Onutė Gražinytė, Pianistin

Onutė Gražinytė Foto: Privat Ich habe sehr früh angefangen zu sprechen. Meine Mutter sagt, dass ich im Alter von einem Jahr zusammenhängende Sätze gesprochen habe. Ich habe mich schon immer sehr zu Sprachen hingezogen gefühlt, genauso zur Musik und auch zu Deutschland. Und aus diesem Grund auch zur deutschen Sprache. Zuerst besuchte ich die Nationale Čiurlionis Schule, dann ging ich nach Hannover, wo ich Klavier studierte. 
 
Ich lebe jetzt seit sieben Jahren in Deutschland, und die Kenntnis dieser Sprache ist für mich zweifellos der Schlüssel zur Integration in die deutsche Kultur, die Welt der Musik und zum Verständnis der lokalen Mentalität.
 
Es ist kein Geheimnis, dass jede Sprache ihren eigenen „Charakter“ hat, ihren eigenen Stil, und ein Teil ihrer Kultur ist hier verschlüsselt. Genauer gesagt: Sprache ist Kultur und Kultur ist Sprache. Viele wichtige Werke für Musik- und Kunst sind in deutscher Sprache verfasst, und es ist wunderbar, sie aus der Perspektive der Originalsprache studieren zu können. 
 
Ich reise oft für Konzerte ins Ausland. Die letzte längere Reise ging nach Frankreich. In jeder Stadt, in der ich gespielt habe, habe ich Franzosen getroffen, die hervorragend Deutsch sprachen! Es war sofort einfacher, mit diesen Menschen in Kontakt zu treten, gemeinsame Gesprächsthemen zu finden, über ihre Lebensgeschichte zu erfahren und herauszufinden, warum sie ebenfalls diese Sprache sprechen.
 
Für mich ist das Erlernen der deutschen Sprache eine Chance, eine Brücke zu einer Kultur und Menschen, die für die Kunst wichtig sind. Ich bin auch eine gewisse Botschafterin, eine offene Austauschbrücke für Deutsche, um Litauen besser kennen zu lernen, um die litauische Identität kennen zu lernen. Und das alles auf Deutsch, in einer für sie verständlichen Sprache.

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