Organisation

© Fred Furgol

Was ist eine „Projektwoche“?

„Was man lernen muss, um es zu tun, das lernt man, indem man es tut.“
Aristoteles

Laut des deutschen Dudens ist eine Projektwoche eine „Unterrichtswoche, in der sich Schülerinnen und Schüler meistens in einzelnen Gruppen je einem bestimmten Projekt zuwenden, das fächerübergreifend von ihnen bearbeitet wird.“

www.duden.de 

Diese Unterrichtswoche findet an den meisten deutschen Schulen alle zwei Jahre, manchmal sogar jährlich, meist kurz vor den Ferien statt. Die Schülerinnen und Schüler haben die Möglichkeit ein paar Wochen vor dem Start der Projektwoche drei Wunschprojekte anzugeben, an denen sie gerne teilnehmen möchten, und von denen ihnen eines zugewiesen wird. Es wird versucht, möglichst die Erstwahl der Schülerinnen und Schüler zu berücksichtigen.

Die Projekte, die angeboten werden, variieren von Schule zu Schule. Meistens wird sich für ein Oberthema entschieden (z.B. Europa) und Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler, Eltern und/oder Firmen haben die Möglichkeit, sich ein Projekt zu diesem Oberthema zu überlegen und dieses anzubieten. Die Projekte können für alle Klassenstufen ausgeschrieben sein oder sich auf bestimmte Altersgruppen beschränken. Im Rahmen einer Projektwoche haben alle Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerinnen und Lehrer die Gelegenheit, persönlichen Interessen, die nicht in enger Verbindung mit dem Schulalltag stehen, nachzugehen. Das Angebot von Projekten kann sich von sportlichen Aktivitäten über musischen, technischen, künstlerischen, sprachlichen Auseinandersetzungen bis hin zu kulinarischen und kulturellen Erfahrungen erstrecken. Folgende Aspekte können Kriterien sein, die Projekte erfüllen sollen:

  • Bezug zum Rahmenthema,
  • Ermöglichung selbstständigen Arbeitens der Schülerinnen und Schüler,
  • Förderung der Gruppenarbeit und damit der Teamfähigkeit der Schülerinnen und Schüler,
  • Förderung fachlicher Vertiefung,
  • Förderung fächerübergreifenden und vernetzenden Denkens,
  • Orientierung in der außerschulischen Welt

© Collège Victor Hugo Nanterre



Projektorientiertes Lernen und Lehren -  und somit auch die Projektwoche – orientieren sich an den Prinzipien der Schüler-, der Handlungs- und der Produktorientierung, der Interdisziplinarität, der Prozessorientierung sowie der Lernerautonomie und Ganzheitlichkeit.

Prinzipien projektorientierten Lehrens und Lernens - Projektkriterien (Uwe Sieverding)

Für Schülerinnen und Schüler sollen anregende Lernumgebungen geschaffen werden, indem sie, gemäß der konstruktivistischen Lerntheorie, durch Anknüpfung an Bekanntes neues Wissen erlernen.

Die Projektergebnisse werden nicht benotet. Oft werden am Ende der Projektwoche die Projekte für die Schulgemeinschaft präsentiert. Bei manchen Schulen findet die Präsentation im Rahmen eines Schulfestes statt, sodass neben den Schülerinnen und Schülern auch Eltern, Geschwister etc. zu dieser Präsentation eingeladen sind.

„Für unser Hirn sind Projekte besonders wichtig, da wir heute wissen, dass der frontale Kortex besonders gut aussgestattet ist zum Vorwegnehmen, Vorsehen, Memorieren, sich mit den anderen Tielen unseres Hirns verbinden, (...) insbesondere mit unserem emotionalen Hirn (...). Die Projektpädagogik ist also ein vitaler Bedarf. Nichts ist destruktiver als das Vermissen eines Projekts, das Aufgeben, die Einsamkeit."
Hélène Trocmé-Fabre