3 Fragen an ...

Henning Paar

© Henning Paar

Sie erarbeiten derzeit eine Choreographie für die Tanzpartien in „Der durch das Tal geht“. Welche Rolle spielt der Tanz in dieser interdisziplinären Inszenierung. In welchem Verhältnis steht er zum Schauspiel und zur Musik?

Die Ebene des Tanzes soll die Ebene des Seelenzustandes und der Seelenentwicklung der Protagonisten nonverbal für den Zuschauer spürbar und verständlich machen. Das Verhältnis zu Schauspiel und Musik lässt sich nicht so einfach bemessen. Natürlich liegt ein Schwerpunkt auf der Musik, dem Gesang und dem Schauspiel, aber die Subtilität des Tanzes verleiht dem gesamten Projekt die Möglichkeit etwas Ganzes, Allumfassendes und Allgemeingültiges zu werden.

Sie sind ein wenig später in den Produktionsprozess eingestiegen. Waren Sie überrascht von bisher erarbeiteten Szenen?

Ich war nicht wirklich überrascht, da ich mit Beverly Blankenship und Pierre Oser im Vorfeld viele Gespräche geführt habe. So konnte ich mir vieles bereits vorstellen.

Unterscheidet sich Ihre Arbeit hier von der in Deutschland? Was ist für Sie reizvoll an einem deutsch-vietnamesischen Musiktheaterprojekt?

Natürlich habe ich hier nicht "meine" Tänzer aus München, mit den ich seit Jahren im Team arbeite, die quasi zusammengewachsen sind und die mich intuitiv verstehen, aber ich bin hier in Hanoi auf eine sehr offene Tanztruppe gestoßen, die sehr motiviert, voller Kraft und Spielfreude und sehr offen für meine Arbeit ist. Hier verstehen wir uns eben über die Körpersprache - das ist das universelle und fantastische am Tanz: Egal wo wir auf diesem Globus sind, wir Tanzschaffende haben immer eine gemeinsame Sprache.

Ich fühle mich in Vietnam sehr wohl und habe das Gefühl ganz viel Energie aus diesem so lebendigen Land aufnehmen zu können. Es ist ein wunderbares Abenteuer, für das ich sehr dankbar bin.