Digitales Lehren und Lernen

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Digitale Medien nehmen eine wichtige Rolle im Lebensalltag vieler Jugendlicher auf der ganzen Welt ein.

Digitale Medien nehmen eine wichtige Rolle im Lebensalltag vieler Jugendlicher auf der ganzen Welt ein. Ob bei Verabredungen, Unterhaltungen mit Freunden, zur Informationsbeschaffung und/oder zur Aufrechterhaltung von Kontakten in unterschiedlichen Ländern; sie sind im öffentlichen wie privaten Räumen  omnipräsent. So natürlich auch in Südostasien. In den letzten Jahren fanden in vielen Bildungssystemen Südostasiens Reformprozesse mit dem Ziel statt, Bildung und Erziehung nicht nur zu optimieren, standardisieren und modernisieren, sondern auch möglichst breiten Bevölkerungsgruppen zugänglich zu machen. Die Integration neuer Medien in die Bildungssysteme ist daher naheliegend und findet auch bereits auf mehreren Ebenen statt.

Digitales Lehren und Lernen ist ein Projekt, welches an den Lebensalltag von Jugendlichen anknüpfen möchte. Deutschlehrende an Schulen und Universitäten mit DaF Ausrichtung lernen mit Hilfe des Programms Unterrichtsvorschläge und Methoden kennen, um digitale Ressourcen im Deutschunterricht besser verwenden zu können. Der Einsatz von Smartphones, Apps, digitalen Texten oder sozialen Medien im Unterricht soll Deutschlernende motivieren und auf kreative Art das Sprachenlernen ermöglichen. Ziel ist es, den Lehrkräften aus Indonesien, Thailand, Vietnam und Malaysia hochwertige Inhalte zur Verfügung zu stellen, die ihnen mit Hilfe von Fortbildungen durch geschulte Multiplikatoren erläutert werden. Diese Fortbildungen werden teils virtuell und teils in realem Miteinander durchgeführt.

Das gesamte Projekt „Digitales Lehren und Lernen“ ist in drei Projektbereiche gegliedert. Ein Teilprojekt der Projektreihe ist auf die Umsetzung von Schülerprojekten mit Hilfe digitaler Medien ausgerichtet. In einem interkulturellen Kooperationsvorhaben arbeiten Schülerinnen und Schüler zweier Deutschklassen aus unterschiedlichen Ländern der Region gemeinsam an einem Thema. In diesem Zusammenhang werden Lehrerinnen und Lehrer geschult, die diese sogenannten kooperativen Unterrichtsprojekte anleiten werden. Die Kommunikationen der Klassen erfolgt auf der digitalen Lernplattform Moodle.                                                                                                     

Weiterhin wurde ein App- Entwicklungsworkshop mit 30 Schülerinnen und Schülern aus Indonesien, Thailand und Malaysia durchgeführt. Die jugendlichen Deutschlerner entwickelten gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern von Fachoberschulen mit dem Schwerpunkt IT sowie Design einfache Deutschlern-Apps für Anfänger. Die Veranstaltung trug den Namen MAGIS-Camp (M = mobile / A = App / GI = Goethe-Institut / S = SEAMOLEC). Das MAGIS-Camp startete im August 2016. Das Projekt wird im Dezember 2016 abschließen.

Ein zweites Teilprojekt „Lehren und Lernen an Schulen“ umfasst eine Fortbildungsreihe für Deutschlehrende. Im Rahmen dieses Teilprojekts werden Unterrichtsentwürfe, die den Einsatz von digitalen Medien im Unterricht ermöglichen, entwickelt. Diese Unterrichtsentwürfe beinhalten kurze, prägnante Ideen, wie man im Deutschunterricht zum Beispiel mit einer Chat-App oder mit einem Video arbeiten kann. Es werden mehrere Entwürfe zu sieben verschiedenen gängigen Themen entwickelt nämlich Familie, Schulalltag, Mode, Wohnen, Essen & Trinken, Gesundheit und Freizeit. Zu finden werden diese Unterrichtsentwürfe auf einer Webseite und in einem Forum werden sich die Deutschlehrenden, die diese Unterrichtsentwürfe benutzen, austauschen können. Digitale Multiplikatoren aus den Ländern Indonesien, Thailand und Vietnam werden diese Unterrichtsentwürfe in einem Workshop kennenlernen und simulieren. Mit den Fortbildungsmaterialien und den fortbildungstechnischen Tipps, die diese digitalen Multiplikatoren auch im Workshop bekommen werden, werden sie in ihren Regionen Workshops für Deutschlehrende zum Umgang mit den Unterrichtsentwürfen leiten.

Ein weiteres Teilprojekt namens „Digital Lehren durch digital Lernen“ richtet sich an Deutschlehrende in Schulen und Universitäten. In Form von Blended Learning Formaten werden auf  Sprachniveau B1 oder B2 sowohl die kommunikativen Fertigkeiten verbessert als auch methodisch didaktische Ideen für den Deutschunterricht vorgestellt. In einem handlungsorientierter Kurs mit dem Namen „Made in Asia“ beschäftigen sich die Lehrkräfte mit dem Aufbau einer fiktiven Firma in Asien und lernen somit interaktiv, simulativ und kreativ Deutsch. 11 Universitätsdozenten aus den drei Ländern Indonesien, Vietnam und den Philippinen nehmen seit August an einem Schnupperkurs des Goethe-Institut Weiterbildungsangebotes DLL teil. Eine Besucherreise nach Deutschland unter anderem zur kooperierenden Universität in Jena wird Möglichkeiten aufzeigen, moderne unterrichtsdidaktische Konzepte in die Deutschlehrerausbildung der drei Länder zu integrieren.