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Erbstücke – Europäische Geschichten
Weißes Gold

Meissner Porzellan - Aufglasurmalerei
Aufglasurmalerei | © MEISSEN®

Teuer und zerbrechlich – Porzellangefäße und -figuren sind oft viel mehr als nur Alltagsgegenstände. Sie werden als Familienerbstücke von Generation zu Generation weitergegeben und erzählen Geschichten von Leuten und Orten.

Ein Beitrag aus:
 

Polen

 

Mit Bezug zu:
 

Deutschland, Frankreich

Filigrane Formen und fantasievolle Ornamente – im 18. Jahrhundert war chinesisches Porzellan der Inbegriff der Vollkommenheit, und die importierten Tafelservices wurden in Europa rasch zu einem begehrten Luxusgut. Auch die europäischen Herrscher wurden von der Sammelleidenschaft erfasst: Der französische König Ludwig XIV. ließ sein Tafelsilber zu Münzen umschmelzen, um chinesisches Porzellan zu kaufen, und der sächsische Kurfürst und polnische König August der Starke war so versessen auf das „weiße Gold”, dass er um jeden Preis versuchte, ein eigenes Rezept für die Porzellanherstellung zu entwickeln – und schließlich damit Erfolg hatte. 1710 gründete er – nach langjährigen Versuchen des Alchemisten Johann Friedrich Böttger – die erste europäische Porzellanmanufaktur: Die Königlich-Polnische und Kurfürstlich-Sächsische Porzellan-Manufaktur in Meißen, die bis heute existiert.
  • Bergwerk Meissen © MEISSEN®
    Kaolin - die feine Tonerde, die neben Quarz und Feldspat eine entscheidende Zutat für die Herstellung weißen Porzellans ist, wird seit über 250 Jahren im manufaktureigenen Bergwerk knapp 15 Kilometer von Meißen abgebaut.
  • Formenarchiv © MEISSEN®
    Das Meissener Formenarchiv bewahrt rund 700.000 Formen aus über 300 Jahren Manufakturgeschichte.
  • Labor © MEISSEN®
    Das manufaktureigene Farblabor bewahrt etwa 10.000 Farbrezepturen, um jede Nuance historischer Meissener Porzellanfarben wieder aufbereiten zu können. Rund 300 Farben zählen heute zum Standardrepertoire der Meissener Porzellanmaler.
  • Arbeitsplatz Dreher © MEISSEN®
    Teller und Tassen werden von Hand auf Drehscheiben geformt. Andere Gegenstände entstehen entweder durch Gießen, wo die verflüssigte Porzellanmasse in eine mehrteilige Gipsform gegossen wird, oder durch Formen, wo Einzelteile durch das Pressen in Gipsformen gefertigt werden.
  • Bossieren © MEISSEN®
    Bossierern gibt den Meissener Figuren und Plastiken ihre endgültige Form. Mit einem Modellierholz und anderem Werkzeug lassen sich zuletzt Details wie Lockenschwünge oder Mimik ausarbeiten.
  • Glasieren © MEISSEN®
    Porzellanherstellung ist ein komplexer Prozess aus mehreren Vorgängen vom Brennen und Malen. Unterglasurmalerei wird vor dem zweiten Brand aufgetragen. Nach dem Glühbrand erfolgt die Glasur durch Eintauchen oder Besprühen. Die Glasur bildet im folgenden Glattbrand den glasartigen Schutz und Glanz. Danach wird noch auf der Glasur gemalt und schließlich folgt der Farbbrand.
Obwohl die Rezeptur streng geheimgehalten wurde, entstanden schon bald weitere Porzellanmanufakturen in ganz Europa, unter anderem die berühmte Porzellanmanufaktur in Sèvres. Der Herstellungsprozess war jedoch so kompliziert und aufwendig, dass Porzellan auch weiterhin ein Luxusgut blieb. Aus diesem Grund wurden Porzellangefäße und -figuren oft als Familienerbstücke von Generation zu Generation weitergegeben. Beschädigte Objekte wurden nicht weggeworfen, sondern repariert, damit sie auch weiterhin das Auge ihres Besitzers erfreuen konnten. Heute haben diese Stücke nicht nur eine sentimentale Bedeutung, sondern auch einen echten Sammlerwert. Doch nicht nur antike Stücke, sondern auch neue Designs werden von Sammlern geschätzt. Umso mehr, als Porzellandesigner heute dank der neuen Technologien in der Lage sind, Objekte zu erschaffen, die zuvor ausschließlich in ihrer Fantasie existierten.
 

Erbstücke – Europäische Geschichten

Dieser Beitrag ist Teil der Reihe „Erbstücke – europäische Geschichten“. Weitere Geschichten von Kulturgütern, die gemeinsam für mehrere europäische Länder sind, finden Sie hier

 

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