Sabine Brachmann-Bosse
Welche Auswirkungen könnte das Projekt auf die zukünftige Arbeit der Goethe-Institute weltweit haben?
Für mich hat „Your Language Counts!“ gezeigt, wie sehr Sprachlernprozesse und sprachliche Vielfalt mit schulischer Integration und Bildungsgerechtigkeit verbunden sind. In vielen Ländern Europas entstehen immer heterogenere, mehrsprachige Klassen. Wenn wir als Goethe-Institut diese Realität auch im Kontext der Förderung von Deutsch in nationalen Bildungssystemen ernst nehmen, können wir unsere Arbeit in der Sprachbildung neu ausrichten, hin zu einem Verständnis von Mehrsprachigkeit als Ressource – auch für den Deutschunterricht.
Das Projekt hat uns ermöglicht, Lerner*innen mit ihrem ganz persönlichen sprachlichen Repertoire zu sehen und wertzuschätzen – das stärkt sie in ihrer Identität und Lernmotivation. Hinzu kommt ganz praktisch die Vernetzung von Herkunftssprachenlehrkräften über Ländergrenzen hinweg, das Lernen voneinander und der Austausch zwischen europäischen Akteuren, der dieses Projekt auch für das Goethe-Institut so wertvoll macht.
Was muss getan werden, um HSU weiter zu fördern?
Ganz klar: Herkunftssprachen brauchen mehr Sichtbarkeit, mehr Struktur und mehr Anerkennung. Viele Lehrkräfte arbeiten noch zu sehr am Rand des Systems. Sie brauchen Vernetzung, Professionalisierung und feste Einbindung in die Schulen.
Gleichzeitig braucht es politische Entscheidungsträger*innen, die mutig sagen: „Mehrsprachigkeit ist Teil guter Bildung.“ Einer der wirkungsvollsten Projektergebnisse ist, dass wir Ressourcen geschaffen haben, die direkt weiterverwendet werden können – einen Evaluationsbericht, eine Plattform für Lehrkräfte, eine bildungspolitische Roadmap sowie ein praxisorientiertes Handbuch. Diese Instrumente sorgen dafür, dass die Arbeit weit über das Projektende hinaus weitergeführt werden kann und dass andere unmittelbar an unsere Erfahrungen anknüpfen können. Jetzt braucht es nationale Partner, die das aufgreifen und den europäischen Austausch zu einzelnen Aspekten und Fragestellungen der Mehrsprachigkeitspraxis fortsetzen.
Möchtest Du noch etwas zu dem Projekt sagen?
Ganz besonders eindrücklich waren für mich die menschlichen Begegnungen während er zwei Projektjahre: Herkunftssprachenlehrkräfte, die sich erstmals professionell gesehen und ernst genommen fühlten und Schüler*innen, die z.B. durch einen Briefaustausch erkannten, dass ihre Migrationsgeschichten über Landesgrenzen hinweg miteinander resonieren.
Ein entscheidender Mehrwert des Projekts lag in der europäischen, multiperspektivischen Zusammenarbeit. Die unterschiedlichen Bildungssysteme, politischen Rahmenbedingungen und gesellschaftlichen Verständnisse von Mehrsprachigkeit in Schweden, Finnland, den Niederlanden, Deutschland und Griechenland haben uns gezwungen, unsere eigenen Annahmen zu hinterfragen und neue Lösungswege zu denken. Gerade diese Vielfalt an Perspektiven hat die Qualität der Ergebnisse erhöht: Erkenntnisse konnten verglichen, wichtige Parallelen sichtbar gemacht und gute Beispiele in neue Kontexte übertragen werden. Ohne dieses partnerschaftliche, europäische Konsortium wären viele dieser Einsichten nicht möglich gewesen.
Für mich hat „Your Language Counts!“ gezeigt, wie sehr Sprachlernprozesse und sprachliche Vielfalt mit schulischer Integration und Bildungsgerechtigkeit verbunden sind. In vielen Ländern Europas entstehen immer heterogenere, mehrsprachige Klassen. Wenn wir als Goethe-Institut diese Realität auch im Kontext der Förderung von Deutsch in nationalen Bildungssystemen ernst nehmen, können wir unsere Arbeit in der Sprachbildung neu ausrichten, hin zu einem Verständnis von Mehrsprachigkeit als Ressource – auch für den Deutschunterricht.
Das Projekt hat uns ermöglicht, Lerner*innen mit ihrem ganz persönlichen sprachlichen Repertoire zu sehen und wertzuschätzen – das stärkt sie in ihrer Identität und Lernmotivation. Hinzu kommt ganz praktisch die Vernetzung von Herkunftssprachenlehrkräften über Ländergrenzen hinweg, das Lernen voneinander und der Austausch zwischen europäischen Akteuren, der dieses Projekt auch für das Goethe-Institut so wertvoll macht.
Was muss getan werden, um HSU weiter zu fördern?
Ganz klar: Herkunftssprachen brauchen mehr Sichtbarkeit, mehr Struktur und mehr Anerkennung. Viele Lehrkräfte arbeiten noch zu sehr am Rand des Systems. Sie brauchen Vernetzung, Professionalisierung und feste Einbindung in die Schulen.
Gleichzeitig braucht es politische Entscheidungsträger*innen, die mutig sagen: „Mehrsprachigkeit ist Teil guter Bildung.“ Einer der wirkungsvollsten Projektergebnisse ist, dass wir Ressourcen geschaffen haben, die direkt weiterverwendet werden können – einen Evaluationsbericht, eine Plattform für Lehrkräfte, eine bildungspolitische Roadmap sowie ein praxisorientiertes Handbuch. Diese Instrumente sorgen dafür, dass die Arbeit weit über das Projektende hinaus weitergeführt werden kann und dass andere unmittelbar an unsere Erfahrungen anknüpfen können. Jetzt braucht es nationale Partner, die das aufgreifen und den europäischen Austausch zu einzelnen Aspekten und Fragestellungen der Mehrsprachigkeitspraxis fortsetzen.
Möchtest Du noch etwas zu dem Projekt sagen?
Ganz besonders eindrücklich waren für mich die menschlichen Begegnungen während er zwei Projektjahre: Herkunftssprachenlehrkräfte, die sich erstmals professionell gesehen und ernst genommen fühlten und Schüler*innen, die z.B. durch einen Briefaustausch erkannten, dass ihre Migrationsgeschichten über Landesgrenzen hinweg miteinander resonieren.
Ein entscheidender Mehrwert des Projekts lag in der europäischen, multiperspektivischen Zusammenarbeit. Die unterschiedlichen Bildungssysteme, politischen Rahmenbedingungen und gesellschaftlichen Verständnisse von Mehrsprachigkeit in Schweden, Finnland, den Niederlanden, Deutschland und Griechenland haben uns gezwungen, unsere eigenen Annahmen zu hinterfragen und neue Lösungswege zu denken. Gerade diese Vielfalt an Perspektiven hat die Qualität der Ergebnisse erhöht: Erkenntnisse konnten verglichen, wichtige Parallelen sichtbar gemacht und gute Beispiele in neue Kontexte übertragen werden. Ohne dieses partnerschaftliche, europäische Konsortium wären viele dieser Einsichten nicht möglich gewesen.