Zeit: 25.09.2024, Mittwoch, 19:00-20:00 Uhr
Operative Bilder: Nach Harun Farocki
Vortrag|
-
Abteilung Kultur und Bildung, Shanghai
- Sprache Chinesisch
- Preis Kostenlos, keine Anmeldung erforderlich, First come, first served.
Harun Farocki (1944-2014) spielt eine wichtige Rolle für den deutschen Experimental- und Dokumentarfilm. Von den 1960er bis zu den 2010er Jahren schuf er eine Reihe von Werken mit einem breiten Spektrum an Themen. Farocki wäre in diesem Jahr 80 geworden und sein Tod jährt sich zum zehnten Mal. Zum Gedenken veranstaltet die Abteilung Kultur und Bildung des Generalkonsulats der Bundesrepublik Deutschland Shanghai am 20. - 21. September 2024 eine Filmvorführung und ein Gespräch und lädt am 25. September den Künstler und Schriftsteller Julian Junyuan Feng zu einem Vortrag zum Thema Operative Bilder: Nach Harun Farocki ein.
In diesem Vortrag wird Harun Farockis Konzept der „operativen Bilder“ erörtert - Bilder, die Teil von Operationen sind und nicht in erster Linie der Betrachtung/Interpretation dienen. Er geht auf historische Beispiele wie die astronomische Fotografie im späten 19. Jahrhundert ein, bei der Bilder eher zur Messung und Analyse als zur reinen Darstellung verwendet wurden. Operative Bilder sind mit militärischen und industriellen Kontexten verbunden, z.B. Lenkflugkörper, maschinelle Bildverarbeitungssysteme und Fabrikautomatisierung. Normalerweise werden sie nicht aufbewahrt, sondern verwendet und dann entsorgt. Das Konzept steht in Verbindung mit umfassenderen Ideen über die „Industrialisierung des Sehens“ und Veränderungen in der Art und Weise, wie Bilder in der Gesellschaft funktionieren. Der Vortrag plädiert für eine Erweiterung des Konzepts über militärische Anwendungen hinaus auf andere Verwendungszwecke von Bildern, z. B. für Messungen, Analysen, Planung und Operationen in verschiedenen Bereichen. Zu den Schlüsselthemen gehören die Beziehung zwischen Bildern und Daten, die Art und Weise, wie Bilder die logistische Welt organisieren und wie sie die menschliche Erkenntnistheorie und Wahrnehmung beeinflussen. Der Vortrag verortet operative Bilder in der Geschichte der Fotografie, des Kinos, der Medienarchäologie und der visuellen Kultur, gegenüber von Kunstwerken von Farocki, Trevor Paglen und vielen anderen. Ziel des Vortrags ist es, Farockis Konzept zu einem breiteren Rahmen für die Analyse der operativen Funktion von Bildern in verschiedenen Bereichen von Gesellschaft und Technologie weiterzuentwickeln.
Gast
Julian Junyuan Feng
Julian Junyuan Feng (*1991) ist Künstler und Schriftsteller und lebt in Shanghai und Zhuhai, China. Derzeit ist er leitender Dozent am BNU-HKBU United International College. Seine Artikel sind in e-flux architecture, frieze, Artforum, Flash Art, Heichi Magazine und LEAP Magazine erschienen.
In diesem Vortrag wird Harun Farockis Konzept der „operativen Bilder“ erörtert - Bilder, die Teil von Operationen sind und nicht in erster Linie der Betrachtung/Interpretation dienen. Er geht auf historische Beispiele wie die astronomische Fotografie im späten 19. Jahrhundert ein, bei der Bilder eher zur Messung und Analyse als zur reinen Darstellung verwendet wurden. Operative Bilder sind mit militärischen und industriellen Kontexten verbunden, z.B. Lenkflugkörper, maschinelle Bildverarbeitungssysteme und Fabrikautomatisierung. Normalerweise werden sie nicht aufbewahrt, sondern verwendet und dann entsorgt. Das Konzept steht in Verbindung mit umfassenderen Ideen über die „Industrialisierung des Sehens“ und Veränderungen in der Art und Weise, wie Bilder in der Gesellschaft funktionieren. Der Vortrag plädiert für eine Erweiterung des Konzepts über militärische Anwendungen hinaus auf andere Verwendungszwecke von Bildern, z. B. für Messungen, Analysen, Planung und Operationen in verschiedenen Bereichen. Zu den Schlüsselthemen gehören die Beziehung zwischen Bildern und Daten, die Art und Weise, wie Bilder die logistische Welt organisieren und wie sie die menschliche Erkenntnistheorie und Wahrnehmung beeinflussen. Der Vortrag verortet operative Bilder in der Geschichte der Fotografie, des Kinos, der Medienarchäologie und der visuellen Kultur, gegenüber von Kunstwerken von Farocki, Trevor Paglen und vielen anderen. Ziel des Vortrags ist es, Farockis Konzept zu einem breiteren Rahmen für die Analyse der operativen Funktion von Bildern in verschiedenen Bereichen von Gesellschaft und Technologie weiterzuentwickeln.
Gast
Julian Junyuan Feng
Julian Junyuan Feng (*1991) ist Künstler und Schriftsteller und lebt in Shanghai und Zhuhai, China. Derzeit ist er leitender Dozent am BNU-HKBU United International College. Seine Artikel sind in e-flux architecture, frieze, Artforum, Flash Art, Heichi Magazine und LEAP Magazine erschienen.
Ort
Abteilung Kultur und Bildung
Fuzhou Lu 318, Cross Tower 101
Shanghai
China
Fuzhou Lu 318, Cross Tower 101
Shanghai
China