Wagnis der Erinnerung

Das gelbe Heft

  • Auszug: Gelesen auf Rumänisch von dem Autor
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Eine Erzählung des rumänischen Autors Filip Florian in einer Übersetzung von Georg Aescht.

Mein Gedächtnis rostet langsam, und das ist gut. Noch ist es gut. Die Erinnerungen anderer sind mir egal, ich bin nicht auf sie angewiesen und kann mir, wo ich doch sowieso täglich eine Menge Pillen schlucke, wenigstens das Lezithin sparen. Von dem kalten Regen, der weder aufhört noch heftiger wird, tun mir die Knie weh, als wollten sie mir zeigen, wie es ist, wenn etwas ganz verrostet ist. Und ich schreibe, was kann ich tun, ich schreibe, trage keine Salbe mehr auf, schlucke nicht auch noch die vierte Tablette und bleibe dran an dem amerikanischen Bombenangriff. Ich denke nach über das Unheil, das Bukarest getroffen hatte, das ist alles, jetzt da ich Teetasse und Teekanne zur Hand habe. Meinen Lieblingstee. Thymian. Ohne Zucker.

Wie dem auch sei, am deutlichsten in Erinnerung habe ich das Summen. Ein grausames, wahnsinniges Summen, als wären Tausende von Bienen in meine Ohren gedrungen. Ich hatte keine Angst vor Stichen, ich hatte meine Handflächen an die Schläfen gepresst, unsinnigerweise, die Bienen schwirrten ungehindert in meinem Kopf herum, sie surrten, schwärmten und flogen dauernd gegen mein Trommelfell an. Ich glaubte, sie hätten schon begonnen, Waben zu bauen, und da ich meinte, bei alle dem Getöse müsse auch etwas Gutes herauskommen, hoffte ich, mir würden ein paar Tropfen Honig an den Wangen herunterlaufen. Nichts lief da herunter. Erst am späten Samstagabend war ich sicher, dass die Schwärme tüchtig gewesen waren, nachdem Mutter mich in einer Emailwaschschüssel gewaschen und meine Ohren mit auf Streichhölzern gedrehten kleinen Wattebäuschen gesäubert hatte. Wie nie zuvor, sammelte sie die Wachskrümel und legte sie in das runde Metalldöschen, in dem sie früher Pfefferminzbonbons aufbewahrt hatte. Auf dem Deckel des Döschens stand »Daphné«, und Mutter versprach, irgendwann werde sie das Wachs einschmelzen und Kerzen daraus gießen.

Nicht vergessen werde ich auch die Dunkelheit, fahl und staubig und von Lichtstreifen durchzogen, sechs an der Zahl, so viele Luftlöcher waren in den Deckel gebohrt worden. Ich kauerte da auf der Seite, nachdem ich mich geweigert hatte, auf dem Rücken zu liegen, weil ich nicht aussehen wollte wie Onkel Paul, als er langgestreckt im Sarg gelegen hatte, mitten im Winter. Der Koffer bebte bei jedem Einschlag wie ein zerbeultes Fass, das über Steine gerollt wird, und ich sah den weißen Friedhof, das maßgerecht geschaufelte Grab, den Erdhügel auf dem Schnee, die Soutanen der Priester und die schwarzen Kleider der anderen, die Blumen und den lackierten Sarg, die Eiszapfen, die am Arm eines lockenköpfigen steinernen Engels hingen. Ich konnte mich nicht bewegen und fragte mich irgendwann, ob ich überhaupt noch atmete. Da mir nicht klar war, ob Luft in meine Brust gelangte oder nicht, mutmaßte ich, dass der Tod wohl überhaupt nicht weh tut und über einen kommt wie ein flaumiger Nebel, in dem man leicht verlorengeht. Ich kniff mich in den Ellbogen, heftig, sehr heftig, es tat verdammt weh, und gerade als der Boden noch schlimmer bebte als zuvor, war ich mir sicher, dass ich lebte. Mutter war neben mir, nicht im Koffer, da hätte sie gar nicht hineingepasst, sie hatte sich daneben unter das Bett gelegt, eingeschlagen in eine Bettdecke. Wenn die solchermaßen gewickelte Decke wie ein grüner Pfannkuchen aussah, musste Mutter innen drin aussehen wie Sauerkirschmarmelade. Ich hätte alles drum gegeben, den Arm ausstrecken zu können und auch sie zu kneifen, doch das war unmöglich, also begann ich lauthals nach ihr zu schreien, bis ich merkte, dass noch nicht einmal ich selbst mich hörte. Wie ich da so schrie und zappelte in dem Holzkoffer, das war wohl, würde ich sagen, ich weiß es nicht, möglich ist es aber, das war wohl so, wie ich möglicherweise geschrien und gezappelt habe im Bauch meiner Mutter zwei Monate vor meiner Geburt, bei dem Erdbeben von 1940.

Ansonsten hatte die Zeit ihr Maß verloren, die Minuten waren zu Stunden angeschwollen, die Sekunden waren außer Rand und Band, der Kuckuck aus der Wanduhr war bestimmt auf und davon und suchte nach einer Baumhöhle oder sonst einem Unterschlupf. Dann ließ das Beben des Hauses immer weiter nach, die Minuten wurden wieder zu Minuten, die Sekunden fanden zu ihrem Rhythmus zurück, der Kuckuck kam wieder und schlug erschöpft dreimal an, während unsere Stimmen sich überschlugen. Wie gewöhnlich ertönte die heiserste Stimme als letzte und legte sich über all die anderen, denn der Urgroßvater, ein ehemaliger Artillerist, war etwas schwerhörig und ahnte nicht, dass Leute anders sein könnten als er selbst. In einer gemeinsamen Anstrengung zogen Lili, die Tante Marieta und der Urgroßvater den Koffer unter dem Bett hervor, dazu das in eine grüne Bettdecke geschlagene Bündel, ließen mich und Mutter durchatmen, uns umarmen, endlos und ohne voneinander abzulassen, den Starrkrampf abschütteln und begreifen, dass es vorbei war. Als ich sie endlich ansah, traute ich meinen Augen nicht, was ihre Gesichter für Farben spielten, alle zwischen Fischblau und Mehlweiß. Als ich dann, wie durch eine schmutzige Fensterscheibe, die Umgebung wahrnahm, bemerkte ich das Tohuwabohu im Zimmer. Die dicht und träge schwebenden, im Licht flimmernden Staubpartikel erinnerten an Sprühnebel, senkten sich jedoch nicht herab auf die überall verstreuten Scherben, die aus der Bibliothek gefallenen Bücher, die umgestürzte Stehlampe, den gesprungenen Krug, die auf dem Teppich verstreuten Narzissen oder das große Bild eines venezianischen Kais, das ebenfalls auf dem Fußboden gelandet war und sich an einer Ecke aus dem Rahmen gelöst hatte. Obwohl sie sich unter anderem um die Sauberkeit im Haus zu kümmern hatte, machte Lili keine Anstalten, Besen und Kehrichtschaufel zu holen. Sie stand reglos da und presste eine Hand vor den Mund, als wollte sie verhindern, dass Laute über ihre Lippen kamen.

Erst draußen im Hof wurde ich des Rauchs über der Stadt gewahr. Wie Teer ergoss er sich in einem riesigen Schwall und verdüsterte das klare Blau des Himmels. Aber in der Schwärze da draußen wanden sich eigentlich Hunderte von dicken Schwaden empor wie Schlangen, die mit den Schwänzen statt mit den Köpfen Feuer spien und sich gegen Süden richteten, der Sonne zu, sie zu verschlingen. Obwohl die gigantische Wolke, gewaltiger brodelnd und dunkler als alle Wolken, sich nicht auf uns zubewegte, hätte ich Mutter um nichts auf der Welt losgelassen. Ich hielt ihre Knie umschlungen, presste meine Wange an ihren linken Oberschenkel und spürte, dass aus ihren Fingern, die mir durchs Haar fuhren, aus ihrem Flüstern und den Falten ihres Rockes ein guter Dunst aufstieg, der mich vor dem Rauch und den unzähligen darin sich windenden Schlangen schützte. Petrache, der Hund mit seinen braunen Flecken und den Schlappohren, musste auch gespürt haben, dass er dort Schutz fand, ganz eng strich er um die Beine meiner Mutter, winselte und leckte ihre Schuhe. Ringsherum aber erstreckten sich die Gefilde der Angst. Großvaters Reittier, die Stute Stela, hatte eine Stalltür durchbrochen und übersprang in wahnsinnigem Galopp alles, was ihr im Weg stand, die Bänke im Obstgarten, die Fässer, die zum Trocknen vor dem Keller standen, die Zäune um das Erdbeerbeet und die frischgestutzten Hecken am Rande der gekiesten Allee. Eine der Kühe war, weiß Gott wie, aus dem Pferch entwichen und versuchte, mit der schweißbedeckten Stute Schritt zu halten, während die anderen mitsamt den Kälbern aufgeregt brüllten und sich gegen das Balkentor drängten, drauf und dran, es in den Staub zu treten. Auch die Haubenhennen gackerten und flatterten, krallten sich im Maschendraht fest und hackten wie tollwütig mit den Schnäbeln ins Leere. Hoch oben, über den Wipfeln der Pappeln, jagten unendliche Krähenschwärme nach Osten, die Stare flogen keine Schleifen und Wenden mehr, und hinter dem Haus, im Wald von Cernica, tobte unerhörtes Vogelgeschrei. Eine Zeitlang meinte ich, das Heulen, das von Bukarest herübergellte, wäre das Zischen der schwarzen Schlangen, doch Tante Marieta, Großmutters Schwester, klärte mich auf, es seien die Armeesirenen, die das Ende des Luftangriffs verkündeten. Eigentlich habe ich auch weder ein Flugzeug am Himmel noch das Feuer irgendeiner Explosion gesehen. Dann flaute das Getöse nach und nach ab und das Glockengeläute des Klosters am See drang bis zu uns herüber. Wahrscheinlich hatten sie von allem Anfang an, als der Äther mit Bomben gespickt war, ohnmächtig geläutet. Ich fragte mich, wer wohl im Glockenturm die Stränge zog, Macarie, der Alte, von dem Mutter Bücher lieh, oder irgendein anderer, jüngerer, sehniger und ängstlicher Mönch.

Eine merkwürdige Arithmetik, eine Art Zahlenspiel, das ich nie durchschaut habe, hatte sich an jenem Tag eingeschlichen. Da es ein Dienstag war, gab es drei böse Stunden, und der Kalender zeigte den April an, stand also auf der Vier. Sodann gerieten die Dinge ein bisschen durcheinander und wiederholten sich, denn dort auf dem Gut waren wir fünf Menschenseelen, die den Schrecken erlebt hatten, zugleich hatte der Urgroßvater, der über militärische Kenntnisse und eine Brust voller Orden verfügte, fünf Angriffswellen gezählt. Erst später dann, um die Mittagszeit, wurde die mathematische Logik wirklich kompliziert, als der dunkelblaue Ford unter fortwährendem Hupen übers Feld heranjagte. Das rußgeschwärzte und staubbedeckte Automobil bremste vor den Stufen zur Veranda ab und hielt etliche Sekunden, neun, vielleicht vierzehn, mit laufendem Motor. Großvater hatte die Stirn auf das Lenkrad gelegt, während Großmutter uns von der Rückbank mit einem bis zur Unkenntlichkeit entstellten Gesicht etwas zurief. Statt Puder und Gesichtscreme lag auf ihren Wangen, ihren Lidern und ihrem Kinn eine graue Schicht, durchzogen von dünnen Rinnsalen, die Wimperntusche und Tränen zurückgelassen hatten. Dann stiegen sie beide aus, so dass wir nicht mehr zu fünft, sondern zu siebt waren, einige weinten, alle umarmten wir uns, während zwischen unseren Beinen Petrache herumwuselte und durch unsere Köpfe der Gedanke ging, dass wir zu acht hätten sein können, wenn nicht Vater, der Professor Stefan Stratin, an der Front zum Leutnant gleichen Namens geworden wäre. Großmutter trank Wasser, erstaunlich viel Wasser, während Großvater nach dem starken Pfirsichschnaps verlangte, dem doppeltgebrannten, von dem er etliche Gläschen kippte. Sie redeten wirr durcheinander, mit einem Überschuss von Gesten und Meinungen, sie widersprachen sich in einem fort, Großmutter reihte grausame Szenen, Greuel, Tragödien und Katastrophen aneinander und sagte, sie habe jetzt ein klares Bild von der Hölle, denn die Hölle sei über Bukarest hereingebrochen, Großvater konnte sich nicht genug darüber wundern, was für ein Glück unsere Familie gehabt hatte, waren wir doch heil davongekommen, die Häuser in der Stadt stehengeblieben, sein Schmuckgeschäft nicht getroffen worden, noch dazu hatten wir ja diesen Zufluchtsort, das Gut, wo wir sicherer waren als irgendwo sonst. Er meinte, die Amerikaner seien doch nicht blöd, ihre Bomben in einen Wald zu schmeißen, und die Deutschen hätten keine Zeit mehr, Bunker oder Depots in der Nähe zu bauen. Ich gestehe, dass mich mit meinen vier Jahren das Schicksal der Häuser, des Geschäfts neben der Universität oder der deutschen Wehranlagen nicht interessierten und ich mit offenem Mund der Großmutter lauschte, die auf der Calea Grivit¸ei mit eigenen Augen ein Pferd gesehen hatte, das zerfetzt und auf einen Balkon im dritten Stock geschleudert worden war, die eine Geschichte von Zwillingsbrüdern zu erzählen wusste, die schwerverletzt aus den Trümmern geborgen worden waren, die schwor, dass die Statuen und Grabkreuze des Friedhofs Sfînta Vineri bis in die Ruinen der Eisenbahnwerkstätten geflogen waren, die nicht nur von Tausenden Toten gehört, sondern Hunderte von silbernen Flugzeugen und zig lodernde Menschenleiber gesehen hatte, Männer und Frauen, die auf dem Dach des Hotels »Splendid« bei lebendigem Leibe verbrannten. Bei der Geschichte vom Friedhof nippte der Großvater, diesmal etwas bedächtiger, von dem Pfirsichschnaps und gelangte zu dem Schluss, dass man auch hier noch von Glück reden konnte. Er wandte sich an Tante Marieta, die noch Trauer trug, und erinnerte sie daran, dass er sie überzeugt hatte, Onkel Paul auf dem Friedhof Bellu zu beerdigen, obwohl sie sich Sfînta Vineri gewünscht hatte. Als Urgroßvater das hörte oder auch nicht, eher nicht, hustete er, stand urplötzlich auf und hielt einen Vortrag über den Bomber B 24. Der Flieger sollte, wie er bei einer Kegelpartie von einem Obersten der Intendantur erfahren hatte, vier Pratt&Whitney-Motoren mit je eintausendzweihundert Pferdestärken, neun Geschütze und eine zehnköpfige Besatzung haben. Er wog wohl siebenundzwanzig Tonnen und konnte drei Tonnen Sprengkörper aufnehmen.

Es wurde Abend. Petrache machte sich von der Veranda davon und beschnupperte die noch knospenden Wildrosenbüsche. An einem davon pinkelte er und begann zu bellen. Und bellte. Bellte in einem fort. Bis Mutter hinging, um nachzusehen, und eine funkelnde Bombe fand, die senkrecht in der Erde steckte.

*

Ich suche keine Entschuldigungen. Weder wirkliche noch erfundene, überhaupt keine. Was sollen wir denn mit Entschuldigungen? Und was ist wirklich? Was ist erfunden? Die Vergangenheit ist wie eine wechselhafte Wolke, sie nimmt alle möglichen Farben und Formen an, mal erscheint sie wie ein weißer Wolf in vollem Lauf, dann wie ein grauer Büffel, dann wieder wechselt sie ins hellere Grau und erinnert an eine Burgruine, bald jedoch schwärzt sie sich ein und wird zum fünfköpfigen Drachen, um später wieder in milchiger Tönung das Profil einer Königin heraufzubeschwören. Ich hege keine Zweifel und, leider, auch keine Illusionen. Die Vergangenheit ist sehr eigen und glitschig wie ein Fisch. Und manchmal hat sie just die Ausmaße eines Automobils der Marke Pobeda, millimetergenau in allen technischen Einzelheiten, von den Abmessungen der Seitenspiegel bis zum Kaliber des Auspuffrohrs.

Ganz ehrlich, ich weiß nicht mehr, ob der Himmel an jenem Morgen bewölkt war. Doch die Wolken am Himmel sind das eine, und die anderen Wolken sind ein anderes. Wir gingen über die Heuwiesen hinunter zum Dorf und kürzten die Windungen des Weges auf steilen Pfaden ab. Ich glaube, es war Anfang Juli, denn dort in den Bergen waren die Sauerkirschen gerade erst reif geworden, und Vater war wie alle anderen Leute zur Heumahd ausgerückt, wo doch die Schule schon seit Wochen aus war. Ich ging an der Seite von Ilie, dem Zwerg, deshalb war mir nicht bange vor den zottligen Hunden mit Knütteln am Hals, die manchmal von den Almen auf uns zustürmten. Keinen einzigen trafen wir, es hätte mir allerdings auch nichts ausgemacht, wenn wir verbellt oder gar angegriffen worden wären. Schmächtig wie er war mit seinen zehn Jahren, als wäre er erst sechs, ging Ilie dann in die Hocke, stützte die Handflächen auf den Boden und nahm die Haltung einer Kröte an, daraufhin stieß er einen langen gellenden Schrei aus, der kaum zu ertragen war. Darauf hielten die Viecher jedesmal inne in ihrem Gekläff, spitzten die Ohren, zogen gleich darauf den Schwanz ein und stoben davon, als hätten sie einen nackten Teufel gesehn und nicht ein Kind in geflickten Kleidern, die es von den größeren Brüdern geerbt hatte. Wir sollten ein Kilo Zucker holen, Mutter hatte uns geschickt, weil sie aus dem Körbchen Blaubeeren, das wir am Vortag gemeinsam gepflückt hatten, Marmelade machen wollte. Von weitem sahen wir, dass die Tür zum Geschäft geschlossen war, und als wir schließlich im Tal ankamen, standen wir vor dem Vorhängeschloss, das in seinen Ringen hing. Rostig und trostlos hing es da und ließ uns bis zum Mittag warten, als Tante Puita erschien, die das Essen für die Mäher wärmen und schnellstens hinaufbringen wollte. Zuvor hatte ich aber die Gelegenheit beim Schopf ergriffen, dutzende leere Flaschen auf Zaunpflöcke zu spießen und sie mit Steinen zu zerschmettern. Zur gleichen Zeit hatte sich Ilie in den Hühnerstall geschlichen und drei Eier geklaut, deren Eiweiß wir mit Zucker verrührt trinken wollten.

Auf dem Rückweg steil bergauf sprangen uns Gräser und Büsche förmlich an. Und während wir in den Schößen unserer Hemden Erdbeeren sammelten, die zu Schaum geschlagen werden sollten, hörten wir es hinter uns röhren, ein unablässig lärmender Motor, aus dessen Zylindern das Letzte herausgequetscht wurde. Wir wandten uns um und sahen ein Automobil, schwarz wie ein Leichenwagen, dem die Steilhänge, Schlaglöcher und Felsbrocken nichts auszumachen schienen. Es war das erste, das den Berg meisterte, nachdem zwei Jahre zuvor, im Herbst 48, der Laster mit unseren Möbeln und Habseligkeiten aus Bukarest in einem Wäldchen steckengeblieben war, so dass wir die Sachen mit einem Pferdewagen nach oben schaffen mussten. Starr vor Staunen verfolgten wir die Fahrt, als wäre das Vehikel vom Mond gefallen, wir schütteten die Erdbeeren in die Zuckertüte und rannten ihm entgegen, um es näher zu betrachten. Zu allem Überfluss kam das dickwanstige Gefährt just auf unserer Höhe zum Stehen, und die erhitzten Männer darin sagten, sie hätten im Rathaus niemanden angetroffen. Sie fluchten über alle und jeden mitsamt seinem verdammten Heu, dann schlugen sie in einem gelben Heft eine mit Tintenstift geschriebene Namensliste auf und fragten uns, wo Stefan Stratin wohnte. Der Zwerg sah ihnen starr in die Augen, wie er es mit den Hütehunden tat, zwar stieß er keinen langgezogenen gellenden Schrei aus, gab aber zur Antwort, er habe noch nie von einem solchen Menschen gehört. Aber das ist doch mein Vater, brachte ich gleich darauf stammelnd hervor, wo doch die Männer in Stoffanzügen uns mitnehmen wollten zu einer Spazierfahrt bis zum Haus des Lehrers. So ist’s recht, Pimmelchen, du weißt es doch, sagte der Kerl auf dem Beifahrersitz, ein hagerer Schlacks mit tiefliegenden Augen, der sich in einem fort mit dem Taschentuch über die Stirn fuhr. Er haute Ilie eine herunter, packte ihn am Hemdkragen und fragte, warum er gelogen hatte, ließ dann aber von ihm ab, auf Zureden eines schwitzenden untersetzten Kerls, der meinte, so ein schmales Hemd wie der habe doch von Tuten und Blasen keine Ahnung. Sie nahmen uns in die Mitte, das russische Automobil startete und begann zu röhren wie vorhin, Ilie schwieg sich aus, und mir kamen allerhand Zweifel, ob ich mich zu Recht freute, ob die Lust auf Erdbeerschaum und der Stolz, Sohn des Lehrers zu sein, nicht etwa ein Blödsinn waren. Erfahren sollte ich es eine Viertelstunde später, als das Auto, bei uns angelangt, im Schatten der Eschen hielt.

Die Männer, vier an der Zahl, trugen ihre Revolver offen, Mutter auf den Eingangsstufen rührte sich nicht, sie wischte nur ihre Hände an der Schürze ab, Vater schlenderte heran, die Sense auf der Schulter und den Hut im Nacken, und achtete nicht auf uns, als hätte er gerade erst die Stute und das Fohlen, die Kirschbäume, die angepflockte Ziege und den Kamm der Berge entdeckt, auf dem noch Schnee-flecken leuchteten. Ich wäre ihm so gerne entgegengesprungen, aber der Hagere mit den tiefliegenden Augen hielt meine Schulter fest wie in einem Schraubstock. Sie zielten mit den Revolvern auf ihn, brüllten, er solle die Sense fallenlassen, und nannten ihn einen Banditen und einen Spion, dabei war er Gymnasialprofessor, Sohn eines Goldschmieds und seit zwei Jahren Dorflehrer, noch bevor sie ihn aber, während Mutter gellend schrie, ins Auto bugsieren konnten, kam Vater für einen Augenblick frei, vielleicht weil er an der Front gewesen war und kämpfen konnte. Er schaffte es gerade noch, mir zärtlich über den Scheitel zu streichen und mich auf die Stirn zu küssen. Mit zerfetzter Lippe und bluttriefendem Kinn wurde er abtransportiert.

*

Andrei lag quer über dem Bett und war noch ganz benommen vom Schlaf, als ihm der Gedanke kam, Fliegen hätten Köpfe aus Gummi. Er sah zu, wie sie gegen die Fensterscheiben flogen und dabei weder ohnmächtig wurden noch zu leiden schienen, er verfolgte vor allem den Flug eines blauschimmernden Fliegerichs, eines Exemplars, das jedem Insektarium zur Ehre gereicht hätte, als er spürte, wie ihm die stickige Luft den Atem nahm. Er warf die karierte Bettdecke von sich, riss das Fenster auf und reckte die Nase in den leichten Wind, der vom Berg herabwehte.

Von dort oben vom Balkon überblickte man die ganze Straße, so dass ihm gleich klar war, dass keiner seiner Freunde die Gegend unsicher machte. Über allem breitete sich ein schläfriger Nachmittag, die ganze Stadt schien Schlafmittel genommen zu haben. Die Bäume ließen ihre Zweige schlaff herunterhängen, ein Eichelhäher tänzelte auf den Spitzen des Lattenzauns, die Enten im Hof waren wer weiß wohin verschwunden, und Gruiu, der Hund der Nachbarn im Erdgeschoss, lag langgestreckt unter dem Marillenbaum, an dem er angekettet war. Irgendwo unten im Tal war ein Häuflein Mensch zu sehen, eine Frau, die langsam und stetig den Hang heraufstieg, wobei sie zwischen den Zwerchsäcken, die sie über beide Schultern geworfen hatte, hin und her schwankte. Er beobachtete sie eine Weile, dann kehrte er, da die Kühle in seinen dünnen Schlafanzug fuhr, zum Bett zurück.

Seine nackten Füße klatschten auf den Boden, doch es wurde ihm keinerlei Beachtung geschenkt. Sein Urgroßvater Stefan, mit der Brille auf der Nasenspitze im Sessel versunken, schien nur für das gelbe Heft Augen zu haben, das er am Morgen entdeckt hatte. Er hatte es ihm bei seiner Rückkehr aus der Schule um zwei, als gerade die Sonne hinter den Wolken verschwand, gezeigt und las seither ununterbrochen, wobei er selten blätterte – offenbar hatte er Mühe, die krakelige kleine Schrift auf den vergilbten, fleckigen Seiten zu entziffern. Er konnte es nicht lassen, immer wieder zu bekannten Stellen im ersten Teil zurückzublättern, die er dann geduldig suchte. Jedenfalls hätte man angesichts des abwesend wirkenden Alten gemeint, der Furz sei eher dem Ofen oder irgendeiner Schublade des Schreibtisches entfahren, keinesfalls aber seinem geschwollenen Bauch, der vor ganzen vierundachtzig Jahren auf die Welt gekommen war. Die Gase aber, die jedes Chemielabors spotteten, hatten in der Stille des frühen Oktobers besonders lange Bestand. Ungesehen hatten sie ihren schwefligen Gestank überall verbreitet, waren in die Ritzen der Möbel und der Wände gedrungen, in alle Ecken, selbst in die Falten der Bettwäsche. Benommen von den Gerüchen, gab Andrei es auf, durch das Gewebe des Bettlakens zu atmen, und trat die Flucht in die Küche an. Als er zur Tür hinauswollte, fixierten ihn über den Brillengläsern zwei wässrige, faltenumkränzte Augen. Ich hab’ Durst, nuschelte der Alte.

Im Spülbecken hatten sich etliche schmutzige Teller vom Mittagessen angesammelt. Er machte sich nicht ans Spülen, sondern schnitt zwei Scheiben Brot, die er mit Marmelade bestrich. Auch dort prallten die Fliegen gegen die Fensterscheiben, Quittenmarmelade war es, ein rötliches Licht kroch über die bewaldeten Hänge im Westen herab, und ganz zaghaft schien etwas von den Hoffnungen der Familie aufzukeimen, die ihn ein Trimester lang dem Urgroßvater überantwortet hatte, bei dem er zu Appetit kommen sollte. Danach, allerdings nicht gleich danach, schob er mit dem Unterarm die Sachen auf dem Tisch zur Seite: den Teekessel, das Salzfass, den Kochtopf, einen Schöpflöffel und die Ansichtskarte, die der Briefträger eine Woche zuvor gebracht hatte, abgesandt aus Peru von einer Unbekannten, die noch gar nicht mitbekommen hatte, dass seine Urgroßmutter Veturia seit sechs Jahren auf dem Friedhof am Stadtrand ruhte. Auf der freien Fläche breitete er alles aus, was er aus der Schultasche holte, unter all den Lehrbüchern und sonstigen Kleinigkeiten griff er sich das Album, in dem allerdings keine Briefmarken, sondern Schauspielerfotos steckten. Während er einen säuerlichen Happen hinunterschluckte, lächelte er Stallone zu, der, die Boxhandschuhe unter dem Kinn, weiterhin finster dreinschaute, bereit, einen vernichtenden Kinnhaken zu landen. Er versteckte dann die Fotosammlung, indem er das Album in eine Zeitung wickelte, leckte die Marmelade von den Fingern ab und machte sich an die Hausaufgabe in Geschichte. Die Idee dieser Bauern, die mitten auf dem Feld in Bobîlna ihre Wagen im Kreis aufgestellt hatten, um einer Armee die Stirn zu bieten, erschien ihm verblüffend. Das war, als hätte er sich in Bukarest, statt sofort abzuhauen, mitten zwischen den Wohnblocks hinter Mülltonnen verbarrikadiert und darauf gewartet, dass die Nachbarn, denen er die Luft aus den Autoreifen gelassen hatte, über ihn herfielen. Statt sich um das Schicksal irgendwelcher Aufständischer zu kümmern, zog er es vor, in Erfahrung zu bringen, weshalb Gruiu so wütend war. Er sah hinab in den Hof und stellte fest, dass Tante Nuta, die ihren ganz eigenen Theorien über Fett und Muskeln anhing, ihre Ferkel aus dem Stall gelassen hatte.

Da läutete das Telefon, und zu seinem Erstaunen hörte Andrei diesmal nicht etwa, wie der Alte erklärte, er sei kerngesund, wie er flunkerte, dass sein Urenkel, mit den neuen Lehrern und dem Unterricht bestens zurechtkäme, wie er sich über die Verspätung der Rentenauszahlung beklagte oder Geschichtchen aus dem Viertel zum Besten gab. Wie noch nie sprach der Urgroßvater mit verhaltener Stimme und ziemlich vielen Unterbrechungen, so dass der Junge, der nicht einmal die Hälfte der Wörter verstand, sich auf Zehenspitzen näherschlich, darauf bedacht, nur ja nichts umzustoßen, sein Ohr, das rechte, gegen die Tür drückte, sich mit den Handflächen am Türstock abstützte und horchte. Die Geschichte aber, die auch seine Mutter am anderen Ende der Leitung zu hören bekam, nahm ihren Anfang um zehn Uhr vormittags, als der Alte seinen Rasierpinsel in warmes Wasser getaucht, sich die Wangen eingeseift und mit der Rasur begonnen hatte. Merkwürdig war die Uhrzeit, denn gewöhnlich kümmerte er sich gleich im Morgengrauen, sobald er sich gewaschen hatte, um seinen Schnäuzer und seine weißen Stoppeln. Dabei hatte er, da es halt kommt, wie es kommen muss und ein Zufall notwendigerweise den andern ergibt, festgestellt, dass der Rasierapparat so gut wie gar nicht mehr schnitt. Mit eingeschäumtem Gesicht hatte er das Badezimmerschränkchen geöffnet und darin gewühlt, zwischen Knöpfen, Nadeln, Kerzen, Lockenwicklern, Seifenstückchen, die für schlimme Zeiten aufbewahrt wurden, Döschen und Tüten mit Pillen und Pülverchen, Scheren, Bürsten, Verbandsmull, Fläschchen mit Spiritus und Lavendel. Als er nach einem Kamm gegriffen hatte, war der ihm aus den Fingern gerutscht, und dabei hatte er gemerkt, wie eine Rasierklinge in rotem Papierumschlag durch einen Bretterspalt irgendwo in der Rückwand verschwunden war. Dort war er nicht mehr herangekommen und hatte deshalb das Schränkchen aus den Haken gehoben, mit denen es an der Wand befestigt war, und es auf einen Stuhl gestellt. Er hatte es ganz geleert, das eine Regalbrettchen herausgezogen und eine Zange, einen Hammer und einen Meißel geholt, um die dünne Rückwand zu lösen. Zu seiner Verwunderung jedoch hatte sich die Sperrholzplatte schon bei der ersten Berührung gelöst und eine zweite Platte drei Zentimeter dahinter freigegeben. In dem schmalen Zwischenraum hatte er neben Wollmäusen, Spinnweben und der Rasierklinge im roten Umschlag ein Heft entdeckt. Ein Heft mit verschlissenem Einband, von Feuchtigkeit gewellten, von Schimmel durchzogenen Blättern. Ein gelbes Heft, hauchte der Urgroßvater in den Hörer, nicht weil dies ein Geheimnis gewesen wäre, sondern weil seine Stimme versagte. Dann schwieg er, und dem Jungen schien es, als ob in dem Schweigen so etwas wie ein Seufzer mitschwang, wie ein Windstoß.

Dann erfuhren sie, seine Mutter in der Bukarester Wohnung und er in dem weitläufigen Vorzimmer, das sich abendlich verdunkelte, wer der Inhaber des Heftes gewesen war, einer, den sie alle geliebt hatten, auf die je eigene Art, es war ihr Vater und sein Großvater und des Alten Sohn. So, wie sie jenseits der Tür geschildert wurden, erschienen Marcels Aufzeichnungen nicht als Tagebuch, sondern als herbe Erinnerungen, aneinandergereihte Geschichten, die Bitterkeit, Zärtlichkeit und Ironie verströmten.

Im Zimmer brannte kein Licht, statt Strahlen strömte durch das Schlüsselloch ein schwerer Atem, der die Finsternis verdichtete. Der Junge vernahm Aussagen zu dem Unfall und zu der unnötigen Operation, schnappte Einzelheiten merkwürdiger Episoden auf, etwa eines amerikanischen Bombenangriffs und einer Verhaftung, dann knipste er das Licht an und begann herumzulärmen. Sosehr er aber darauf wartete, er wurde nicht ans Telefon gerufen.

Um die Stunde, zu der sie gewöhnlich Brotscheiben rösteten und mit Butter schmierten, sagte ihm der Urgroßvater, er habe keinen Hunger. Lust auf Fußball hatte er auch keine, vielmehr sagte er ihm, er solle das Radio mit in die Küche nehmen und leise stellen. Während er mehlige Kekse knabberte, spürte Andrei, wie die Gänsehaut an seinen Armen hochkroch, als der Moderator vor dem Hintergrund einer italienischen Melodie ankündigte, er gebe jetzt die Verbindung an das Stadion in der Chaussee S¸tefan cel Mare ab, wo Dinamo Bukarest gegen Sporting Lissabon antrat.

Im Brausen der Ränge und dem Wortschwall des Kommentators hörte er zeitweise auf zu kauen, als hätte ihn der Geschmack der Kekse daran gehindert, sich die Namen der Spieler zu merken. Dann aber packte ihn das Fieber des Spiels, er ließ die geballten Fäuste auf die Tischplatte krachen, sprang bis zur Lampe, als Demollari verschoss, zitterte als Dinamovist bei jedem Angriff der Portugiesen, knickte ein bei den schwachen Schüssen von Moga und Dorinel Munteanu, nagte unablässig an den Fingernägeln, schrak auf, wenn Figo dribbelte, schnellte mit dem Torhüter Stelea durch die Luft und war erschöpft, als die erste Halbzeit endete.

In der Pause, als im Hintergrund Nachrichten liefen und er in einem Glas Sirup rührte, kam ein merkwürdiges Husten aus dem Nebenzimmer. Er schaltete das Radio aus, der Husten ging in ein Röcheln über und hörte nicht auf. Dann wurde er schnell heftiger, begleitet von atemlosem Ächzen und Stöhnen. Der Junge verharrte, den Teelöffel in der Luft, bis es still wurde. Eine lange, gellende Stille. Später, als der Urgroßvater ins Vorzimmer trat, war Andrei einer Ohnmacht nahe. Der Alte war nicht gestorben, und Dinamo hatte nach einhundertzwanzig Minuten dank der Tore von Gabor Gerstenmayer Sporting bezwungen und ins Bett geschickt.

 

Filip Florian © Mircea Struteanu
Filip Florian aus Rumänien
Filip Florian, geb. 1968 in Bukarest / Rumänien; Studium der Geologie und Geophysik an der Universität Bukarest (1987 – 1990); Redakteur für die Kulturzeitschrift Cuvîntul, anschließend für Radio Freies Europa; freier Mitarbeiter bei Radio Deutsche Welle; Teilnahme an zahlr. Literaturfestivals und Buchmessen in Frankfurt, Turin, Leipzig, Istanbul, Warschau und Budapest; freier Schriftsteller; zahlr. Buchveröffentlichungen, zuletzt Zilele regelui, Roman (Bukarest 2008); Băiuţeii, Roman (Bukarest 2006 und 2007), Degete mici, Roman (Bukarest 2005 und 2007); in deutscher Übersetzung liegt vor: Kleine Finger (Degete mici), Roman (Frankfurt am Main 2008); sein erster Roman Degete mici wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, wie beispielsweise mit dem Debütpreis der Kulturzeitschrift România Literară 2005.

 

Eine Übersetzung von Georg Aescht
Georg Aescht, geb. 1953 in Zeiden / Siebenbürgen (Rumänien); war nach einem Studium der Germanistik und Anglistik an der Universität Klausenburg / Cluj Lehrer an einem deutschsprachigen Gymnasium; wanderte 1984 in die Bundesrepublik Deutschland aus; nach siebenjähriger Arbeit als Korrektor in einer Setzerei trat er die Stelle eines Redakteurs bei der Bonner Stiftung Ostdeutscher Kulturrat an, wo er derzeit die Kulturpolitische Korrespondenz redigiert. Neben seiner feuilletonistisch publizistischen Tätigkeit hat er zahlr. Bücher rumänischer Autoren (u. a. Ion Agârbiceanu, Carmen Francesca Banciu, Filip Florian, Norman Manea, Gellu Naum, Alexandru Papilian, Andrei Pleşu, Mihail Sebastian und Alexandru Vona) sowie aus dem Französischen ins Deutsche übersetzt und war als Herausgeber tätig.