Theater in der Classe Bilangue Englisch-Deutsch

Das Modul „Begegnungen“
© Fred Furgol
„Die einzig wahre Reise führt nicht in neue Landschaften, sondern lässt uns mit anderen Augen sehen.“
Marcel Proust

Warum das Thema der Begegnung?

Andere Sprachen zu lernen heißt, sich darauf einzustellen, andere Menschen kennen zu lernen und mit anderen zu interagieren, die eine besondere Sicht auf die Welt haben. Es bedeutet, keine Angst vor unseren Unterschieden zu haben und sich auf die sprachliche Vermittlung vorzubereiten, die unsere heutigen Gesellschaften kennzeichnet. Andere Sprachen zu lernen heißt, sich auf Begegnungen einzustellen, die weit über die stereotypen Codes hinausgehen. In diesem Modul ermöglicht das Theater, diese Authentizität der Begegnung tatsächlich zu leben.

„Den Perspektivenwechsel beizubringen ist der beste Weg, KREATIVITÄT zu lehren (…) Ich behaupte, dass Kunst und Kreativität essentielle Werkzeuge des Einfühlungsvermögens sind. Wissen Sie, ich kann meinem Kind kein vorurteilsfreie Leben versprechen – wir sind alle voreingenommen – aber ich kann versprechen, aus verschiedenen Perspektiven auf mein Kind einzuwirken.“
Raghava KK


Wie ist das Projekt an den Unterricht angepasst? 

Das Projekt wird in einer ‚classes bilangues‘ (Zwei-Fremdsprachen-Klasse) der 6. Klassenstufe durchgeführt und findet während der Unterrichtszeiten der Fremdsprachenlehrer statt.
Die Sitzungen wechseln: mal sind die Deutsch- und Englischlehrer mit der Klasse allein, mal machen sie den Unterricht gemeinsam, mal ist entweder die deutsche oder die englische Schauspielerin bei ihnen und mal arbeiten beide zusammen.
Kompetenzen, Strategien und Wissen werden dabei entsprechend der Lehrplananforderungen trainiert. Gleichzeitig wird der individuelle Lernfortschritt der Schüler gefördert: es wird handlungsorientiert unter Einbeziehung des gesamten Körpers im Lernprozess gearbeitet.


Wie ist das Projekt über das Jahr hinweg organisiert?

1. Etappe (September bis Dezember): 15 Sitzungen (für beide Sprachen insgesamt), davon 5 Std. außerhalb der Sprachkurse, die für den Entwurf und die Abschlussvorführung der Schülerarbeit zur Thematik der Begegnung reserviert sind.
2. Etappe (Januar bis Mai): ebenfalls 15 Sitzungen, die an das bereits Erarbeitete anschließen und auf eine Vorführung hinarbeiten.
Auf der Internetseite präsentieren wir das Vorhaben in seiner Gesamtheit, damit Sie die Möglichkeit haben, ähnliche Projekte zu entwerfen. Wir haben einige Theateraktivitäten aus der allgemeinen Entwicklung ausgewählt (siehe Tools). Diese können gelegentlich im Fremdsprachenunterricht durchgeführt werden, um verschiedenste Kompetenzen zu fördern: Hörverstehen, sprachlichen Ausdruck (unter anderem Phonetik und Interaktion), Empathie, Zusammenleben, Ausdruck und Beherrschen von Gefühlen, …

zu den 15 Projektphasen


Welchen Beitrag leistet das Projekt für den handlungsorientierten Ansatz?

Das Projekt trägt der Vielfältigkeit der Sprachen und der Kulturen Rechnung und fördert sprachliche Kreativität und ein besseres Verständnis für Beziehungen und Zusammenleben.

„Eine Fremdsprache zu lernen heißt, den verschiedenen Formen der Furcht vor der Welt und vor den Anderen, die zunächst unerwartet erscheinen können, entgegenzugehen. Es reicht nicht, zu wissen, wie man einige Sätze ausspricht, um sich in einer Sprache wohl zu fühlen; man muss von ihr nicht nur die sozialen Praktiken kennen, sondern auch den kulturellen Hintergrund.“

(siehe Amtsblatt Sonderausgabe n°7 vom 26. April 2007,
Vorwort, S. 4
)