Seitenwechsel

 Illustration Seitenwechsel

Zur Feier der 25. Wiederkehr der Unterzeichnung des Nachbarschaftsvertrags zwischen Deutschland und Polen realisiert das Goethe-Institut gemeinsam mit den Kollegen des Polnischen Instituts Berlin das Projekt „Seitenwechsel“.

Im Juni werden Katarzyna Wielga-Skolimowska, Direktorin polnisches Institut Berlin und Georg Blochmann, Institutsleitung Warschau für eine Woche Schreibtische und Ämter tauschen. Sie wechseln in die jeweils andere Stadt, „im Gepäck“ - die Kultur des Gastlandes.

Die beiden Institutsleiter laden ein zur Präsentationen, zum Gespräch, zum Konzert, zur Kunstpräsentation, und das möglichst nah am Publikum, welches um einen Tisch vor dem jeweiligen Institut in Warschau und Berlin versammelt ist.

Dabei sind nicht nur Tische identisch. Identisch und abgestimmt sind auch gemeinschaftlich organisierte Veranstaltungen: unter anderem eine Soundinstallation eines polnisch-deutschen Künstlerduos, ein Essen, das von einem syrischen Koch aus Berlin. Auch wird es je einen inszenierten Stadtrundgang geben, der die Brücke zwischen beiden Nachbarschaften schlagen soll.

Seitenwechsel - Programm in Warschau

17.06.2016, 18.30 Uhr, Vernissage
18. und 19.06.2016, 12:00 – 15:00 Uhr
Goethe-Institut Warschau, ul. Chmielna 13a


Eine Klanginstallation von Wojtek Blecharz, Karl-Heinz Jeron, mit der Beteiligung von Dan Weinstein, Cellist aus Israel. Die Geschichte des legendären Berliner Clubs WMF inspirierte den in Berlin lebenden polnischen Komponisten Wojtek Blecharz zu einer Klanginstallation. Er lud den Berliner Künstler Karl Heinz Jeron zur Zusammenarbeit ein, der vor zwanzig Jahren in seiner Werkstatt einen „Visomaten“ zur Erstellung künstlerischer Visualisierungen für Partys und Konzerte erfand. Ihr gemeinsames Werk ist eine originelle Verschmelzung von visueller und akustischer Kunst, von Vergangenheit und Gegenwart. Im Rahmen des Internationalen Musikfestivals Instalakcje 5. organisiert vom Nowy Teatr.
Samstag, 18. Juni 2016, 11.00 Uhr, Goethe-Institut Warschau, ul. Chmielna 13a

Der polnische Komponist der jungen Generation Wojtek Blecharz und der Installationskünstler Karl Heinz Jeron erzählen über die Entstehungshintergründe ihrer gemeinsamen Installation site-specific „Neue Installation für Mustergeneratoren, analoge Synthesizer und Cello”, welche im Treppenhaus des Goethe-Instituts und des Polnischen Institutes in Berlin präsentiert wird.

Moderation: Monika Pasiecznik
Sonntag, 19. Juni, 14.00 Uhr, Bahnsteig 3, Bahngleis 4, Warschau Hauptbahnhof

Georg M. Blochmann, Direktor des Goethe-Institutes, bricht nach Berlin auf. Auf die Reise nimmt er polnische Künstler und Aktivisten  mit „in den Koffer“, die er im Rahmen eines direktorischen Seitenwechsels der Berliner Öffentlichkeit vorstellt.
Montag, 20.06.2016,  19:00 Uhr, Goethe Institut Warschau, ul. Chmielna 13 A

Tobias Rapp, Bartek Chaciński und Katarzyna Wielga-Skolimowska, im Gespräch mit musikalischem Vordergrund
 
Während Berlin mit dem Zusammenwachsen beschäftigt war und eine extensive und exzessive Techno-Club-Szene überall dort entstand, wo Zwischennutzungen neue Möglichkeiten boten, eroberte die gerade aus dem kommunistischen Käfig befreite polnische alternative Musik die polnische Hauptstadt. Ob sich diese Welten irgendwann begegneten oder begegnen werden? Lassen sich Einflüsse der beiden Popkulturen aufeinander entschlüsseln? Sind Parallelen in der Entwicklung der polnischen und deutschen Popkultur erkennbar? Das Gespräch führen Tobias Rapp, Journalist für Der Spiegel und Verfasser des Buches „Lost and Sound, Berlin, Techno und der Easyjetset“ und Bartek Chaciński vom Magazin Polityka, Kulturessortchef der Zeitschrift, Musikjournalist und Autor von Wörterbüchern zur neuen polnischen Jugendsprache.
 
 
Dienstag, 21.06.2016, 19:00 Uhr, Goethe-Institut Warschau, ul. Chmielna 13 A

Murat Suner und Agnieszka Wójcińska im Gespräch mit Katarzyna Wielga-Skolimowska
 
60pages ist ein internationales Netzwerk von Autoren, Künstlern, Denkern und Wissenschaftlern mit Sitz in Berlin. Sie glauben an die Kraft von Geschichten und daran, dass Geschichten unseren Blick auf die Welt, in der wir leben, verändern können. Sie suchen nach neuen Formen und Wegen des Schreibens und Publizierens.

Im Zentrum stehen nicht-fiktionale Geschichten der langen Form, digital veröffentlichte Texte, die länger als ein Magazinartikel sind und kürzer als ein Buch – ein Format, in dem sich die komplexen Realitäten unserer Zeit gut abbilden lassen.
Wir leben in einer Welt, die entlang von kulturellen und ökonomischen Bruchlinien geteilt ist – 60pages wollen das ändern und die Perspektive umdrehen: Es ist wichtig, die Herrschaft der gängigen Narrative in Frage zu stellen.

60pages haben bislang vor allem die Bruchlinien im Mittleren Osten untersucht, mit einem Workshop in Kairo im Herbst 2015 und mit geplanten Workshops in Istanbul, Beirut und Teheran 2016 und 2017. Bei diesem Workshop geht es darum, für drei Tage eine Gruppe von Autoren, Künstlern, Aktivisten zusammenzubringen, die jeweils ein Thema für eine Langform-Geschichte vorschlagen – in der gemeinsamen Diskussion wird entschieden, welche der Geschichten in Auftrag gegeben werden.

In Kairo war das aufregend und produktiv, dieser Workshop ist das Modell für weitere dieser Art – es geht darum, Partner zu finden, die mit 60pages die Möglichkeiten des digitalen Zeitalters austesten wollen, Autoren, Denker, Institutionen. 60pages versteht sich als eine Art digitaler Salon – sie wollen eine weltweite Konversation kuratieren, in der die wesentlichen Fragen unserer Zeit verhandelt werden, direkt, subjektiv, der Aufklärung verpflichtet.

60pages steht damit in einer langen europäischen Tradition, und der Tisch in Warschau macht es möglich, miteinander ins Gespräch zu kommen. Aber dieses Gespräch sollte erst der Anfang sein.

www.60pages.com


 
Mittwoch, 22.06.2016, 19:00 Uhr, Goethe-Institut Warschau, ul. Chmielna 13 A

Thorsten S. Wiedemann und Dr. Aleksandra Przegalińska im Gespräch mit Katarzyna Wielga-Skolimowska
 
Phantasieren wir mal, wie die Welt der Menschen aussehen würde, wenn wir alle unser Leben in der virtuellen Realität verbringen würden. Was hieße es für die menschliche Identität, inwieweit werden wir uns von Androiden und künstlicher Intelligenz überhaupt unterscheiden können. Wird diese Phantasie bald Realität? Thorsten S. Wiedemann, Gründer des Indie Games Festivals A MAZE.,  hat einen Versuch unternommen, 48 Stunden in der virtuellen Realität zu leben. Mit Aleksandra Przegalińska von der Leon-Kozmiński-Akademie und Expertin für Medientheorie, Kybernetik und Kognivismus wird er über die Wahrnehmung, Traumwelten, Grenzen des eigenen Körpers und die Zukunft der virtuellen Welten diskutieren.

http://amaze-berlin.de/
Donnerstag, 23.06.2016, godz. 19:00, Goethe-Institut Warschau, ul. Chmielna 13 A

Jan Körbes und Małgorzata Kuciewicz im Gespräch mit Katarzyna Wielga-Skolimowska

In einem alten Futtersilo wohnen, auf einer Bank mit Rück- und Armstützen aus Klobrillen sitzen, in einem winzigen Hotel aus alten Rettungsbojen übernachten? Recycling ist seit Jahren im Trend – Wiederverwertung gebrauchter Materialien soll sich dem Wegwerf-Wahn unserer kapitalistischen Gesellschaft widersetzen. Wie bleibt man dabei dem ursprünglichen Stoff treu, wie schafft man Architektur und Kunst aus alten Materialien, ohne sie zu verklären? Anhand von Beispielen aus Berlin und Warschau diskutieren der Garbage-Architekt Jan Körbes von refunc.nl und die Architektin und Künstlerin Małgorzata Kuciewicz von der Gruppe Centrala über die Möglichkeiten der Wiederverwertung von Architektur.
 
www.refunc.nl
www.centrala.net.pl

 
Freitag, 24.06.2016, 19:00 Uhr, Goethe-Institut Warschau, ul. Chmielna 13 A

Essen ist mehr als bloße Nahrungsaufnahme. Es unterscheidet Religionen, Nationen,
Klassen und Life-Styles. Die interaktive Theater-Kochshow Conflict Food, geführt von
Ayham Majid Agha, deckt nicht nur Absurditäten unserer Essenskultur auf, sondern auch
deren politische Dimensionen.
Geschmäcker und Gerüche aus Armenien, dem Nahen Osten, dem Kaukasus und aus Zentralasien aber auch aus Polen und Deutschland. Es wird gekocht, geredet, erzählt und gestritten. Das Publikum kocht und isst mit. Als special guests das Berliner Kollektiv Büro MILK und Dagna Jakubowska.
Moderation Katarzyna Wielga-Skolimowska
 
Mit freundlicher Unterstützung des Maxim Gorki Theaters.


 
Samstag, 25. Juni 2016, 18.00 Uhr, Goethe-Institut Warschau, ul. Chmielna 13a

Die Schlüssel, Reg. Egon Günther

Vorführung des DDR-Experimentalfilms aus dem Jahre 1972, der die Aufnahme einer Ferienreise eines jungen deutschen Paares nach Krakau ist. Über das stürmische Schicksal des Filmes, welcher über viele Jahre durch die Zensur in Polen und Deutschland verboten war, erzählt nach der Vorführung der Journalist und Filmkurator Claus Löser.
Samstag/Sonntag, 25. und 26.06.2016, 14.00-17.00 Uhr
Treffpunkt jeweils um 14.00 Uhr vor dem Goethe-Institut Warschau, ul. Chmielna 13a

Stadtentdeckung / Architekturführung

Interaktive Stadtführungen zu architektonischen, historischen und kulturellen Phänomenen der Partnerstädte. Erkunden Sie die Architektur Warschaus, ohne sich auf die Reise in die polnische Hauptstadt machen zu müssen. Entdecken Sie berlinische Bauten in Warschau. Die Führungen verbinden Phänomene der jeweiligen Städte mit einer Besonderheit: Durch Berlin werden Warschauer (Beata Chomątowska, Grzegorz Piątek) führen, in Warschau hingegen die Berliner (Luise Scholl, Hajo Toppius). Die Führung dauert ca. 3 Stunden und wird auf Deutsch und Polnisch mit Übersetzung stattfinden. Nach den Führungen sind die Teilnehmer zu einem Gespräch am Tisch mit Erfrischungsgetränken eingeladen.

Seitenwechsel - Programm in Berlin

Samstag, 18.06.2016, 17:00 Uhr, Polnisches Institut Berlin, Burgstrasse 27, 10178 Berlin

Filminstallation und Künstlergespräch
Eine kleine Übertreibung - titre provisoire (Marcel Dickhage, Cathleen Schuster)

Die Berliner Clubszene der 1990er Jahre und die Warschauer Kunstszene vor der politischen Wende – was verbindet diese zwei Phänomene? Dickhage und Schuster haben sich dazu mit Ausweichstrategien vor Zensur von Künstler/innen in den 1980er Jahren in Polen auseinandergesetzt, sowie mit der Geschichte des Clubs WMF No. 3, der als Treffpunkt der Berliner Gegenkulturen in den 1990er Jahren beliebt war.

Die Künstler sind anwesend.
 
Samstag / Sonntag, 18. und 19.06.2016, jeweils 17:00 Uhr, Polnisches Institut Berlin, Burgstrasse 27, 10178 Berlin

Site specific performance: Die Burg
Ein Projekt des Büro Milk mit freundlicher Unterstützung des Maxim-Gorki-Theater

Burgstraße 27: Die Glasfensterfronten zeugen von Erneuerung. Gespickt mit Anekdoten aus 60 Jahren Polnischem Institut führt das Büro Milk mit seinem Theaterparcours an Begegnungs- und Schaffensorte des alten und neuen „polnischen Berlin“. Da wo ostdeutsch-volkspolnische Achsen der Freundschaft Berlins neuer Mitte gewichen sind, spiegeln sich Geschichten eines Kulturinstitutes auf Findungslust.

 
Sonntag, 19. Juni, 20.00 Uhr, Polnisches Institut Berlin

Die Schlüssel, Reg. Egon Günther

Vorführung des DDR-Experimentalfilms aus dem Jahre 1972, der die Aufnahme einer Ferienreise eines jungen deutschen Paares nach Krakau ist. Über das stürmische Schicksal des Filmes, welcher über viele Jahre durch die Zensur in Polen und Deutschland verboten war, erzählt nach der Vorführung der Journalist und Filmkurator Claus Löser.
Montag, 20. Juni, 19.00 Uhr, Polnisches Institut in Berlin

Weg von der Insel – Organisationen, deren Basis die Stadt und die zeitgenössische Kultur sind, werden ihre Strategien und Arbeitsweisen schon bald einer kritischen Überprüfung unterziehen müssen. Die Projektarbeitsweise hat sich als ungenügend erwiesen, da sie keine langfristigen Effekte erzielt. Wir suchen derzeit nach neuen Arbeitsweisen, neuen Methoden, um über den engen Bereich kultureller Arbeit hinaus tätig zu werden.

Bogna Świątkowska, Journalistin, Kulturförderin, Stadtaktivistin und Gründerin der Stiftung der Neuen Kultur Bęc Zmiana, wird zusammen mit Markus Bader vom Raumlabor und Georg Blochmann, Direktor des Goethe-Instituts, über die Herausforderungen diskutieren, denen die Stadtaktivisten in Warschau und Berlin gegenüberstehen.
Dienstag, 21. Juni, 20.00 Uhr, Polnisches Institut in Berlin

Sängerin, Textautorin, Pianistin. Man könnte ihre Musik als progressiven Pop bezeichnen: eine bunte Mischung der Gattungen, von Klavier-Rock über Jazz bis hin zu Kurt Weills Kabarett. In Berlin spielt Gaba Kulka ein Kammerkonzert im James Simon-Park.
Mittwoch, 22. Juni, 19.00 Uhr, Polnisches Institut Berlin

Ein Gespräch mit Rafał Łochowski, Leiter der Leica Gallery Warszawa und Linn Schröder, Fotografin der OSTKREUZ Agentur der Fotografen

Mehr über Leica Gallery Warszawa
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Speziell für das Treffen wurde von dem Fotograf, Kameramann und Regisseur Wojtek Wieteska ein Fotoprojekt vorbereitet, das das zeitgenössische Warschau entdeckt - eine sich dynamisch verändernde Stadt.

 

 

 
Donnerstag, 23. Juni, 19.00 Uhr, Polnisches Institut in Berlin

Performance mit Agata Siniarska

Wie würden Künstler in einem von Künstlern regierten Staat leben? Können wir uns ein Land ohne Armee, Landwirtschaft und Industrie vorstellen, in dem Tourismus und Kunst den größten Beitrag zur Wirtschaft leisten? Wollen wir uns ein Leben in einer Welt vorstellen, die anders ist als die uns bekannte? Und stellen wir uns wirklich eine bessere und nicht eine schlechtere Welt vor?

Anschließend Gespräch mit der Dramaturgin, Agnieszka Jakimiak über ihre Arbeit an dem Stück.

Usland ist eine Koproduktion des Goethe-Instituts und Centrum Kultury in Lublin (Festival Konfrontacje Teatralne) anlässlich des Kultursymposiums „Tauschen und Teilen“ in Weimar 2016. Das Projekt entstand im Rahmen des Residenzprogramms „Nachbarn“ veranstaltet von dem  Festival Konfrontacje Teatralne.
Eröffnung der Klanginstallation und Gespräch von Wojtek Blecharz und Karl Heinz Jeron: Freitag, 24.06.2016, 20.00 Uhr

Öffnungszeiten der Installation: 25.06. und 26.06.2016, tägl. 12:00 – 20:00 Uhr
Polnisches Institut Berlin, Burgstrasse 27, 10178 Berlin


Die Geschichte des Berliner Clubs WMF inspirierte den in Berlin lebenden polnischen Komponisten Wojtek Blecharz zu einer Klanginstallation. Er lud Karl Heinz Jeron zur Zusammenarbeit ein, der vor zwanzig Jahren in seiner Werkstatt einen „Visomaten“ zur Erstellung künstlerischer Visualisationen für Partys und Konzerte erfand. Ihr gemeinsames Werk ist eine originelle Verschmelzung von visueller und akustischer Kunst, von Vergangenheit und Gegenwart.
Samstag/Sonntag, 25. und 26.06.2016, 14.00-17.00 Uhr
Treffpunkt jeweils um 14.00 Uhr vor der Galerie des Polnischen Instituts Berlin



Stadtentdeckung / Architekturführung

Interaktive Stadtführungen zu architektonischen, historischen und kulturellen Phänomenen der Partnerstädte. Erkunden Sie die Architektur Warschaus, ohne sich auf die Reise in die polnische Hauptstadt machen zu müssen. Entdecken Sie berlinische Bauten in Warschau. Die Führungen verbinden Phänomene der jeweiligen Städte mit einer Besonderheit: Durch Berlin werden Warschauer (Beata Chomątowska, Grzegorz Piątek) führen, in Warschau hingegen die Berliner (Luise Scholl, Hajo Toppius). Die Führung dauert ca. 3 Stunden und wird auf Deutsch und Polnisch mit Übersetzung stattfinden. Nach den Führungen sind die Teilnehmer zu einem Gespräch am Tisch mit Erfrischungsgetränken eingeladen.


Grafik Seitenwechsel Grafik: Temperówka

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