Datum: 7. November 2025, Freitag, 19:30-22:30
Die Dreigroschenoper
Theater|
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West Bund Theatre - Lyric Theatre
- Sprache Deutsch mit chinesischen und englischen Übertiteln
- Preis ¥180/280/380/480/580/680/880/1080
1928 ließen sich Bertolt Brecht, Kurt Weill und Elisabeth Hauptmann von John Gays berühmter Beggar’s Opera inspirieren und schufen daraus die Dreigroschenoper. Mit ihren unvergesslichen Liedern und der frechen, zugleich klugen Gesellschaftskritik wurde das Stück, das am Berliner Ensemble uraufgeführt wurde, zu einem weltweiten Sensationserfolg. „Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral“ – so lauten die berühmten Worte. Doch wer im Wohlstand lebt, lebt zwar bequem, ist damit aber keineswegs gut.
Vom 7. bis 9. November bringt das Berliner Ensemble die von Barrie Kosky inszenierte Dreigroschenoper ins West Bund Theatre in Shanghai. Diese neue Produktion verbindet Glanz mit Härte und wirkt zugleich unterhaltend und verstörend. Unter Begleitung einer Live-Band entfaltet das Meisterwerk mit schwarzem Humor und scharfer Satire seine ganze Kraft. So erleben die Zuschauer:innen in Shanghai unmittelbar Brechts spöttischen und kompromisslosen Blick auf die Wirklichkeit.
Das Projekt wird von der Abteilung Kultur und Bildung des Generalkonsulats der Bundesrepublik Deutschland Shanghai unterstützt.
So haben Mackie Messer, Peachum und Co notgedrungen vor allem ihren eigenen materiellen Vorteil im Blick und betreiben einen erheblichen theatralen Aufwand, um ihn ohne Skrupel durchzusetzen und gleichzeitig genau das zu verschleiern oder gar zu beschönigen. Denn wer wäre nicht gern gut?
In Barrie Koskys Lesart wird die Dreigroschenoper zu einer Großstadtballade über Menschen, die in einer funktionalen, nüchternen Welt ihr Glück suchen. Das würde zunächst damit beginnen, dass man nicht ständig befürchten muss, übervorteilt zu werden oder zu kurz zu kommen. Doch eben das ist in der Welt, die Brecht beschreibt, nicht der Fall. Im Gegenteil. Die Angst vor dem Absturz lauert im System, das keine Regeln, sondern nur Gewinner:innen oder Verlierer:innen kennt: Zerrspiegel des totalen Kapitalismus. So sind es bei Brecht nicht menschliche Untugenden, die gesellschaftliche Missstände erzeugen, sondern umgekehrt. Um daraus jedoch entsprechende Schlüsse zu ziehen und an den Verhältnissen grundsätzlich etwas zu ändern, sind die Figuren zu sehr damit beschäftigt, anderen und sich selbst etwas vorzuspielen.
Gespielt wird mit gängigen, bis zum Klischee geronnenen Vorstellungen von der einmaligen Liebe als romantische Zweierbeziehung, mit Ideen von ewiger Freundschaft, von familiärer Fürsorge und von Mitleid als unabdingbare Voraussetzung für den Kampf gegen Unrecht; mit Versatzstücken aus dem Melodram, aus moralischen Rührstücken, aus Groschenromanen, aus dem Singspiel, der Oper, der Operette und vielem mehr. Die Autoren haben sich damit einerseits einen großen theatralen Spaß erlaubt und gleichzeitig erzeugt dieser ganze falsche Schein viel Einsamkeit, in manchen Fällen vielleicht so etwas wie „splendid isolation“, in anderen führt der Weg eher ins Dunkel, in all die gesellschaftlichen Bereiche, die ausgeschlossen werden. Brecht gelingt das Kunststück, über soziale Kälte zu erzählen, ohne die Figuren herzlos erscheinen zu lassen. Ihr Verlangen nach Nähe und Verbindlichkeit bleibt vor allem dadurch präsent, dass es sich nicht erfüllt – und durch die unvergessliche Musik von Kurt Weill.
(Quelle: https://www.berliner-ensemble.de/inszenierung/die-dreigroschenoper)
Dauer: ca. 3 Stunden (mit 30 Min. Pause)
Sprache: Deutsch mit chinesischen und englischen Übertiteln
Ort: West Bund Theatre · Lyric Theatre
Adresse: 2290 Longteng Avenue, Bezirk Xuhui, Shanghai
Preis: ¥180–1080
Empfohlenes Alter: ab 14 Jahren
Vom 7. bis 9. November bringt das Berliner Ensemble die von Barrie Kosky inszenierte Dreigroschenoper ins West Bund Theatre in Shanghai. Diese neue Produktion verbindet Glanz mit Härte und wirkt zugleich unterhaltend und verstörend. Unter Begleitung einer Live-Band entfaltet das Meisterwerk mit schwarzem Humor und scharfer Satire seine ganze Kraft. So erleben die Zuschauer:innen in Shanghai unmittelbar Brechts spöttischen und kompromisslosen Blick auf die Wirklichkeit.
Das Projekt wird von der Abteilung Kultur und Bildung des Generalkonsulats der Bundesrepublik Deutschland Shanghai unterstützt.
„Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral“
Wer im Wohlstand lebt, lebt zwar angenehm, ist aber noch lange nicht gut.So haben Mackie Messer, Peachum und Co notgedrungen vor allem ihren eigenen materiellen Vorteil im Blick und betreiben einen erheblichen theatralen Aufwand, um ihn ohne Skrupel durchzusetzen und gleichzeitig genau das zu verschleiern oder gar zu beschönigen. Denn wer wäre nicht gern gut?
In Barrie Koskys Lesart wird die Dreigroschenoper zu einer Großstadtballade über Menschen, die in einer funktionalen, nüchternen Welt ihr Glück suchen. Das würde zunächst damit beginnen, dass man nicht ständig befürchten muss, übervorteilt zu werden oder zu kurz zu kommen. Doch eben das ist in der Welt, die Brecht beschreibt, nicht der Fall. Im Gegenteil. Die Angst vor dem Absturz lauert im System, das keine Regeln, sondern nur Gewinner:innen oder Verlierer:innen kennt: Zerrspiegel des totalen Kapitalismus. So sind es bei Brecht nicht menschliche Untugenden, die gesellschaftliche Missstände erzeugen, sondern umgekehrt. Um daraus jedoch entsprechende Schlüsse zu ziehen und an den Verhältnissen grundsätzlich etwas zu ändern, sind die Figuren zu sehr damit beschäftigt, anderen und sich selbst etwas vorzuspielen.
Gespielt wird mit gängigen, bis zum Klischee geronnenen Vorstellungen von der einmaligen Liebe als romantische Zweierbeziehung, mit Ideen von ewiger Freundschaft, von familiärer Fürsorge und von Mitleid als unabdingbare Voraussetzung für den Kampf gegen Unrecht; mit Versatzstücken aus dem Melodram, aus moralischen Rührstücken, aus Groschenromanen, aus dem Singspiel, der Oper, der Operette und vielem mehr. Die Autoren haben sich damit einerseits einen großen theatralen Spaß erlaubt und gleichzeitig erzeugt dieser ganze falsche Schein viel Einsamkeit, in manchen Fällen vielleicht so etwas wie „splendid isolation“, in anderen führt der Weg eher ins Dunkel, in all die gesellschaftlichen Bereiche, die ausgeschlossen werden. Brecht gelingt das Kunststück, über soziale Kälte zu erzählen, ohne die Figuren herzlos erscheinen zu lassen. Ihr Verlangen nach Nähe und Verbindlichkeit bleibt vor allem dadurch präsent, dass es sich nicht erfüllt – und durch die unvergessliche Musik von Kurt Weill.
(Quelle: https://www.berliner-ensemble.de/inszenierung/die-dreigroschenoper)
Information
Datum: 07.11.2025, Freitag, 19:30 / 08.11.2025, Samstag, 19:30 / 09.11.2025, Sonntag, 14:00Dauer: ca. 3 Stunden (mit 30 Min. Pause)
Sprache: Deutsch mit chinesischen und englischen Übertiteln
Ort: West Bund Theatre · Lyric Theatre
Adresse: 2290 Longteng Avenue, Bezirk Xuhui, Shanghai
Preis: ¥180–1080
Empfohlenes Alter: ab 14 Jahren
Ort
West Bund Theatre - Lyric Theatre
2290 Longteng Avenue, Xuhui, Shanghai
China
2290 Longteng Avenue, Xuhui, Shanghai
China