Krieg und Frieden

Krieg und Frieden auf dem Balkan

Die Ausstellung Krieg und Frieden auf dem Balkan präsentiert Arbeiten von fünf Fotografen, die den Ersten Weltkrieg und den Alltag auf dem Balkan in der Zeit zwischen 1914 und 1918 dokumentierten. Sie hinterließen Bilder eines bis heute fast unbekannten Kriegsschauplatzes. Der US-Amerikaner Lewis Hine fotografierte Kinder, die zu Opfern des Krieges wurden. Ein weiterer US-Amerikaner, Ariel Varges, fand seine Motive in Thessaloniki nach der Landung der Entente-Truppen. Der Russe Sampson Tchernoff dokumentierte den Rückzug der serbischen Armee in die albanischen Berge. Zwei anonyme Fotografen, Angehörige der deutschen bzw. der französischen Truppen, fotografierten den Kriegsalltag auf dem Balkan und Kriegsverbrechen gegen die Zivilbevölkerung.

In zwölf Kurzfilmen führt uns die gleiche Anzahl namhafter Historiker aus acht Ländern durch den Ersten Weltkrieg, so wie er sich in Südosteuropa auswirkte. „Unter strategischem Gesichtspunkt liegt der Schlüssel für den Ersten Weltkrieg auf dem Balkan“, sagt der Historiker Misha Glenny. „Auf dem Balkan wurde eine Menge Blut vergossen. Darüber gibt es nur wenige Aufzeichnungen.“ In Deutschland und Frankreich kamen etwa vier Prozent der Bevölkerung um. Für den Balkan liegen diese Zahlen noch viel höher – erschreckend höher. Unschuldige Dorfbewohner wurden als Vergeltungsmaßnahme für Partisanenaktionen gehenkt; ganze Städte wurden entvölkert und ihre Bewohner in die Zwangsarbeit verschleppt; Hunderte und Tausende wurden mit Gewalt entwurzelt oder umgebracht. Millionen starben an Mangelernährung und Krankheit, verloren ihre Heimat oder wurden zu Waisen.

Krieg und Frieden auf dem Balkan umfasst, neben den Kurzfilmen und der Fotoausstellung, einen Dokumentarfilm, einen Bildband und ein Bildungsprogramm für Schülerinnen und Schüler.

     


    Krieg und Frieden //
    Team:

     

    Andreas Apostolidis (c) Andreas Apostolidis
    Andreas Apostolidis (c) Andreas Apostolidis

    Andreas Apostolidis

    • Der preisgekrönte griechische Dokumentarregisseur und Autor Andreas Apostolidis lebt in Griechenland.
    • Sein Dokumentarfilm War & Peace in the Balkans befindet sich in der Produktionsphase; 2012 erschienen Silent Balkans, Twice a Stranger: The Treaty of Lausanne (2012 ERT, RIK, Koregisseur) und Twice a Stranger: The Division of Cyprus (2012 ERT, RIK, Koregisseur), für den er Buch, Schnitt, Regie besorgte und der die Themen Zwangsmigration, gesellschaftlicher Umburch und Krieg behandelt.
    • Apostolidis’ A Place Without People (2010) über Nationalparks und die Vertreibung indigener Völker hat zahlreiche Preise auf internationalen Dokumentarfilmfestivals gewonnen.

     

    Christina Koulori 2014 (c) Christina Koulouri
    Christina Koulori 2014 (c) Christina Koulouri

    Christina Koulouri

    • Professorin für Neuere Geschichte und Zeitgeschichte an der Panteion-Universität für Sozial- und Politikwissenschaften in Athen; historische Beratung des Projekts War & Peace in the Balkans
    • Leiterin des History Education Committee of the Center for Democracy and Reconciliation in Southeast Europe.
    • Autorin zahlreicher Bücher und Aufsätze über die Didaktik des Geschichtsunterrichts, die Geschichte der Historiographie, Schulbücher im Fach Geschichte, nationale Identität und Sportgeschichte
    • Herausgeberin von vier Arbeitsbüchern mit Material für den Unterricht in neuerer südeuropäischer Geschichte und Zeitgeschichte

     

    Rea Apostolides (c) 2012 Yuri Averof, Anemon Productions
    Rea Apostolides (c) 2012 Yuri Averof, Anemon Productions

    Rea Apostolides

    • Rea Apostolides produziert Dokumentarfilme für den internationalen Markt für Anemon Productions Athen.
    • Als Produzentin wirkte sie zuletzt mit an: Kismet (2013, IDFA Mid-Length Documentary Award Finalist/Al Jazeera, ARTE, SVT, YLE, RTS, Knowledge Channel, Channel 8, BTV, MRT) Little Land (2013, ERT, ARTE, DR, ORF), Sayome (2011, ERT, ARTE).
    • Als stellvertretende Vorsitzende gehört sie dem Vorstand des Documentary Campus an und ist Mitglied des EDN Executive Committee.
    • An dem griechischen Dokumentarfestival CineDoc ist sie als Koorganisatorin beteiligt.

     

    Yuri Averof (c) 2013 Yuri Averof, Anemon Productions
    Yuri Averof (c) 2013 Yuri Averof, Anemon Productions

    Yuri Averof

    • Yuri Averof hat mehrere preisgekrönte Dokumentarfilme produziert, darunter Kismet und Little Land, die unter anderem mit zwei Preisen auf dem Dokumentarfilmfestival Thessaloniki ausgezeichnet wurden.
    • Koautor und Koregisseur von 1821, einer Dokudramaserie über die griechische Revolution (2010, SKAI TV, Koregisseur, Schnitt); zu seinen zahlreichen Dokumentarfilmproduktionen zählt auch der Streifen Sayome.
    • Yuri Averof zeichnet für die Produktion und die Gestaltung der Multimedia-Ausstellungen Twice a Stranger und A Balkan Tale von Anemon verantwortlich.

     

    Leonidas Liambeys (c) 2014 Angeliki Aristomenopoulou, Anemon Productions
    Leonidas Liambeys (c) 2014 Angeliki Aristomenopoulou, Anemon Productions

    Leonidas Liambeys

    • Fest angestellter Mitarbeiter bei Anemon Productions seit 2008; beteiligt an der Produktion von über zehn Dokumentarfilmen
    • Mitwirkung als Produktionsmanager und in der Archivrecherche bei der Entwicklung und Vorbereitung des Multimediaprojekts Twice a Stranger von Anemon mit Partnern in Großbritannien, der Türkei, Griechenland und Zypern sowie beteiligten Museen in Schweden und Deutschland
    • Verantwortlich für die Organisation der Ausstellung A Balkan Tale mit Stationen in fünf südosteuropäischen Städten