(Ägypten)
Ibrahim Farghali fasst in Worte, was zwischen Mann und Frau zumeist ungesagt bleibt. Dadurch thematisiert er zugleich die herkömmlichen Machtbeziehungen und stellt sie in Frage. Mit Hilfe einer phantastischen Verfremdung gelingt es ihm, Hemmung, Selbstverlust und emotionales Scheitern zu entlarven.
Geboren 1967 in Mansura, Ägypten, arbeitet Ibrahim Farghali nach dem Studium der Wirtschaftswissenschaften an der Mansura-Universität heute als Journalist für die Kulturseiten der Zeitung „al-Ahrām“ in Kairo. Einen großen Teil seines Lebens verbrachte er in Oman und in den Vereinigten Arabischen Emiraten - eine Lebensphase, die entscheidend seinen literarischen Stil beeinflusst hat.
In Literaturkreisen erregte Farghali vor allem durch seine zweite Sammlung von Erzählungen, Die Phantome der Sinne, Aufsehen. Im Mittelpunkt dieser Erzählungen steht die Liebe zwischen Mann und Frau, der er sich über die intellektuelle wie auch sinnliche Erfahrung nähert. Die einzelnen Geschichten sind eigenständig und abgeschlossen, verketten jedoch unterschiedliche Erfahrungen durch ähnliche Erlebnisse. Daraus ist eine Sequenz spannungsvoller emotionaler Studien entstanden, welche vom vermeintlichen Widerspruch zwischen Liebe und Begierde zu erzählen weiß.
Ibrahim Farghali veröffentlichte seine erste Erzählung „Weiss-Rot“ 1992 in der Literaturzeitschrift „Adab wa-naqd“. Darauf folgte 1997 die Geschichtensammlung In Richtung der inneren Augenwinkel, 1998 der Roman Die Höhle der Schmetterlinge. In seinem neusten Werk, Das Lächeln der Heiligen, beschreibt Farghali die Beziehung zwischen den Muslimen und den koptischen Christen in Ägypten. Dabei gelingt es ihm in einem Zwischenraum von Realismus und Phantasie, diesem vieldiskutierten Thema neue Sichtweisen abzugewinnen.






