Typologie
Leserinnen und Leser in Deutschland

Artikel, Blogbeiträge und besonders die hitzigen Diskussionen im Kommentarfeld unter Veröffentlichungen in den deutschen Medien zum Thema E-Book, digitales Publizieren, Social Reading und Co. geben Einblick in eine vielfältige Leserlandschaft. An den Fragen rund um die eigene Lesekultur, um individuelle Gewohnheiten, zukünftige Distributionswege und aktuelle Verleihpraxis elektronischer Bücher scheiden sich mitunter die Geister. Wir haben vier (Stereo)Typen privater Nutzerinnen und Nutzer identifiziert, die uns auf unseren digitalen Streifzügen durch die Welt des Lesens immer wieder begegnen. Eine Typologie.

Die Vielleserin

Illustration: Liene Ķipēna / hungrylab Illustration: Liene Ķipēna / hungrylab

Die Vielleserin liest (ja, richtig) viel und ständig und ist daher froh über die Erfindung des E-Books – die Form des Buches ist eigentlich egal, was zählt ist der Inhalt, die Geschichten. Und deren Verfügbarkeit immer genau dort, wo sich die Vielleserin grade bewegt. Ob es sich dann um ein E-Book oder ein Papierbuch handelt, ist gar nicht so wichtig, aber das E-Book ist oft praktischer.









Die Skeptikerin

Illustration: Liene Ķipēna / hungrylab Illustration: Liene Ķipēna / hungrylab

Die Skeptikerin steht dem digitalen (Freizeit)Lesen aus Prinzip reserviert gegenüber. Zu viele Aspekte rund um E-Books scheinen noch zu unausgereift, um einen Versuch zu wagen, die eigenen Gewohnheiten umzustellen. Inkompatible Formate, teure Reader, aufwendig anmutende Verleihsysteme; da bleibt die Skeptikerin lieber beim gedruckten Buch, da weiß man was man hat.






Die Printliebhaberin

Illustration: Liene Ķipēna / hungrylab Illustration: Liene Ķipēna / hungrylab

Die Printliebhaberin liest nicht nur den Inhalt, sondern saugt förmlich das ganze Buch in sich auf. Der Geruch eines druckfrischen Romans, das Gefühl eine Papierseite umzublättern und nicht zuletzt der analoge Charme einer Regalwand voller Lieblingsbücher lassen die Printliebhaberin am Gedruckten festhalten. Die gleichen Emotionen beim Lesen weckt eben kein Bildschirm der Welt.









Die Technikinteressierte

Illustration: Liene Ķipēna / hungrylab Illustration: Liene Ķipēna / hungrylab

Die Technikinteressierte ist probierfreudig und fasziniert von allem Zukunftsweisenden. Schon allein daher ist sie offen für neue Medien und neue Formen des Lesens. Durch ihre Wissbegier ist sie viel unterwegs, da kommen ihr Tablet und E-Book gerade recht. So hat sie ihre Bibliothek immer dabei und kann je nach Situation aus tausenden Titeln wählen. Ein ‚echtes‘ Buch wäre da eher ein Klotz am Bein.