Ticket nach Berlin


Die Teams

Sechs junge Deutschlerner aus aller Welt brechen in zwei Teams zu einer Abenteuerreise quer durch Deutschland auf. Ein Team startet im Norden Deutschlands auf der Insel Pellworm, das andere am Rand der Alpen ganz im Süden. Der Weg in die Hauptstadt ist nicht einfach: Die Kandidaten wandern durchs Wattenmeer, starten bei einem Seifenkistenrennen und studieren die komplizierten Regeln eines deutschen Kleingartens. Mal müssen sie zeigen, wie sportlich sie sind, mal zählen kreative Ideen und Teamgeist, um die Lösung zu finden. Besonders wichtig sind aber immer die Deutschkenntnisse, damit die Teams dem Ziel in Berlin näher kommen.

Team Nord

  • Team Nord: Almudena Foto: Martin Magunia
    Almudena lebt in Barcelona, wo sie BWL studiert.
  • Team Nord: Almudena Foto: Christoph Goldbeck
    Almudena: „Am besten gefallen haben mir Hamburg und Greetsiel. Ich liebe Städte, die am Meer liegen!!“
  • Team Nord: Almudena Foto: Jonas Bertelsen Enge
    Almudena: Die aufgedrehte Spanierin lernt seit fünf Jahren Deutsch.
  • Team Nord: Almudena Foto: Christoph Goldbeck
    Almudena: „Typisch deutsch ist Müsli zum Frühstück (lecker!).“
  • Team Nord: Almudena Foto: Christoph Goldbeck
    Almudena: Leise Töne sucht man bei der 23jährigen Spanierin vergeblich, dafür ist gute Laune garantiert.
  • Team Nord: Eric Foto: Martin Magunia
    Eric kommt aus Kamerun, wo er in der Hauptstadt Yaoundé wohnt.
  • Team Nord: Eric Foto: Christoph Goldbeck
    Eric: „Die Deutschen, die wir trafen, waren alle nett und haben auch spontan reagiert. Das fand ich total interessant.“
  • Team Nord: Eric Foto: Joachim Quandt
    Eric: Mit zwei selbstbewussten jungen Frauen im Team, hat sich Eric eher mit ruhigen, nachdenklichen Tönen hervorgetan.
  • Team Nord: Eric Foto: Daniel Pasche
    Eric: „Kaffee oder Tee ohne Zucker zumindest mit sehr wenig Zucker zu trinken, das ist typisch Deutsch.“
  • Team Nord: Eric Foto: Christoph Goldbeck
    Eric: Der 22 jährige Germanistikstudent lernt seit 10 Jahren Deutsch.
  • Team Nord: Nichole Foto: Martin Magunia
    Nichole kommt aus Australien und lernt seit fünf Jahren Deutsch.
  • Team Nord: Nichole Foto: Christoph Goldbeck
    Nichole: „Jeden Tag hat uns etwas Neues und Unbekanntes erwartet – das war toll!“
  • Team Nord: Nichole Foto: Joachim Quandt
    Nichole: „Ich habe selbst gemerkt, wie viel Deutsch man lernt, wenn man rund um die Uhr Deutsch hört.“
  • Team Nord: Nichole Foto: Joachim Quandt
    Nichole: Dank ihrer großen Reiseerfahrung konnte die 22-jährige ihr Team, immer wieder nach vorne treiben.
  • Team Nord: Nichole Foto: Christoph Goldbeck
    Nichole lebt in Sydney und studiert Jura und BWL.

Almudena aus Spanien 
Almudena ist 23 Jahre alt und lebt in Barcelona. Die quirlige Spanierin studiert BWL und lernt seit fünf Jahren Deutsch. 

Almudena, um welche Themen ging es bei „Ticket nach Berlin“? 
Manchmal ging es um Kultur, manchmal um Sport, manchmal um Kochen. Jeden Tag mussten wir eine Aufgabe lösen und dafür waren wir fast jeden Tag an einem anderen Ort. Die Mannschaft, die die Aufgabe richtig gelöst hatte, bekam einen Punkt. Stand Up Paddling in Hamburg war für alle eine sportliche Herausforderung. Man steht mit einem Paddel auf einem Brett und darf nicht runterfallen – sonst hätte es keinen Punkt gegeben. Die Aufgabe war, eine Flasche aus dem Wasser zu holen und zurückzubringen. Das hat mir großen Spaß gemacht und auch die Leute, die uns das beigebracht haben, waren sehr nett. Eine meiner Lieblingsaufgaben war in Köln – dort haben sich beide Teams getroffen. Wir waren außerhalb und sollten zurück in die Stadt bis zum Dom fahren. Die Devise lautete: Je mehr Verkehrsmittel dabei zum Einsatz kämen, desto besser. Es gab keine Einschränkung, wir durften alles benutzen: Ein privates Auto, einen Bus, einen Traktor…

… einen Traktor? 
Almudena (lacht): Ja, es gab eine Baustelle auf der Straße und wir sind ein ganz kurzes Stück mit einem Traktor mitgefahren. Das war sehr lustig.

Könntest du dir vorstellen in Deutschland zu leben?
Ja, ich war schon ein Jahr in Tübingen und es hat mir dort sehr gut gefallen. Auch in München war es schön, wo ich fünf Monate wegen eines Praktikums verbracht habe. Aber Obst und Gemüse habe ich zum Beispiel ziemlich vermisst. Das gibt es zwar auch in Deutschland, aber nicht in dieser Fülle und Vielfalt wie in Spanien. Außerdem ist es auch viel günstiger hier. 

Welches deutsche Essen war neu für dich?
Zwiebelkuchen und Hamburger Krabbenbrot. Das hat mir auch gut geschmeckt. Und auf einem Weihnachtsmarkt habe ich das erste Mal in meinem Leben Lebkuchen gegessen und Glühwein getrunken. Anfänglich war ich irritiert, heißer Wein, das geht doch nicht… aber dann fand ich es gut. Weihnachten in Deutschland ist wunderschön, ich mag diese Stimmung sehr. 

Was hat dich an Deutschland überrascht? 
Mit der Wirtschaftskrise in Spanien hat sich unsere Wahrnehmung von Deutschland verändert. Ich denke, dass dort in der gleichen Zeit viel effizienter gearbeitet wird. Es gibt weniger kleine Pausen zwischendurch. Zuerst dachte ich auch, dass Deutschland einheitlicher ist. Aber jetzt habe ich das Gefühl, dass es aus vier Ländern besteht: dem Süden, Norden, Westen und Osten. Durch „Ticket nach Berlin“ hatte ich die Möglichkeiten, die regionalen Unterschiede kennen zu lernen und das war sehr interessant. Die Landschaften sind anders und auch die Menschen.

… und an den Deutschen? 
Am Anfang sind sie sehr kühl, reserviert und distanziert. Aber das ist nur der erste Eindruck. Denn wenn man eine Freundschaft aufbaut, werden sie zu sehr guten Freunden. Was ich auch mag, ist, dass man sich in Deutschland nicht immer gleich küssen muss, wenn man einander vorgestellt wird. Wenn ich in Barcelona in ein Restaurant zum Essen gehe und dort zehn Personen an einem Tisch sitzen, muss ich 20-mal küssen – auf die linke und rechte Wange. Es ist fast wie eine Pflicht. Und man kennt diese Leute oft auch gar nicht. Das gefällt mir gut, dass das in Deutschland nicht üblich ist. 

Interview: Karoline Rebling
Eric aus Kamerun
Der 22-jährige Germanistikstudent Eric lebt in Yaoundé, der Hauptstadt seines Heimatlandes. Er lernt seit 10 Jahren Deutsch.

Eric, du lernst seit zehn Jahren Deutsch. Was bedeutet diese Sprache für dich?
Die deutsche Sprache ist meine Leidenschaft. Sie ist eine Sprache, die sehr flexibel ist, die viele Vokabeln hat. Zudem ist Deutsch die meistgesprochene Sprache der Europäischen Union und wer nach einer internationalen Karriere strebt, muss Deutsch sprechen.

Erinnerst du dich an dein erstes deutsches Wort?
Mein erstes deutsches Wort war „süß“…

Wie wichtig ist Humor um eine Sprache zu lernen?
Es gibt viele Möglichkeiten heutzutage eine (Fremd)Sprache zu lernen: Sprachschulen, Internet, Selbstlernen, durch Musik usw. Aber Humor spielt meiner Meinung nach eine sehr große Rolle, denn mit Humor haben wir eine Kombination von Spaß und Lernen. Mit Humor wird das Lernen zum Spaß und ist daher nicht mehr anstrengend.

Was hat dich an Deutschland überrascht?
Überraschend war für mich das Mülltrennungssystem (denn in Kamerun gibt es keine Mülltrennung) und die Sauberkeit. Deutschland ist eines der saubersten Länder der Welt. Sogar öffentliche Toiletten sind "clean".

Könntest du dir vorstellen hier zu leben. Und wenn ja, wo? Was würdest du vermissen?
Ja, vielleicht in Essen, weil meine Freundin da wohnt. Aber natürlich würde ich meine Familie, Freunde und den kamerunischen Lebensstil vermissen.

Sprechen wir über „Ticket nach Berlin“. Welche Herausforderungen gab es?
Das war jeden Tag eine Herausforderung für Nichole, Almu und mich. Wir wollten jeden Tag einen Punkt mehr sammeln. Was schwieriger für mich war, das war in Hamburg. Wir sollten beim Paddeln Flaschen aus dem Wasser holen. Ich kann leider nicht schwimmen. Aber zum Glück konnten Nichole und Almu das und haben dann zwei von den drei Flaschen geholt. Prima Ihr beide!

Du möchtest später einmal als Übersetzer arbeiten und bist auch literarisch tätig. Kürzlich ist in der FAZ einer deiner Texte, das Märchen „Im Reich des Affenkönigs“, erschienen. Welchen Hintergrund hat diese Geschichte? Und welche Rolle spielt die Gattung „Märchen“ in deinem Land?
Ja, genau. Ich lese gerne Märchen aus aller Welt, nicht nur aus Kamerun, Afrika oder Deutschland (Hänsel und Gretel, die Bremer Stadtmusikanten usw.) Ich habe die Mitteilung zur Verfassung des neuen Märchens durch meine DAAD-Lektorin bekommen. Ich war schon mit einem anderen Märchen fertig und wollte etwas Neues schreiben und zwar den Rattenfänger von Hameln. Ich hatte immer im Sinn eine Fantasy-Geschichte zu schreiben und das war die Gelegenheit dazu. Märchen spielen eine wichtige Rolle - nicht nur in Kamerun, sondern in ganz Afrika. Die Großeltern erzählen den Kindern bevor sie ins Bett gehen oft Geschichten. Vor allem in den Dörfern.

Was sind deine Pläne für die Zukunft?
Erstmal meine Masterarbeit (in Germanistik) fertig schreiben, danach eine Ausbildung als Übersetzer und Dolmetscher machen und dann mal schauen, was die Zukunft bringen wird. 


Interview: Karoline Rebling
Nichole aus Australien
Nichole lebt in Sydney, dort studiert sie Jura und BWL.

Am liebsten aber reist die 22-Jährige durch die Welt.Nichole, du lernst seit einigen Jahren Deutsch. Wie ist es dazu gekommen?
Schicksal! Zuerst wollte ich unbedingt nach Frankreich um als Austauschschülerin Französisch zu lernen, aber das hat nicht funktioniert. Ich wurde gefragt, ob Deutschland okay wäre und weil ich deutsche Geschichte und Kunst interessant fand, habe ich sofort JA gesagt. Eine der besten Entscheidungen in meinem Leben!

Erinnerst du dich an deine ersten deutschen Sätze?
Meine australischen Schulfreunde haben mir meine ersten deutschen Sätze beigebracht, als ich erzählte, dass ich ein Jahr als Austauschschülerin in Deutschland verbringen würde. Und zwar: „Das ist mein Hamburger“ und „Ich liebe dich“. Leider kennt fast jeder Australier diese Sätze und jedes Mal, wenn ich hier zu jemandem sage, dass ich Deutsch sprechen kann, sagen die „Oh cool! Das ist mein Hamburger!“

Jeder Mensch lernt anders. Was ist dein persönlicher Tipp zum Deutsch lernen?
Ich bin "Facebook süchtig" und verbringe viel zu viel Zeit online. Mit den Facebook posts von “DW–Learn German” lerne ich automatisch beim Facebook surfen Deutsch in meiner sonst sinnlos verschwendeten Zeit.

Sprechen wir über „Ticket nach Berlin“ - was war bei dieser Abenteuerspielshow eine Herausforderung für dich?
Definitiv das, was wir in Greetsiel an der Nordsee gemacht haben! Wir waren Schlickschlittenrennen im Wattenmeer und mussten uns mit dem Weltmeister messen. Wir haben uns einen Plan ausgedacht, wie wir gewinnen könnten. Aber das war nicht einfach, weil ich nicht sehr sportlich bin. Außerdem war es kalt und matschig, aber am Ende doch eine tolle Erfahrung, die auch viel Spaß gemacht hat.

Gab es etwas, was ganz neu für dich war?
Obwohl ich schon viele der Orte kannte, bevor ich sie mit “Ticket nach Berlin” besucht habe, gab es immer noch eine Menge Überraschungen. Ich hatte keinen einzigen langweiligen Moment bei den Dreharbeiten, weil es jeden Tag etwas Neues und Interessantes an Deutschland zu entdecken gibt. Zum Beispiel habe ich wie die meisten Touristen in Hamburg, den Fischmarkt besucht, aber ich war überrascht, dass es so etwas wie “Stand Up Paddling” auf der Elbe gibt. Über diese Sportart erfährt man in Australien wenig.

Welches deutsche Essen magst du? Oder auch nicht?
Leberwurst fand ich nicht so lecker. Aber ich bin ein großer Fan von deutschem Brot!

Viele Menschen klagen über das deutsche Wetter… in Australien gibt es große Trockengebiete. Was bedeutet Regen für dich?
Gummistiefel - aber Scherz beiseite: Obwohl es für eine lange Zeit eine Dürre gab, haben wir jetzt normalerweise an der Küste - wo die meisten wohnen - viel Regen. Wirklich trocken ist es nur in der Mitte Australiens, wo fast keiner wohnt.

Was vermisst man als Australierin in Deutschland?
Die süßesten Tiere auf der Erde natürlich! Koalabärchen, Kängurus, Emus und Possums.

Was sind deine Pläne für die Zukunft?
Vielleicht eine juristische Stelle finden, vielleicht in Deutschland noch einen Master machen... ich weiß es noch nicht genau.

… und dein Wunschtraum?
Das kann ich leider nicht verraten, sonst passiert es nicht (wie beim Geburtstagskerzen ausblasen…)

Interview: Karoline Rebling