Die Praxis von Pooja Dhingra bewegt sich zwischen partizipativem Design, Comics und grafischem Storytelling, Stickerei, Textilien und sozial engagierter Kunst. Sie interessiert sich besonders für stille, alltägliche Geschichten von Resilienz und Widerstand — insbesondere für jene, die häufig übersehen oder ausgelöscht werden.
Sie ist die Gründerin von Compassion Contagion, einem Online-Archiv, das durch Kunst alltägliche Handlungen und Geschichten der Resilienz gewöhnlicher Menschen dokumentiert, mit dem Ziel, die Erzählung von Verzweiflung hin zu Hoffnung zu verschieben. Zudem ist sie Gründerin von Rafooghar– dem “Haus, das repariert”, einem Gemeinschaftsraum für marginalisierte Frauen in Neu-Delhi, Indien,in dem Stickereiund Textilien als Werkzeuge für emotionale Heilung, Ruhe, Erneuerung und Widerstand eingesetzt werden.
Sie setzt sich dafür ein, Stickerei als feministische und politische Praxis zurückzugewinnen, indem sie diese aus den Grenzen des häuslichen Raums und aus ihrem Ruf als „Frauenhobby“ in den öffentlichen Raum überführt, um ihre Kraft für Selbstausdruck, Therapie, die Stärkung von Handlungsmacht und interreligiöse Freundschaften sowie für demokratischen Dissens, sozialen Wandel und politische Fürsprache sichtbar zu machen.ausdruck, Therapie, die Stärkung von Handlungsmacht und interreligiöse Freundschaften sowie für demokratischen Dissens, sozialen Wandel und politische Fürsprache sichtbar zu machen.
Als Grafikdesignerin hat sie an visuellen Kampagnen gearbeitet, die sich mit systemischer Diskriminierung, früher und erzwungener Kinderehe, Frauengesundheit, Ernährung sowie den reproduktiven Rechten von Mädchen und Jugendlichen befassen. Ihre Arbeit ist forschungsbasiert und konzentriert sich darauf, komplexe Ideen zugänglich zu machen, insbesondere für Zielgruppen, die häufig von dominanten Diskursen ausgeschlossen sind.
Humor, Satire, Ruhe und Spiel versteht sie als zentrale Werkzeuge des Erzählens und der sozialen Kritik. Sie initiiert gerne Gemeinschaftstreffen, Stickkreise, interreligiöse Mitbring-Essen und geheime Tanzparties— kleine, freudvolle Störungen in Nachbarschaften, denen der Zugang zu Schönheit und Vergnügen oft verwehrt bleibt, insbesondere Frauen, denen das Recht auf Freizeit und Genuss regelmäßig abgesprochen wird. In einem polarisierten politischen Klima, in dem zivilgesellschaftliche Räume schrumpfen, begreift sie diese Zusammenkünfte als kleine Inseln von Freiheit, Freundschaft und Solidarität.