Nadja Küchenmeister erzählt

Nadja Küchenmeister © Franziska Buddrus

Wie arbeiten Sie? – künstlerische Methode


Anfang und Ende – wo fängt ein Gedicht an, wo hört es auf? In der Badewanne, am Waldrand, auf dem Bildschirm?

Ein Gedicht beginnt beim Vers, ein Gedicht endet beim Vers - diese Verse können sich zu jeder Zeit und überall einstellen, aber leider tun sie es eher selten.

Wie arbeiten Sie? – persönlicher Stil

Streichen oder reparieren – kann man einen misslungenen Vers retten?

Ein misslungener Vers ist nicht zu retten, eben deshalb ist er auch misslungen. Ein misslungener Vers kann nicht zu einem gelungenen Vers werden. Einen misslungenen Vers vergisst man am besten ganz schnell und das gelingt wiederum am ehesten, wenn man ihm einen neuen guten Vers entgegensetzt.
 

Beruf: Dichter

Materieller Druck oder inneres Bedürfnis – muss der Dichter über jedes Thema schreiben können?

Ein Dichter muss wahrlich nicht über jedes Thema schreiben können und er tut gut daran, wenn er das auch nicht versucht.

Dichtung als Lebensstil

Pfiffe oder Beifall – spielt der Leser / die Kritik eine Rolle im Leben des Dichters?

Selbstverständlich spielt Kritik im Leben eines Dichters eine Rolle und wer etwas anderes behauptet, dem ist nicht über den Weg zu trauen.
 

Dichtung als Kunst

Fallbeispiel oder Lückenbüßer – gibt es überflüssige Wörter?

Es gibt überflüssige Wörter im Gedicht und dafür entwickelt der Dichter hoffentlich im Laufe der Zeit ein Gespür. Darüber hinaus braucht der Dichter mindestens einen guten Lektor, der ebenfalls ein Gespür für überflüssige Wörter im Gedicht besitzt, das sich wiederum von dem Gespür des Autors unterscheiden sollte.


 
Fragen: © Judith Arlt