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19:00–22:00 Uhr

German Zombie Films

Filmvorführung | Die Toten wandeln in unserer Halloween-Doppelvorstellung

  • Goethe-Institut New York, New York, NY

  • Sprache Deutsch mit englischen Untertiteln
  • Preis Kostenloser Eintritt

Ein Zombie aus dem Film „Rammbock“ © Underrated

A zombie from the film 'Rammbock: Berlin Undead' © Underrated

Mit einer Einführung von Deniz Sertkol. Vorstellungen um 19:00 und 20:45 Uhr mit anschließender Pause.

Von Vampirfilmen und Kannibalismus bis hin zum Zombiefilm hat das deutsche Kino seit der Stummfilmzeit sämtliche Facetten des Genres erkundet und das internationale Horrorkino von Beginn an nachhaltig beeinflusst. In der heutigen Horrorlandschaft mag Deutschland weniger präsent sein als Frankreich, Österreich oder Spanien. Dennoch belebt eine neue Generation von Filmschaffenden das Genre und knüpft an eine Tradition an, die in einem der historischen Ursprungsorte des Horrors verwurzelt ist. Man denke an Nosferatu, Das Cabinet des Dr. Caligari und Der Student von Prag.

Im vergangenen Jahr haben wir uns den blutrünstigen Genrefilmen der 1970er-Jahre gewidmet; in diesem Jahr richten wir den Blick auf ein bestimmtes Subgenre: den Zombiefilm. Häufig als politische Allegorie auf Konformismus, Rassismus und Kapitalismus gelesen, gehört der Zombie zu den vielseitigsten Motiven des Horrorkinos und überschneidet sich immer wieder mit postapokalyptischen Erzählungen und Science-Fiction.

Die beiden Filme der diesjährigen Auswahl nähern sich dem Zombiemotiv auf ganz unterschiedliche Weise: In Endzeit bringt ein Zombievirus zwei höchst unterschiedliche Frauen zusammen, die auf einem Roadtrip nach Jena nicht nur gegen Zombies kämpfen müssen. Im Kammerspiel Rammbock kämpft Michael in einem Berliner Wohnhaus gegen die Untoten, um seine Ex-Freundin Gabi wiederzufinden.

Endzeit

Zwei Jahre nachdem eine Zombie-Virus-Epidemie Deutschland und darüber hinaus erfasst hat, sind nur noch zwei Städte sichere Zufluchtsorte: Weimar und Jena. Die melancholische Vivi und die skrupellose Eva, beide von ihrer Vergangenheit verfolgt, entwickeln eine ungewöhnliche Verbindung, als sie von Weimar nach Jena fliehen, wo Wissenschaftler:innen nach einem Heilmittel suchen. Auf ihrer Reise begegnen sie nicht nur den Untoten, sondern entdecken auch, dass sich die Natur die Welt auf unerwartete Weise zurückerobert hat.

Carolina Hellsgårds zweiter Spielfilm basiert auf der Graphic Novel von Olivia Vieweg und wurde von einem ausschließlich weiblichen Filmteam realisiert. Kurz vor der COVID-19-Pandemie veröffentlicht, wirken seine düsteren Vorstellungen vom Verhältnis zwischen Natur und Mensch heute besonders beklemmend.

Endzeit
Regie: Carolina Hellsgård
Deutschland 2018
90 Min.
Mit Gro Swantje Kohlhof, Maja Lehrer, Trine Dyrholm

Rammbock

Voller Herzschmerz kehrt Michael nach Berlin zurück, um seiner Ex-Freundin Gabi ihre Schlüssel zurückzubringen – und gerät dabei mitten in eine Zombie-Apokalypse. Gemeinsam mit dem jungen Klempner Harper sitzt er in ihrer Wohnung fest und hält sich die Zombies vom Leib, während er nach Gabi sucht – untot oder lebendig. Rammbock zeigt ein Berlin, wie man es nur selten auf der Leinwand gesehen hat, und ist zugleich eine willkommene Zeitkapsel in eine analoge Ära – eine Zeit, in der der mürrische Berliner Nachbar vielleicht mehr als nur ein schlechtes Wort für dich übrig hat. Marvin Krens Spielfilmdebüt aus dem Jahr 2010 legte den Grundstein für seine Karriere als Genreregisseur und bescherte Deutschland seinen allerersten Zombiefilm.

Rammbock
Regie: Marvin Kren
Deutschland 2010
63 Min.
Mit Michael Fuith, Theo Trebs, Anka Graczyk, Emily Cox, Andreas Schröders

Text von Deniz Sertkol.

Deniz Sertkol ist freie Filmkuratorin und Kritikerin. Nach Studien in Passau, Aix-en-Provence und Potsdam schrieb sie über viele Jahre für verschiedene Publikationen und war für Institutionen wie dem Goethe-Institut und dem German Film Office New York sowie bei internationalen Festivals tätig. Ihre Arbeit bewegt sich an der Schnittstelle von Filmkritik, Programmgestaltung und öffentlicher Kinokultur und verbindet Fragen von Gender, Identität und Migration. Sie hat eine Schwäche für Genrefilme – besonders Horror.