Ghana
​​​​​​​Regionaler „AFRICOMICS“ Workshop

10.07. -15.07.2022

  •  © Goethe-Institut
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Im Juli 2022 kamen 17 Comickünstler und -künstlerinnen in Ghana zu einem internationalen Comic-Workshop zusammen, um eine Woche gemeinsam zu arbeiten, sich kennenzulernen und zu vernetzen und um Beiträge zu einer geplanten Publikation unter dem Titel „Decolonize!“ zu entwickeln.
Die Gruppe bestand aus vier Comicautorinnen und dreizehn Comicautoren aus fünfzehn verschiedenen Ländern: Sudan, Äthiopien, Kenia, Tansania, Uganda, Angola, DR Kongo, Ruanda, Kamerun, Nigeria, Togo, Ghana, Elfenbeinküste, Burkina Faso und Senegal und so wurde auf Englisch, Französisch, Portugiesisch und ab und zuauch auf Deutsch kommuniziert.
Es war geplant, den Workshop von einem dreiköpfigen Team leiten zu lassen, aber leider konnte Birgit Weyhe aufgrund einer Covid-Erkrankung nicht aus Deutschland anreisen. Akosua Hanson aus Ghana und Michael Ross aus Deutschland bildeten daraufhin ein (schon im Ghanaischen Workshop) bewährtes Team und konnten auch auf Birgits Ideen aus der Vorbereitung zurückgreifen.
Die ersten drei Tage verbrachte die Gruppe in Ko-Sa, einer Ferienanlage am Strand ca. 150 Kilometer westlich von Accra. Auf dem Weg dorthin hatte die Gruppe Gelegenheit, die Festung in Cape Coast zu besuchen, die eine der bedeutendsten Stationen für den transatlantischen Sklavenhandel war. Die dort erhaltenen Verliese, in denen tausende Gefangene gleichzeitig über viele Wochen eingepfercht waren, bevor sie durch die „Tür ohne Umkehr“ (Door of no return) auf die Sklavenschiffe geschafft wurden, hinterließen bei allen einen tiefen Eindruck.
In Ko-Sa waren die Tage zunächst dem gegenseitigen Kennenlernen, der Vorstellung der eigenen Arbeiten und Projekte und der Arbeit an den Geschichten gewidmet. Alle Teilnehmenden waren sehr gut vorbereitet und trotz einiger sprachlicher Hürden war der Austausch intensiv, was vor allem einigen polyglotten Teilnehmer*innen zu verdanken war. Bei aller Vielfalt war doch schnell zu merken, wie viel Gemeinsamkeit zu finden war, vor allem wenn es darum ging, seine Rolle als Künstler oder Künstlerin in der Gesellschaft zu finden. Es gab Gruppensitzungen, Einzelgespräche mit Michael und Akosua, und viele Gelegenheiten, am Computer oder Zeichenblatt an den eigenen Entwürfen zu arbeiten.
Die letzten beiden Tage verbrachte die Gruppe in Accra, und der inhaltliche Schwerpunkt lag nun auf der visuellen Gestaltung der Geschichten, die dann am Freitagnachmittag vor dem Plenum präsentiert wurden. Den Abschluss der Woche bildete ein gemeinsames Essen bei der Institutsleiterin Heike Friesel zu Hause.
Dieser einwöchige Workshop war der vorläufige Höhepunkt eines zweijährigen Projekts, und wir sind glücklich, dass alle Ziele, die wir uns gesteckt hatten, tatsächlich erreicht werden konnten. Insbesondere die Dynamik innerhalb der Gruppe war bemerkenswert. Wann immer es Gelegenheit zum Tanzen gab, waren alle dabei, in der WhatsApp-Gruppe wurden viele schöne Erinnerungsfotos ausgetauscht und die Abschiede waren tränenreich.