, man verlässt das Land nicht freiwillig. Eine erzwungene Ausreise ist zum Beispiel die Abschiebung.
die Abschiebung, die Abschiebungen: Wird negativ über einen Asylantrag entschieden, ist man verpflichtet, innerhalb der im Ablehnungsbescheid genannten Frist Deutschland zu verlassen. Kommt man dieser Pflicht nicht nach, wird die Ausreisepflicht mit Zwang durchgesetzt. Das bedeutet, dass man von der Polizei abgeholt und zurück in das Herkunftsland bzw. über die Grenze in ein anderes Land gebracht wird. Eine Abschiebung hat zur Folge, dass man bis zu fünfjährige Einreisesperren nach Deutschland bekommt.
die Ablehnung, die Ablehnungen: Bei einem Asylverfahren prüfen die Behörden, ob der Asylbewerber bleiben darf oder nicht. Wenn über das Asylverfahren negativ entschieden wird, bekommt der Asylbewerber eine Ablehnung. Er muss dann gegebenenfalls das Land verlassen. Bei einer Ablehnung kann man sich auch Hilfe bei einem Anwalt oder einer Beratungsstelle suchen und Einspruch gegen den Bescheid einlegen.
der Flüchtling, die Flüchtlinge: Ein Flüchtling im rechtlichen Sinn ist jemand, der sich aus begründeter Furcht vor Verfolgung wegen seiner Rasse, Religion, Nationalität, politischer Überzeugung oder Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe außerhalb seines Herkunftslandes befindet, dessen Schutz er nicht in Anspruch nehmen kann oder will. Umgangssprachlich wird in Deutschland aber jeder Asylantragsteller Flüchtling genannt.
der Asylberechtigte, die Asylberechtigten: Ein Asylberechtigter wurde im Asylverfahren vom BAMF anerkannt. Als Asylberechtigter bekommt man zunächst eine Aufenthaltserlaubnis für drei Jahre.
die Anerkennung, die Anerkennungen: Bei einer positiven Entscheidung über den Asylantrag gibt es verschiedene Möglichkeiten, über die das BAMF entscheiden kann.
Wird dem Antragsteller die Flüchtlingseigenschaft zugesprochen oder eine Asylberechtigung anerkannt, bekommt er eine Aufenthaltserlaubnis. Diese ist zunächst auf drei Jahre befristet. Danach kann das Bundesamt die Erlaubnis erneut prüfen. Bei der erneuten Prüfung wird die Aufenthaltserlaubnis entweder zurückgenommen, oder es wird eine Niederlassungserlaubnis erteilt. Wer als subsidiär schutzberechtigt anerkannt wird, bekommt eine Aufenthaltserlaubnis, die zunächst ein Jahr gültig ist. Danach kann sie jeweils für zwei Jahre verlängert werden. Nach sieben Jahren kann unter Erfüllung bestimmter Voraussetzungen eine Niederlassungserlaubnis erteilt werden.
Wenn ein Abschiebungsverbot besteht, wird dem Antragsteller eine Aufenthaltserlaubnis erteilt. Diese ist mindestens ein Jahr gültig und kann danach wieder verlängert werden. Die Erteilung einer Niederlassungserlaubnis ist unter denselben Voraussetzungen möglich wie beim subsidiären Schutz.
die Niederlassungserlaubnis, die Niederlassungserlaubnisse: Wenn man eine Niederlassungserlaubnis hat, darf man in Deutschland für unbefristete Zeit leben und arbeiten. Normalerweise bekommt man die Niederlassungserlaubnis, wenn man seit drei bzw. fünf Jahren eine Aufenthaltserlaubnis hat und wenn man keine Sozialleistungen bekommt. Man muss auch über gute Deutschkenntnisse verfügen und darf keine Vorstrafen haben.
der subsidiäre Schutz: Subsidiären Schutz bekommt man, wenn man keine Asylberechtigung und keine Flüchtlingseigenschaft zugewiesen bekommt. Die Voraussetzung für den subsidiären Schutz ist, dass es stichhaltige Gründe für die Annahme gibt, dass im Heimatland ein ernsthafter Schaden droht. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn im Herkunftsland die Verhängung oder Vollstreckung der Todesstrafe, Folter oder andere Bedrohung durch willkürliche Gewaltausübung zum Beispiel durch einen internationalen oder innerstaatlichen bewaffneten Konflikt drohen. Subsidiär Schutzberechtigte bekommen eine Aufenthaltsgenehmigung für zunächst ein Jahr.
die Duldung, die Duldungen: Die Duldung ist eine Bescheinigung darüber, dass ein Flüchtling kein Aufenthaltsrecht bekommen hat, aber vorerst nicht abgeschoben werden kann. Eine Duldung bekommt man, wenn man Deutschland eigentlich verlassen muss, aber bestimmte Gründe vorerst dagegen sprechen. Das passiert zum Beispiel, wenn der Pass fehlt, wenn man krank ist oder wenn man in ein Kriegsgebiet zurückreisen muss. Die Abschiebung kann dann zu einem späteren Zeitpunkt vollzogen werden, wenn die Gründe für die Duldung wegfallen.
der Aufenthaltsstatus: Der Aufenthaltsstatus regelt zum Beispiel, wie lange Sie in Deutschland bleiben dürfen oder ob Sie in Deutschland arbeiten dürfen. Wenn Sie einen Aufenthaltsstatus haben, sind Sie legal in Deutschland.
das sichere Herkunftsland, die sicheren Herkunftsländer: Menschen, die aus einem sogenannten sicheren Herkunftsland kommen, haben schlechte Chancen, in Deutschland als Asylbewerber anerkannt zu werden. Zu den sicheren Herkunftsländern gehören zurzeit die EU-Staaten, Bosnien und Herzegowina, Serbien, Mazedonien, Ghana, der Senegal, Marokko, Algerien und Tunesien.