Labour of love
Gedichte

Labour of love

Labour of love

Wenn wir tun, was wir tun wollen, drückt uns nicht der Schuh. Über die Leber läuft glücklich die Laus. Umgekehrt gegen die Einbahnstraße. Rechtsdrehende Milchsäure. Einmal war ich ein Artist. Trank Rotwein, aß Kuchen mit Vanilleeis. Wartete auf die Großmutter aus dem Märchen. Den Bären. Ich hörte nur das Weinen unter der Tapete. Ein Scharren und ein Wimmern. Wir brachten es unter die Erde. Und fuhren in den Hafen ein. Meer ohne Meere. Land ohne Ländereien. Wir fuhren in das Bergwerk ein. Die Stollen blind, die Loren und die Grubenhunde. Alles blind von Methanol und Hunger. Ich war noch ein Kind. Wir begruben das Meerschweinchen im Garten. Wenn wir tun was wir tun wollen, wird sich anderer Segen regen. Wird der Regen unseren Kopf entlausen. Es wird jedem etwas geboren werden. Anheim geboren werden. Und die Segelohren werden aufs Meer hinausfahren und die Hasenscharten das vierte Kleeblatt ankleben. Einmal war ich ein Clown in einer Arbeitsagentur. Zwischen Wand und Tapete schlich ich unbemerkt von allen. Sah einen Mob aus Akademikern und Eisenbiegern. Schrieb: Im Jobcenter ein Mob aus Akademikern und Eisenbiegern. Niemand klatschte oder lachte. Eine Frau grub eine Wiese um, stand aus der Hocke auf. Nahm eine Leine in die Hand, daran ein Hund, bepackt mit drei randvoll gefüllten Alnatura-Beuteln aus nachhaltiger Baumwolle. Wer dressiert den Hund? Wie heißen die Kinder? Sitz soll er machen. Platz, sagt die Frau. Das Land befrieden und die Meere glänzen lassen. Einmal sollen alle arm sein. In Liebe fallen mit dem Gegenstand, den niemand mehr besitzt. In Liebe fallen mit sich selbst. Alle mit sich, dem anderen. Einmal war ich ein Kuckuck. Schoss aus der Uhr und jede Zeit der Welt war meine. Ich flog, ohne mein Gegenstand zu sein. Kein Widerpart. Ein Vogel aus der Uhr, davon geflogen mit jeder Zeit als seiner. Meer aller Meere. Land aller Länder. Wie eins und keins uns nicht mehr gehört. Wenn wir tun, was wir tun wollen. Enteignen dies. Uns, die Besitzer, Händler, Wiederverkäufer. Wenn wir tun, was wir tun wollen, werden die Bäume genauso rot und blau und grün sein wie jenes abgeworfene Kleid. Darunter sind wir nackt und trauen uns dem halb verbrannten Gras, in dem wir liegen, an. Das süße Gras, es wächst und singt.