Wagnis der Erinnerung

Der Angelhaken

  • Auszug: Gelesen auf Albanisch von dem Autor
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  • Auszug: Übersetzung auf Deutsch
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Eine Erzählung des albanischen Schriftstellers Ardian-Christian Kyçyku in einer Übersetzung von Dr. Ardian Klosi.

Sie waren so gutmütig oder sie hatten so viel überflüssige Zeit, dass sie ihm das Begräbnis ausrichteten, die Leichenhalle, den Pfarrer, die Schreiner, die Totengräber und den Wagen bezahlten, der seinen Leichnam vom Armenhaus zum Friedhof brachte. Sie waren auf eine bestimmte Art seine Zwillingsgeschwister, Zwillinge von unterschiedlichen Müttern, nach Geschlecht und Religion verschieden. Den einzig wirklichen Unterschied machten ihre Namen aus, wenigstens ihre Spitznamen, die sie aus ihren Heimatländern mitgebracht oder hier durch irgendwelche ungewöhnliche Taten erworben hatten. Er jedoch war einfach bekannt als »der, den die Hündinnen nicht ankläffen«. Er wurde als einziger im Hof vor dem Schlafsaal, am Fenster, im Speiseraum, auf der Straße, die zur Stadt führte, Tag und Nacht von den ewig trächtigen, ihre Welpen hütenden und hungrigen Hündinnen der Umgebung nicht angebellt. Vielleicht kannte er die Hundesprache. Der Pfarrer, von zwei improvisierenden Sängern begleitet, sprach seine Seele von den absichtlich oder unabsichtlich begangenen Sünden frei, während er seinen Weihrauchkessel hin und her schwenkte, als wäre er am Säen, danach ein Kreuz in die Luft und über den Kopf des Verblichenen schlug, bevor er den Totengräbern winkte, dass sie den Sarg langsam in die Erde senkten. Die Erde schien plötzlich ganz locker und leicht, sie ließ es sich nicht anmerken, dass sie gleich gierig blieb, egal wen man in ihr begrub. So sagten einige der Anwesenden, die fremde Erde behandelte die Fremden mit einem gewissen Mitleid.

Als man mit dem Zunageln des Sarges begann, schrie eines der Mädchen auf und stürzte sich auf die Nagelnden.

»Neein!«, schrie sie, »jetzt erinnere ich mich. Eines Morgens, als er vom Angeln zurückkam, hat er mir anvertraut, dass er …«

»Was?«, fragte ein älterer Migrant.

»… eingeäschert werden wollte. Ja, gewiss. Und seine Asche sollte man über dem Meer verstreuen.«

»Über welchem Meer?«, fragte ein anderer. »Woher willst du wissen, dass er dieses Meer meinte?«

»Wir haben halt kein Geld, ihn zu einem anderen Meer zu bringen.«

»Über dem Meer allgemein?«. Das Mädchen blieb dabei. »Das war sein letzter Wunsch. Vielleicht … vielleicht hat er ihn in sein Notizbuch geschrieben.«

Der Pfarrer machte ein grimmiges Gesicht. Ihm war es untersagt, einen Verstorbenen zu segnen, der sich gewünscht hatte, verbrannt zu werden.

»Dann sollt ihr ihn selber besingen«, sagte er, »ich habe meine Arbeit erfolgreich getan.«

Der Sarg wurde wieder auf den Wagen geladen, und man fuhr in die Richtung des Krematoriums. Sie mussten sich beeilen, denn der Körper wurde, wie man sagte, in dieser merkwürdigen Stunde des Todes bis zu fünf Mal schwerer, und dann war es fast unmöglich ihn hochzuheben. Dies sollte sich am Eingang des Krematoriums bewahrheiten.

»Er ist ja bleischwer geworden«, sagte die Wache, »als wäret ihr hierhergekommen, nicht einen Menschen, sondern Blei zu schmelzen.«

»Wir sind friedfertige Leute«, grinste einer der Einwanderer. »Blei schmelzen und Kugeln anfertigen, das tun andere.«

Der Direktor des Krematoriums verlangte einen horrenden Preis für die Einäscherung. Jeder wusste, dass ihre Sprache schuld war. Wenn man die Sprache des Landes nicht beherrscht, dann wird man tüchtig ausgenommen. In ihrem Falle kam noch die Fremdensteuer dazu, die das Krematorium erhob, weil es die Verantwortung für die Gefahren trug, die von den fremden Körpern ausgehen könnten – wie unbekannte Giftstoffe, ungenügend erforschte Düfte dunkler Herkunft oder mit schwer vorhersagbaren Folgen.

Im kahlen Innenhof des Krematoriums hingen sie traurigen Gedanken nach, verfolgten mit ihren Blicken die von ihrem toten Freund ausgehenden Rauchschwaden, und dabei zündeten sie sich mürrisch eine Zigarette an. Jeder sah in diesem Rauch eigene Erlebnisse und Wünsche. Eine gute Lösung war das Einäschern gewesen.

»Der Arme«, sagte das Mädchen. »Er hätte länger leben können.«

Der älteste der Einwanderer verzog den Mund. »Und warum?«, sagte er, »um einen noch schwärzeren Rauch von sich zu geben?«

»Er ist erlöst«, sagte eine Frau. »Und du wünschst, dass er länger lebt. Hast du ihn vielleicht geliebt?«

Das Mädchen antwortete nicht sofort. Sie wischte verstohlen eine Träne ab und sagte: »Ich weiß nicht. Vielleicht. Eigentlich nicht. Es war keine Liebe wie sonst. Er liebte eine andere. Ein Mädchen aus seinem eigenen Land.«

»Das bedeutet doch nicht, dass du ihn nicht liebtest, oder ihn nicht hättest lieben können.«

»Vielleicht schon. Es war aber unmöglich, ihn sehr, ihn wirklich zu lieben. Verstehst du? Man merkte sofort, dass er einer anderen gehörte.«

»Und die Arme weiß gar nicht, dass er tot ist«, fügte eine andere Frau hinzu.

Das Mädchen fragte verlegen: »Welche Arme?«

»Na die, die er liebte.«

»Ach ja, die muss man auch benachrichtigen. Damit sie nicht umsonst auf ihn wartet.«

Der Älteste warf ihr einen vorwurfsvollen Blick zu.

»Sie soll es selber erfahren«, stotterte er. »Wir dürfen mit dem Warten einer verliebten Frau nicht spielen. Woher wollen wir wissen, ob die Arme überhaupt noch etwas so Wertvolles wie dieses Warten hat?«

»Ja ja«, meinte eine der Frauen. »Sie soll es selbst merken. Es wird ihr auffallen, dass keine Briefe, keine Nachrichten, keine Anrufe mehr kommen … Sie wird es selbst begreifen, so wie wir alle es begriffen haben.«

»Mir ist kein Geliebter im Ausland gestorben«, sagte das Mädchen.

»Es ist noch nicht aller Tage Abend«, erwiderte der Älteste.

Die Schwaden vom Rauch des Freundes hatten sich gelegt.

Der Älteste hatte die Zeit und die Gelassenheit gehabt sie zu zählen.

Dann beschlossen sie zu losen, wer die Asche über das Meer verstreuen sollte.

Das Los zog eine Frau, die erst seit einem Monat in der Fremde war.

»Du beginnst diese Sache unter einem guten Omen«, sagte das Mädchen.

»Welche Sache?«, fragte verwirrt die Gewinnerin.

»Die Hölle«, antwortete der Älteste.

Sie kamen aus oft ganz verschiedenen Ländern und Kulturen, und sie verständigten sich nur notdürftig in der Landessprache, die sie zusammengeführt hatte. Sie akzeptierten die grobe und unzulängliche Ausdrucksweise der anderen ohne die leiseste Andeutung eines wohlwollenden Lächelns.

»Ein langes Leben«, lachte einer der Angestellten des Krematoriums, als er ihnen die Urne übergab. »Gott soll ihm Glück im Wasser und in der Luft geben!«

»Ha, dass er doch deine Mutter …«, stieß der Älteste gallig hervor.

Sie gingen zu Fuß bis zu der kleinen Bucht am Meer, wo der »den die Hündinnen nicht ankläfften« jeden Morgen nach der Arbeit zu tauchen pflegte, um Fische zu fangen oder die monströse Vorstellungswelt seiner Sehnsucht zu kühlen.

Der Älteste übernahm sodann die Aufgabe die Asche zu verstreuen. Ihm stand das wohl mehr als jedem anderen zu, war er doch der inoffizielle Begründer dieser Einwanderergemeinde, der längst die Bitterkeit so vieler zunichte gewordener Träume überwunden hatte, ohne seine Seele zu verkaufen.

Die Frauen waren zu Tränen gerührt. Sie beweinten nur kurz die Jugend dessen, den die Hündinnen nicht ankläfften, sie stellten sich vor, dass sie in diesem nebelgrauen Staunen vor den langen Tagen, in ihren unterdrückt schlummernden Träumen, eines Tages in die Heimat zurückkehrten oder wenn sie nie zurückkehren würden, alle der Reihe nach durch den Hals dieser Urne gehen mussten.

Der Älteste sorgte dafür, dass die Asche nicht vom Winde zur Küste getragen wurde, sondern sich im Wasser des Meeres auflöste.

»Es ist doch wirklich schrecklich, von einem Angelhaken erfasst zu werden.« Die älteste Frau brach das Schweigen. »Ein Fisch zu sein … Stellt euch mal vor, keine Hände, keine Rettungsmöglichkeit … der Haken fest an der Kehle, am Magen oder in der Lunge …«

»Wir wollen hier nicht die Asche eines Fisches verstreuen.« Der Älteste knirschte mit den Zähnen. »Denk besser daran, was es bedeutet, Mutter oder Vater zu sein. Und irgendwo weit in der Ferne, stell dir vor, verstreuen fremde Leute die Asche deines Sohnes …«

Der Älteste hatte als erster gemerkt, dass der, den die Hündinnen nicht ankläfften, fehlte. Er hatte den Direktor des Lagers und die Taucher verständigt, er war zusammen mit ihnen getaucht, war zwischen Riffen, Algen und hungrigen Krebsen herumgeirrt, bis man ihn endlich gefunden hatte. In achtzehn Meter Tiefe. Und obwohl sie wussten, dass der, den die Hündinnen nicht ankläfften, nicht wieder zum Leben erwachen würde, mochten sie ihren Augen nicht trauen. Es war nicht so sehr die schöne Farbe seines Körpers oder der lebendige, ja geradezu ermutigende Ausdruck seiner Augen, sondern es war der Fisch. Ein Riesenfisch, groß wie ein Boot. Der, den die Hündinnen nicht ankläfften, hatte ihn mit seiner Angel gefangen und er hatte sich die Angelleine um die Taille geschlungen. Der Fisch, vermutlich ebenfalls um ihn nicht zu verlieren, war tiefer und tiefer hinabgestoßen, bis er zu der Stelle kam, wo der Fänger seinen Geist aufgeben sollte.

Der Älteste kannte diese Art Fische seit eh und je. Mancherorts auf dem Balkan und weiter weg am Kaspischen Meer nannte man ihn »Koran«. Es war ein fleischfressender Fisch. Geriet er an eine Angel, starb er vor Wut. Die Farbe seiner Schuppen änderte sich dann vollständig, man hätte glauben können, einen anderen Fisch gefangen zu haben. Dieser hier aber wollte nicht sterben und behielt die Farbe bei, die er seit seiner Geburt besaß. Er hatte dem, den die Hündinnen nicht ankläfften, den Rücken zugekehrt und gewartet, bis das Blut des Einwanderers aus Ohren, Mund und Nase floss, bis die Zuckungen des Fängers nachließen, bis der Älteste und die Taucher herunterkamen und starr vor Staunen waren. Dann hatte der Fisch geschnaubt, war noch weiter in die Tiefe geschnellt, und dabei wurde ihm der Haken zusammen mit einem Stück seiner Eingeweide, rot wie eine Kakipflaume, aus der Brust gerissen. Erst dann hatten sich die zu spät gekommenen Retter dem, den die Hündinnen nicht ankläfften, zugewandt und ein zweites Mal gestaunt. Er war nackt, wachsfarben, gleichsam leuchtend, von einem Kranz von Aureolen umfangen. Fische und andere Meerestiere hatten lediglich sein Unterzeug und sein ledernes Armband gefressen.

Es schien, als wäre er soeben aus dem Mutterleib geboren, ohne je eine Kindheit gehabt zu haben, in dem Alter, das er kurz vor dem Tode, so um die Dreißig, besaß, entbunden von einer Mutter, die das Leben selbst oder gar der Tod hätte sein können.

Die Urne war schnell geleert.

Die Asche hatte sich mit dem Meerwasser vermischt und war wieder zu Erde geworden.

»Aus der Erde kommen wir – zur Erde gehen wir«, hatte der Pfarrer so oft gesungen.

Erst als die Urne leer war, ohne jeglichen Rest von unverbrannten Knochen, ohne Asche und Staub von Träumen, fingen sie an sich zu fragen, was wohl seinen Blick so getrübt hatte. Er hätte doch eine Vorahnung haben müssen. Es schien, dass er gar nicht hätte leben können ohne jeden Morgen, wenn er von der Arbeit kam, in der Bucht zu tauchen. Und außerdem verkleidete er sich in der Faschingszeit gern als Fisch. Allerdings aß er nie Fisch. Was er fing, behielt er ein paar Stunden in einem großen Aquarium in seinem Zimmer, dann setzte er sie wieder aus. Er freute sich wie ein Kind, wenn er sah, dass die Fische das Schwimmen nicht verlernt hatten. Wusste er wirklich nicht, dass Fische gleich wie Ertrunkene das Schwimmen wieder von den Wellen lernen, selbst wenn sie es vergessen hatten? Oder wollte er vielleicht dem Schicksal einen Wink geben, damit dieses ihn, wenn er es mit der Angel gefangen hatte, nach einer Weile wieder freilassen würde?

Gegen 3 Uhr am Nachmittag kehrten sie von der Bucht zurück. Sie hatten keinen Hunger. Im Speiseraum war niemand, und hätten sie auch gebettelt, keiner hätte ihnen ein Essen außerhalb der Öffnungszeiten gebracht.

Der Älteste rauchte eine selbstgedrehte Zigarette.

Die Hündinnen kamen aus ihren stinkenden Schlupflöchern und gaben keinen Laut von sich. Vielleicht weil sie keinen mehr hatten, den sie nicht ankläffen konnten. Der, den sie nie angekläfft hatten, kannte wohl jenes Sprichwort, dass man leichter einen Furz aus einem Toten als einen Dollar aus einem Migranten ziehen kann. Und mit der Luft war er ins Reine gekommen, bevor er jenen Fisch so groß wie ein Boot fing.

Unter dem Aquarium in seinem Zimmer hatte er in einem Umschlag Geld hinterlassen. »Für die Ausgaben danach« hatte er darauf geschrieben. Als der Älteste dieses Geld zählte und nachrechnete, stellte er fest, dass der, den die Hündinnen nicht ankläfften, alles bis auf das Verstreuen der Asche bezahlt hatte. Was sie alle übrigens zu seiner und zu ihrer eigenen Ehre unentgeltlich getan hatten. Von nun an mussten diese das verzweifelnde Winseln der Hündinnen ertragen, wie das Gewinsel der Seelen, die achtlos in die Luft geschleudert, an Sandstränden und in salzigen Gewässern hingeworfen wurden. Und sie mussten darauf warten, dass jemand das Bellen der Hündinnen gelegentlich brechen würde.

Nie mehr badeten sie in ihrer Lieblingsbucht. Und wenn sie dort zufällig vorbeikamen, insbesondere in der Früh, beim Gebell der Hündinnen und so erschöpft, dass ihnen selbst das Ende der Welt gleichgültig war, wiegten sie den Kopf und sagten, ein jeder in seiner Sprache, dass der Mensch nie größere Fische fangen sollte als er braucht – es sei denn das Kläffen wird ihm unerträglich.

 

Ardian Kyçyku © Valentin Boboc
Ardian Kyçyku from Albania
Ardian Kyçyku, Künstlername: Ardian-Christian Kyçyku, geb. 1969 in Pogradec/Albanien; lebt in Bukarest (Rumänien). Studium der Albanischen Sprache und Literatur an der Universität Tirana; Promotion an der Universität Bukarest (1998); Dekan der Universität „Gheorghe Cristea” in Bukarest; Mitherausgeber der Literaturzeitschrift „Haemus“; zahlr. Buchveröffentlichungen in albanischer Sprache, zuletzt Shkëlqesi, Theaterstück (2009), Ati (2009), Gjaku asnjanës - jetë suflerësh, Theaterstück (2009) sowie zahlr. Buchveröffentlichungen in rumänischer Sprache, zuletzt Loc pentru o singură păpuşă – poveste de filmat / film de povestit (2008), Empatycon sau Cartea vieţii premature, Roman (2007, 2009); Kycyku ist Mitglied der Schriftstellervereinigung Rumäniens, des Schriftstellerverbandes Albanien, der Akademie der Wissenschaft und Künste Zentraleuropas sowie der Schriftstellervereinigung in Bukarest; Gründungsmitglied des albanischen Kulturvereins „Haemus“.

Ardian Klosi

Eine Übersetzung von Dr. Ardian Klosi
Ardian Klosi, geb. 1957 in Tirana/Albanien, gestorben 2012. Nach dem Studium der Albanologie in Tirana 1980-1986 Arbeit als Lektor und Übersetzer im Belletristik-Verlag Naim Frashëri. Danach Studium der Germanistik und der Vergleichenden Literaturwissenschaft an der Universität Innsbruck mit Promotion im Jahr 1990. Nach seiner Rückkehr in Albanien Engagement bei der Studentenbewegung und der neuen freien Presse.1993-1998 lebte und arbeitete er in München, unterrichtete hier beim Lehrstuhl für die Albanologie. Zusammen mit Wilfried Fiedler Autor des Deutsch-Albanischen Wörterbuches bei Langenscheidt (1997). Zahlreiche Studien, Artikel, Bücher nach seiner Rückkehr in Albanien 1998, u. a. Netët Pellazgjike te Karl Reinholdit (Karl Reinholds Pellasgische Nächte, 2005), Robert Schwartz oder die Fenster meiner Stadt (2007, Albanisch-Deutsch), Katastrofa e Gërdecit 2009 (engl. The Gërdec Desaster, 2010) etc. Seit 1983 Übersetzer mehrerer Werke der deutschsprachigen Literatur u.a. von Büchner, Kafka, Brecht, Böll, Dürrenmatt etc. Mehrere Preise für Originalwerke und Übersetzungen.