Pulsierende Beats und volle Floors – Deutschland hat einige Clubs, die sogar Gäste aus anderen Ländern anlocken. Egal ob Techno, House oder Pop, in diesen Häusern schlägt das Herz der Partyszene am stärksten.
Berghain (Berlin)
Weit oben auf der Club-Beliebtheitsskala steht natürlich: das Berliner Berghain. Um die strenge Door-Policy ranken sich Mythen, immer wieder erzählen Promis, dass selbst sie abgewiesen wurden. Wer reinkommt, berichtet von legendären Partys und einer ganz besonderen Atmosphäre. Das Berghain liegt im Berliner Bezirk Friedrichshain und trägt seit 2004 seinen heutigen Namen. Zu hören gibt es vor allem Techno. Der Club, angesiedelt in einem ehemaligen Heizkraftwerk, erstreckt sich über mehrere Stockwerke; in weiteren Teilen des Gebäudes finden auch immer wieder Kunstausstellungen statt. Das Berghain hat vor allem am Wochenende geöffnet, die sogenannte Klub-Nacht läuft von Samstagnacht ohne Unterbrechung bis Montagvormittag. Drinnen herrscht gilt striktes Film- und Fotografierverbot – was in jedem Fall auch zum sagenumwobenen Ruf des Clubs beiträgt.
Kein Technopublikum, sondern Gäste der Berlin Fashion Week 2025, für die der legendäre Club Berghain seine Tore geöffnet hat. | Foto (Detail): © picture alliance/dpa | Jens Kalaene
Bootshaus (Köln)
Das Bootshaus in Köln liegt, wie der Name schon andeutet, in der Nähe des Rheins, auf einem Werftgelände im Stadtteil Deutz. 2025 erreichte es im Ranking des Fachmagazins DJ Mag Platz 7 der besten Clubs der Welt – und ist damit zum wiederholten Mal als der beste Club Deutschlands gekürt worden. Aus guten Gründen: Es gibt drei Floors mit Platz für rund 2000 Menschen, gespielt wird ein Mix aus Underground und elektronischer Mainstream-Musik, außerdem geben sich wiederkehrende Größen der DJ-Szene die Ehre. So haben im Bootshaus schon Tiësto und David Guetta aufgelegt – aber auch aufstrebende DJs bekommen eine Chance. Der Club ist 2004 aus dem ehemaligen Warehouse entstanden, er ist seitdem auf Festivals wie dem Parookaville vertreten. Regelmäßig organisiert das Bootshaus zudem eigene Special-Events.
Nicht zu übersehen: Der Club Bootshaus im Kölner Stadtteil Deutz | Foto (Detail): © picture alliance / CHROMORANGE | Gerd Harder
Man nennt sie die Perle des Südens – die Rakete in Nürnberg hat sich einen Namen als erfolgreicher Club in Süddeutschland gemacht. Es gibt diesen seit 2003, zu Beginn mit gemischtem Angebot aus Konzerten, etwa von Deichkind und Sportfreunde Stiller, und wechselnden Clubabenden mit verschiedenen Musikrichtungen wie beispielsweise Britpop. Mit der Zeit wandelte sich das Konzept, und seit etwa 2007 konzentrieren sich die Betreiber auf elektronische Musik. Fans von House und Techno kommen hier unbedingt auf ihre Kosten. Die Räume sind aufgeteilt auf zwei Floors, im Sommer dient eine Außenterrasse als weitere Tanzfläche. In jüngerer Zeit bietet die Rakete auch andere Projekte wie die Diskussionsreihe „Labor für Clubkultur“. Da kommen Themen wie Szeneentwicklung und Musikproduktion zur Sprache.
Uebel & Gefährlich (Hamburg)
Hamburgs bekanntester Club liegt im vierten Stock eines Bunkers, des ehemaligen Flakturms IV im Stadtteil St. Pauli. Im Uebel & Gefährlich können sich etwa 1000 Gäste tummeln, der Club verfügt über zwei Hauptbereiche, den Ballsaal und das Turmzimmer. Die Dachterrasse musste 2021 schließen. Musikalisch ist man hier breit aufgestellt: Die Palette reicht von Indie, Rock oder Pop über Hip-Hop, Singer-Songwriter-Konzerte bis hin zu (gelegentlich) elektronischer Musik oder Alternative. Hier gibt es also nicht nur Partynächte, sondern auch viel Live-Musik. Sia, Scooter und Billie Eilish sind schon aufgetreten. Zudem engagiert sich der Club für mehr Nachhaltigkeit, etwas mit Initiativen zur Energieeinsparung.
Popsängerin Paula Hartmann bei einem Konzert im Uebel & Gefährlich | Foto (Detail): © picture alliance / xim.gs | xim.gs / Philipp Szyza
Fusion (Münster)
Der Fusion-Club auf dem Gelände Hawerkamp ist einer der ältesten elektronischen Musikspots in Deutschland. Eröffnet wurde der Club 1997, seitdem ist er spezialisiert auf Techno, Hard-Techno und Underground. Die Gäste können zwischen mehreren Floors und einem Outdoorbereich wechseln – und auch zwischen verschiedenen Musikstilen. Die Mischung aus historischen Fabrikgebäuden, industriellem Ambiente und moderner Clubtechnik geben dem Besuch eine unverwechselbare Note. Schon deshalb zieht das Fusion Gäste aus ganz Nordrhein-Westfalen an. Der Name Fusion steht für die Idee, Veranstaltungen, Special Events und bekannte Partyreihen in einer Location zu verbinden.P1 (München)
Münchens legendärster Club lebt seit Jahrzehnten von seinem Ruf als Ort der Promis und des Glamours. Im Untergeschoss vom Museum „Haus der Kunst“ gelegen, war der Club einst ein Offizierstreff der amerikanischen Besatzungstruppen. Seit 1984 ist das P1 eine Adresse für prominente Gäste und solche, die gerne mit ihnen gesehen werden und mit ihnen feiern. In der Hochphase des Clubs standen keine Geringeren als etwa Tina Turner, Woody Allen und die Toten Hosen auf der Gästeliste. Das musikalische Spektrum ist breit: Es werden Pop, House, Hip-Hop und elektronische Musik gespielt – je nach Event. Der Clubgäste können zwischen Haupt-Dancefloor, Lounges, VIP-Zonen und einem Außenbereich für Sommernächte hin und her wechseln. Wer rein möchte, sollte schick angezogen sein – der Dresscode unterscheidet sich im P1 deutlich von Underground-Techno-Clubs.
Gute Stimmung beim Sommerfest des Münchner Clubs P1. | Foto (Detail): © picture alliance/dpa | Felix Hörhager
Distillery (Leipzig)
Der Leipziger Club Distillery öffnete 1992 seine Türen – und ist damit der älteste Technoclub Ostdeutschlands. Entstanden ist er aus illegalen Raves, die in einer stillgelegten Brauerei stattfanden. Ursprünglich für Techno und House bekannt, erweiterte die Tille, wie der Club in Leipzig genannt wird, ihre Musikauswahl in Richtung Drum & Bass, Dubstep, HipHop und Reggae. Neben reinen DJ-Sets gibt es auch immer wieder Live-Konzerte oder Poetry Slams im Distillery. Der Club musste oft umziehen. Zuletzt wurde das langjährige Gebäude an der Kurt-Eisner-Straße abgerissen. Als Folge feierten Fans eine 72-Stunden-Abschiedsparty, danach blieb der Club ab 2023 für zwei Jahre geschlossen. Im August 2025 kam es dann zum großen Re-Opening in der Messehalle 7.Februar 2026