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Elektromobilität – Zukunft oder Realität?

Trotz des ganzen Medienrummels um die Autos der Zukunft ist das Elektroauto bei weitem keine Neuheit und die ersten Beispiele solcher Autos, die von Elektromotoren angetrieben wurden, tauchten schon Ende des 19. Jahrhunderts auf. Damals waren die Käufer aber noch nicht für diese Veränderung bereit.

Revolutionäre Elektrokarren

Wozu braucht man in der modernen Welt überhaupt Elektromobilität und leitet sie wirklich das Ende der Benzinmotoren-Ära ein?

Man hört immer mehr vom zunehmenden Stellenwert der Elektromotoren. Die Nutzung fossiler Brennstoffe wird angesichts der Urbanisierung zunehmend teurer und zieht hohe Kohlenstoffemissionen nach sich. Ökologen rufen die Gesellschaft daher dazu auf, wieder mehr erneuerbare Energien zu nutzen. Hierbei würde sich beispielsweise das Elektroauto gut dazu anbieten, eine Alternative zur klassischen Personenbeförderung darzustellen, da die Energie, die Elektromotoren erzeugen, heutzutage am effizientesten genutzt wird. Die Aufgabe der Autohersteller besteht nun darin, eine Balance zwischen dauerhafter Mobilität und sauberer Energie zu schaffen.

In Mainz-Kastel, im Opel-Zentrum zur Entwicklung alternativer Motoren, weiß man alles über Elektromobilität. Dort beschäftigt sich Opel nämlich bereits seit einigen Jahrzenten mit dieser Problematik. Die Erprobung alternativer Kraftstoffe begann hier schon in den 1960er Jahren, weswegen Opel heute als der führende Motorenhersteller in diesem Bereich gesehen wird.

In die Entwicklung von Elektromotoren wurden schon 1,5 Milliarden Dollar investiert. Diese Mittel werden zur Entwicklung aktueller Fahrzeuge wie Volt und Ampere sowie zur Erforschung neuester Akkumulatoren eingesetzt. 40 % der Ingenieure und Forscher, die sich mit der Entwicklung von Batterietechnologien und Brennstoffzellen bei General Motors beschäftigen, arbeiten bei Opel in Deutschland. Die Quintessenz von Opels Wissen über Batterietechnologien für Automobile floss zum ersten Mal komplett in die Herstellung des ersten in Europa gebauten Elektroautos für den täglichen Gebrauch ein – den Opel Ampere.

Das Potential der Elektromobilität

Die Besitzer von Elektroautos sind in Europa nicht so zahlreich, wie es Ökologen gerne hätten. Gebrauch und Instandhaltung der Fahrzeuge ist ziemlich teuer, daher ist für die Entwicklung der Branche und die Erhöhung der Nachfrage nach Elektroautos ein günstiges politisches Klima sehr wichtig.

„Eines ist klar: die weitere Elektrifizierung der Autos wird unaufhaltsam voranschreiten. Welche Zwischenschritte unternommen werden und wie lange man darauf warten muss, bis wir in großem Rahmen über Wasserstoffbrennzellen sprechen können, hängt letzten Endes vom politischen Willen ab“, erzählt Stefan Berger, der Leiter der Abteilung für Informationstechnik.

Opel setzt es sich zum Ziel, eine Popularisierung von Batterieautos zu erreichen. Der Preis für das jeweilige Produkt beträgt jedoch unausweichlich über 30 000 Euro, was sich auch in Zukunft kaum ändern wird. Daher werden solche Transportmittel von der Gesellschaft erst dann angenommen werden, wenn eine direkte Unterstützung von Seiten des Staates vorhanden ist, wie es übrigens auch in anderen Ländern der Fall ist.

Komfort und Wirtschaftlichkeit

Der Übergang zu komplett elektrischen Fahrzeugen ist eine schwierige Aufgabe. Momentan beläuft sich die Nachfrage nach dem Ampera-Model auf 7 000 bis 8 000 Modelle im Jahr.

Um die Preise bei Elektroautos für Einzelabnehmer zu senken, arbeitet Opel intensiv an einer Vereinfachung der Konstruktionsweise der elektrischen Fahrzeuge. „Unsere Devise lautet, die Preise nicht durch billige Materialien zu senken, sondern durch eine stabile Gesamtkonzeption der Produktion“, unterstreicht Stefan Berger.

Laut den Spezialisten des Zentrums kombiniert der Opel Ampera deutsche Qualität mit einem maximalen Komfort für Fahrer und Fahrgäste. Aber sein Preis beläuft sich auf 45 000 Euro. Worin liegt hier die Wirtschaftlichkeit? Ein Elektromobil mit einem zusätzlichen Ersatzantrieb erlaubt es bei einer durchschnittlichen Fahrweite von 60 km pro Tag etwa 1 700 Liter Benzin einzusparen. Das bedeutet, dass die Kosten für einen zurückgelegten Kilometer mit Elektroantrieb fünf Mal geringer sind, als ein zurückgelegter Kilometer in einem Auto mit gewöhnlichem Benzinantrieb.

Oder doch ein Kompromiss?

Trotz der offensichtlichen Vorteile haben Elektroautos von Opel auch eine Reihe von Nachteilen. Nach Meinung von Konstantin Artjomjew, Experte und Entwickler von russischen Elektromobilen, sind das in erster Linie die hohen Einstiegskosten. Die Besitzer eines Verkehrsmittels der Zukunft bemerken auch, dass Elektrofahrzeuge in bestimmten Hauptmerkmalen wie der Reichweite (ohne Schnellaufladung) und Höchstgeschwindigkeit hinter gewöhnlichen Autos zurückbleiben. Laut Experten sind die Batteriesysteme noch nicht ausgereift und die Energiespeicher für Elektromobile sind noch häufig anfällig für willkürliche Entladungen: Sie verlieren Energie und das nicht nur während der Nutzung des Fahrzeugs. Ebenso trägt die aktive Nutzung von Bordsystemen wie der Heizung und der Klimaanlage zu einer beschleunigten Entladung der Batterie bei. Außerdem liegt einer der zentralen und unangenehmsten Nachteile aller Elektroautos darin, dass deren Servicesystem bisweilen noch unterentwickelt ist bzw. die Aufladung der Autos zu Hause noch zu viel Zeit in Anspruch nimmt. Des Weiteren ist noch unklar, woher man eine solche Menge an Elektroenergie für die Aufladung der zukünftigen Elektroarmada nehmen soll.

Dennoch bleibt das Hauptziel der Pioniere einer innovativen Autoindustrie unverändert – es ist die individuelle Mobilität, komplett ohne schädliche Emissionen und ohne Beeinträchtigung der Fortbewegung.
Text und Fotos: Svetlana Ryaschina, 27, St. Petersburg
Übersetzung: Kaspar Meyer

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September 2012
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